Fukushima aktuell: Verkürzte AKW-Laufzeiten könnten Streitthema werden

Fukushima aktuell: Verkürzte AKW-Laufzeiten könnten Streitthema werden

Künftiges NRA-Mitglied irritiert mit Äußerungen zur Laufzeit von Reaktoren

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Artikelbild: AKW Kashiwazaki-Kariwa im April 2011 (Foto: Daisuke Yamagishi, cc-by)
AKW Kashiwazaki-Kariwa (Foto: Daisuke Yamagishi, cc-by)

Auch wenn die Folgen der Ereignisse am AKW Fukushima heute wieder im Mittelpunkt stehen, ist für einige Menschen der Zwischenfall am Nuklearforschungszentrum in Ibaraki ein weiterer Beweis für die Gefahr der Kernenergie.

Zu den Fukushima News gehören unter anderem auch Äußerungen zur verkürzten Laufzeit von Reaktoren, die nach der AKW-Krise beschlossen wurden. Einzelheiten gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 14. Juni 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Künftiges NRA-Mitglied wegen Aussagen zu Reaktor-Laufzeiten kritisiert
  • TEPCO-Sonderberater sieht Notwendigkeit für regionalen Wiederaufbau
Künftiges NRA-Mitglied wegen Aussagen zu Reaktor-Laufzeiten kritisiert

Shinsuke Yamanaka, der im September in der Atomaufsichtsbehörde NRA den Posten von Tsuyoshi Fuketa übernimmt, da Fuketa zum Präsidenten der Behörde aufsteigen wird, hat mit aktuellen Äußerungen starke Kritik auf sich gezogen.

In einer gestrigen Pressekonferenz erklärte Yamanaka, die Beschränkung der Betriebsdauer von Reaktoren auf 40 Jahre, wie sie nach der Fukushima-Katastrophe beschlossen worden war, sei seiner Ansicht nach zu streng.

Wenn man weltweit die Laufzeit von Reaktoren betrachte, so kämen ihm persönlich 40 Jahre „etwas zu kurz“ vor.

Angesichts des Umstands, dass in Ausnahmefällen eine Verlängerung um 20 Jahre möglich ist, wird von einigen Gruppen befürchtet, die Ausnahmen könnten die Regel werden und die Laufzeitbegrenzung auf 40 Jahre sei lediglich eine Formalität.

Seine weiteren Ausführungen, Sicherheit habe Priorität, jedoch wäre auch ein angemessenes Maß an Schnelligkeit (bei der Entscheidungsfindung) notwendig, dürften auch nicht auf begeisterte Zuhörer gestoßen sein.

Kritik für diese Aussagen gab es etwa von Professor Hitoshi Yoshioka.

Angesichts des Umstands, dass man als Mitglied der Atomaufsicht eine besondere Verantwortung für die Sicherheit habe, sei solch eine parteiische Äußerung, die eine Bevorzugung der Atomkraft zeige, unangemessen.

Über die kontroversen Äußerungen berichtete die Mainichi Shimbun.

TEPCO-Sonderberater sieht Notwendigkeit für regionalen Wiederaufbau

Der frühere Vize-Präsident des Kraftwerksbetreibers TEPCO legte nach viereinhalb Jahren seinen Posten als Verantwortlicher des Zentrums für Wiederaufbau seinen Posten nieder und äußerte sich anlässlich seines Rücktritts zu seiner bisherigen Arbeit.

Dabei sieht Yoshiuki Ishizaki seinen Arbeitgeber TEPCO in der Verantwortung.

Er habe die Trauer, das Leiden und die Wut vieler Flüchtlinge der AKW-Krise selbst gesehen und werde auch nach seinem Rücktritt keinen Posten in der Firmenzentrale in Tokyo übernehmen, sondern als Sonderberater weiter in der Präfektur tätig sein.

Ihm sei es wichtig gewesen, das Vertrauen der Menschen vor Ort wieder zu gewinnen und so habe er sich auch selbst an Gartenarbeiten eines zeitweisen Rückkehrers beteiligt. Er sei nicht nur als Vertreter eines Unternehmens, sondern auch als Mensch in Kontakt gekommen.

Ihm sei Transparenz im Unternehmen sehr wichtig und dass TEPCO nach der Freigabe von einstigen Sperrgebietsgemeinden auch zur Wiederbelebung der Ortschaften und dem Wiedererstarken der Region beitrage.

Über diese und weitere Themen, wie etwa seinen Nachfolger sprach Ishizaki mit Präfekturmedien.

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