Start Aktuelles Fukushima aktuell: Verklappungspläne für Tritiumabwässer weiterhin umstritten

Fukushima aktuell: Verklappungspläne für Tritiumabwässer weiterhin umstritten

Regierung stößt mit Verklappungsplänen in Fukushima weitgehend auf taube Ohren.

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Artikelbild - Blick auf die Stadt Fukushima im Jahr 2005 (Foto: pd)
Bürger der Stadt Fukushima diskutieren und protestieren (Symbolfoto: pd)

Die Fukushima News zeigen wieder einmal, dass die Präfektur Fukushima heute sowohl alte Probleme, als auch neue Herausforderungen bewältigen muss, dabei können aus Japan aktuell auch Fortschritte gemeldet werden.

Einzelheiten und Hintergründe gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 30. August 2018.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Öffentliche Anhörung zu den Verklappungsplänen für Tritiumabwässer
  • Umstrittene Schutzanzug-Figur in Fukushima wird entfernt
  • Überdachter Sportplatz im J-Village fertiggestellt
Öffentliche Anhörung zu den Verklappungsplänen für Tritiumabwässer

Am heutigen Donnerstag fand in Tomioka (Präf. Fukushima) eine Veranstaltung statt, bei der sich ein Expertenausschuss der Regierung den Fragen der Bevölkerung zum Thema der radioaktiven Tritiumabwässer stellte.

Etwa einhundert Personen, darunter Mitglieder von Bürgerinitiativen beteiligten sich an der Diskussion darüber, wie mit den derzeit 920.000 Tonnen tritiumhaltiger Abwässer weiter zu verfahren ist.

Die Regierung favorisiert die Verklappung ist das offene Meer, nachdem die radioaktiv kontaminierte Flüssigkeit zuvor ausreichend verdünnt wurde, da dies die schnellste und kostengünstigste Möglichkeit darstellt.

Während in der Vergangenheit auch externe Experten die Verklappung befürworteten, fürchten die örtlichen Fischer darum, das mühsam zurückgewonnene Vertrauen der Verbraucher wieder zu verlieren.

Morgen sollen weitere Anhörungen in Koriyama und Tokyo folgen. Bei ihren künftigen Empfehlungen für die Regierung wollen die Experten auch die geäußerte öffentliche Meinung berücksichtige. Darüber berichteten NHK und Präfekturmedien.

Umstrittene Schutzanzug-Figur in Fukushima wird entfernt

Nach Protesten gegen die „Sun Child“ Statue, die am 3. August in der Stadt Fukushima aufgestellt worden war, zieht die Stadtverwaltung nun Konsequenzen aus der Ablehnung und will die Statue entfernen lassen.

Kritiker hatten bemängelt, dass die 6,2 Meter große Figur einen gelben Schutzanzug und einen Geigerzähler trägt – auch wenn die Strahlungsanzeige auf Null stehe und der Helm demonstrativ abgenommen habe, vermittele das Bildnis einen falschen Eindruck.

Selbst während der Akutphase der AKW-Krise im März 2011 war kein Einwohner der Stadt gezwungen, einen Schutzanzug zu tragen und so trage die Figur eher zu Missverständnissen bei, statt die Erholung der Region zu demonstrieren.

Sowohl Bürgermeister Hiroshi Kohata, als auch Kenji Yanobe, der Schöpfer des Kunstwerks erklärten, es sei nicht sinnvoll eine Darstellung öffentlich auszustellen, die Unbehagen bei den Bürgern auslöse.

Lediglich einige Aktivisten kritisierten die Entscheidung und sprachen von einer verpassten Chance, da die Figur eine Diskussion über Radioaktivität hätte anregen können. Über die Entscheidung berichteten nahezu alle Medien, darunter jiji, Asahi Shimbun und Präfekturmedien.

Überdachter Sportplatz im J-Village fertiggestellt

Sieben Jahre und fünf Monate nach den Tohoku-Naturkatastrophen und der AKW-Krise, wurde Pressevertretern heute erstmals wieder der überdachte Sportplatz im J-Village präsentiert. Es war bei seiner Gründung die erste Allwetter-Übungsanlage in Japan.

Nachdem im Folgenden das gesamte Sportgelände zur Unterbringung der Beschäftigten am AKW Fukushima Daiichi diente, war schließlich beschlossen worden, die Anlage wieder ihrem ursprüngliche Zweck zuzuführen.

Die offizielle Eröffnung ist für den 8. September vorgesehen. Auf dem künstlichen Rasen des Platzes können verschiedene Sportarten, wie etwa Fußball und Rugby trainiert werden.

Die schrittweise Wiedereröffnung des J-Village gilt als Signal für den Wiederaufbau der gesamten Region. Der von einer Kuppel überdachte Platz soll die neue Attraktion des J-Village werden. Über die Fertigstellung berichteten Präfekturmedien.