Fukushima aktuell: Verletzter Arbeiter reicht Klage ein

Fukushima aktuell: Verletzter Arbeiter reicht Klage ein

Erstmals soll Auftraggeber eines Subunternehmens haften

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Artikelbild - Fukushima: Dekontamination von Bäumen durch Hochdruckreiniger (Foto: Juni 2012, TEPCO)
Fukushima: Dekontamination von Bäumen durch Hochdruckreiniger (Foto: Juni 2012, TEPCO)

Durch die Ereignisse nach einem Arbeitsunfall ist die Dekontamination der Präfektur Fukushima heute wieder ein besonderes Thema. Auch die Meldung über ein technisches Problem ist als Fukushima News aktuell von Interesse.

Während aus der Präfektur aktuell Schäden durch starke Winde gemeldet werden, gibt es bei uns keine windigen Meldungen, sondern den Spreadnews Japan-Ticker vom 20. April 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Verletzter Dekontaminationsarbeiter reicht Klage ein
  • Störung an einem Gaskontrollsystem von Reaktor 1
Verletzter Dekontaminationsarbeiter reicht Klage ein

Ein 49 Jahre alter Mann will nach einem Arbeitsunfall bei Dekontaminationsmaßnahmen vor einem Gericht in Yokohama gegen ein Bauunternehmen in der Präfektur Ehime klagen. Das ungewöhnliche hierbei sind die Umstände der Klage.

Tomioka heute: Kirschblüten bei Nacht am 15. April 2017 (Foto: Hajime Nakano cc-by)
Tomioka heute: Kirschblüten bei Nacht am 15. April 2017 (Foto: Hajime Nakano cc-by)

Der Mann war bei einem Subunternehmen beschäftigt und brach sich im Dezember 2014 bei einem Arbeitsunfall in Tomioka den rechten Fuß.

Beim folgenden Rechtsstreit wurde offenbar gezielt versucht, die genauen Umstände durch Falschangaben zu vertuschen.

Als Grund hierfür wird vermutet, dass der Arbeitgeber als Subunternehmen befürchtete, von der übergeordneten Baufirma in Ehime keine Aufträge mehr zu erhalten, falls eine Entschädigung gezahlt würde.

Die gerichtlich stattgegebene Schadensersatzforderung, sowie die Entschädigung für Arbeitsausfall, erschwerte Stellensuche und psychische Belastung, scheiterte jedoch am Bankrott des Arbeitgebers im Juni 2015.

Jetzt versucht er, beim Hauptunternehmen in Ehime die Summe von 18 Millionen Yen einzuklagen, da die Firma durch die Vergabe von Aufträgen auch für die Sicherheit der vermittelten Arbeitskräfte verantwortlich sei.

Das Unternehmen äußerte sich zu den Forderungen bislang nicht. Über den Fall berichtete die Mainichi Shimbun.

Störung an einem Gaskontrollsystem von Reaktor 1

Am heutigen Donnerstag konnten am AKW Fukushima Daiichi gegen 13:11 Uhr keine Daten des Gaskontrollsystems B am Sicherheitsbehälters von Reaktor 1 erfasst werden, was zu insgesamt drei Alarmen führte.

Diese wiesen auf Anomalien der Nuklidanalyse und bei der Übertragung hin. Zudem wurde eine hohe Radioaktivität gemeldet.

Derzeit kann die Konzentration von Xenon-135 nicht über das System B ermittelt werden. Dagegen erfolgt die Erfassung von Wasserstoff und Sauerstoff störungsfrei und auch die Strahlungsmessposten weisen keinen Anstieg der Radioaktivität auf.

Das Gaskontrollsystem A läuft ohne Auffälligkeiten, so dass hier ausreichend Daten erfasst werden können. Ungewöhnliche Werte oder Schwankungen der Reaktordaten wurden hierbei nicht beobachtet.

Daher ist davon auszugehen, dass der Ausfall des Gaskontrollsystems B auf einen technischen Defekt zurückzuführen ist. Entsprechende Kontrollen würden durchgeführt. Das berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

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