Start Aktuelles Fukushima aktuell: Verklappung von Grundwasser könnte kommende Woche beginnen

Fukushima aktuell: Verklappung von Grundwasser könnte kommende Woche beginnen

2801
0
TEILEN
Artikelbild - AKW Fukushima: Eine Pumpe des Grundwasserumleitungsprojekts am 9. April 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Hoher Tritiumwert an Grundwasserpumpe nachgewiesen (Pumpenfoto: TEPCO)

Geht es nach den Verantwortlichen, könnte bereits kommende Woche die Verklappung von umgeleiteten Grundwasser beginnen. Neben dieser Meldung gibt es aus der Präfektur  Fukushima heute noch weitere Themen, die auch die Lebensmittelsicherheit betreffen. Alle Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 14. Mai 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Erste Grundwasserverklappung soll kommende Woche beginnen
  • Erneut hoher Tritiumwert in Grundwasserprobe
  • Eßbare Wildpflanzen in Fukushima weiterhin belastet
  • NRA macht Betreiber für Verzögerungen verantwortlich

Erste Grundwasserverklappung soll kommende Woche beginnen: Die japanische Regierung und der Kraftwerksbetreiber TEPCO gaben bekannt, bereits kommende Woche könnte mit der Einleitung von etwa 600 Tonnen Grundwasser, das an 12 Pumpen nahe des Kraftwerks heraufgepumpt worden war.

Anfang April waren die Pumpen für die Umleitung von Grundwasser gestartet und das heraufgepumpte Wasser in gesonderte Lagertanks umgeleitet worden. Dort erfolgte eine einmonatige Untersuchung der Konzentration an radioaktivem Material.

Regierung und TEPCO erklärten, zwei gesonderte Analysen hätten nicht nur die Einhaltung des allgemeinen Grenzwerts bestätigt, es sei sogar den selbst auferlegten strengeren Grenzwert von 1.500 Becquerel pro Liter erfüllt worden. Die Analyse von TEPCO hatten für Cäsium-137 einen Wert von 0,047 Becquerel und für Tritium-230 insgesamt 220 Becquerel pro Liter ergeben.

Die Untersuchung durch externe Experten des Japan Chemical Analysis Center (JCAC), ergab  Messwerte von 0,039 Becquerel für Cäsium-137, sowie 230 Becquerel von Tritium-230 pro Liter. Während der Pumparbeiten war es im April einmalig zu einer Überschreitung des Umleitungsgrenzwerts gekommen.

Fischereiverbände der Präfektur hatten sich lange gegen die Pläne zur Verklappung gewehrt, zuletzt jedoch unter der Bedingung zugestimmt, die Messungen müssten von einer unabhängigen Stelle bestätigt und die Verklappung von unabhängigen Experten rund um die Uhr überwacht werden.

Nun soll den Fischern die Ergebnisse erläutert werden, bevor mit der Verklappung begonnen wird. Ersten Einschätzungen zufolge könnte dies bereits am kommenden Mittwoch der Fall sein. Dies berichtet die NHK.

Die Umleitung von Grundwasser vor der Kontamination mit radioaktiven Reaktorabwässern gilt, gemeinsam mit einer unterirdischen Barriere durch Bodenfrostung und der Filterung durch das Multinuklid-Filtersystem ALPS als wichtiger Schritt zur Bewältigung der täglich tonnenweise anfallenden radioaktiven Abwässer.

Allein die Umleitung und Verklappung soll die bislang täglich anfallende Menge von etwa 400 Tonnen um bis zu 100 Tonnen reduzieren.

Erneut hoher Tritiumwert in Grundwasserprobe: Bereits am Montag meldete TEPCO, dass in einer Grundwasserprobe, die am 7. Mai auf der Küstenseite von Reaktor 3 entnommen worden war, ein Tritiumwert von 8.000 Becquerel pro Liter nachgewiesen wurde.

Somit wurde in diesem Fall nicht nur der bislang höchste gemessene Wert dieses Messpostens von 2.600 Becquerel pro Liter überschritten, sondern auch der Wert von 5.500, der bereits zuvor an einem Messposten zwischen den Reaktoren 2 und 3 gemessen worden war. Eine Ursache ist TEPCO nach Unternehmensangaben noch nicht bekannt.

Eßbare Wildpflanzen in Fukushima weiterhin belastet: Die Ergänzung der Ernährung mit essbaren Wildpflanzen ist in Japan nicht nur eine einfache kulinarische Bereicherung – mit dem „Nanakusa“ gibt es sogar eine traditionelle Festivität im Frühjahr, bei der sieben Wildkräuter in einem Reisbrei für gute Gesundheit und langes Leben sorgen sollen.

Japanischer Bergspargel, arilia cordata (Foto: pd)
Einige Wildpflanzen der Präfektur Fukushima radioaktiv belastet (Foto: pd)

Am gestrigen Dienstag auf Anordnung der Präfekturverwaltung Fukushima durchgeführte Tests an Wildpflanzen zeigten dagegen wenig gesundheitsförderliche Ergebnisse. So wurden mehrfach deutliche Überschreitungen des Lebensmittelgrenzwerts von 100 Becquerel pro Kilogramm festgestellt.

In Farnsprösslingen wurden 700 Becquerel, in verschiedenen Arten von Farnkraut 430 Becquerel und im japanischen Bergspargel (auralia cordata) 460 Becquerel pro Kilogramm nachgewiesen. Als Reaktion auf die Entdeckung schränkte die Präfekturleitung den Handel von sieben Arten essbarer Wildpflanzen ein.

Von den insgesamt 383 Proben wiesen 16 (4,2 Prozent) Grenzwertüberschreitungen auf. Im Jahr 2013 hatten noch 11,4 Prozent und 2013 noch 19,5 Prozent der getesteten Pflanzenproben eine Grenzwertüberschreitung aufgewiesen. Das dennoch hohe Werte erzielt wurden, wird auf radioaktives Material zurückgeführt, das sich noch in den bergigen Regionen befinde, berichtet die NHK.

NRA macht Betreiber für Verzögerungen verantwortlich: Die Atomaufsicht NRA, macht die Betreiber der Kernkraftwerke für die kritisierte Dauer der Sicherheitsprüfungen verantwortlich. Nicht die Behörde, vielmehr die Elektrizitätsunternehmen verzögerten die Kontrollen durch die langsamen Antworten auf die gestellten Anfragen.

Mit der heutigen Bekanntgabe auf einer Pressekonferenz, reagiert der NRA-Vorsitzende Shunichi Tanaka, auf Forderungen von Geschäftsverbänden. Diese hatten eine höhere Effizienz der Prüfungen gefordert, so dass AKW-Neustarts schneller möglich wären. Das berichtete die Kyodo.

Die seit Juli 2013 angebotenen Sicherheitskontrollen können von Unternehmen angefordert werden, die einen Neustart ihrer Reaktoren wünschen. Die Anlagen werden dann nach verschärften Standards auf Katastrophensicherheit geprüft. Ein positives Ergebnis, dass sich teilweise nur durch Verbesserungen von Strukturen der Anlage erzielen lässt, ist Voraussetzung für eine Erlaubnis zum Neustart von Reaktoren.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here