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Fukushima aktuell: Verschrottung aller kontaminierten Fahrzeuge am AKW

TEPCO gibt Pläne zur Weiterverwendung der Kfz am AKW Fukushima auf

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Artikelbild - AKW Fukushima: Dekontamination von Autos und Fahrzeugen am 24. April 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Fahrzeug-Dekontamination am 24. April 2012 (Foto: TEPCO)

Die Woche beginnt am AKW Fukushima heute mit einem technischen Defekt. Zugleich wurde eine großangelegte Verschrottung bekannt gegeben. Diese und weitere Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 30. Oktober 2017.

Unsere heutigen Themen zum Wochenbeginn:

  • Verschrottung aller kontaminierten Fahrzeuge am AKW angekündigt
  • Störung eines Notstrom-Dieselgenerators am AKW Fukushima
  • Vollbetrieb des Zwischenlagers in Okuma angelaufen
Verschrottung aller kontaminierten Fahrzeuge am AKW angekündigt

Wie am Samstag bekannt wurde, will TEPCO alle 1.010 Fahrzeuge, die im Zuge der Fukushima-Katastrophe kontaminiert wurden und  dennoch zur Verwendung auf dem AKW-Gelände vorgesehen waren, bis Ende des Fiskaljahr 2020 verschrotten.

Bei einer Sitzung am 12. Oktober hatte der Betreiber festgelegt, alle radioaktiv belasteten Fahrzeuge durch neue zu setzen.

Aufgrund der Erfolge bei der Dekontamination des Kraftwerksgeländes, dass es Angestellten im Großteil der Anlage sogar ermögliche, ohne schweres Atemschutzgerät zu arbeiten, sei die Verwendung kontaminierter Fahrzeuge nicht länger sinnvoll.

Während des Ausbruchs der Krise befanden sich etwa 1.700 Fahrzeuge vor Ort. Bei 600 davon handelte es sich um Privatwagen der Kraftwerksarbeiter. Davon blieben 1.010 Fahrzeuge übrig, die durch eine rote Plakette als „kontaminiert“ gekennzeichnet wurden.

Doch 181 der Fahrzeuge wurden praktisch nicht mehr genutzt und auch bei anderen wurde nur eine geringe Verwendungsdauer festgestellt – verbunden mit einem Engpass an Parkplätzen für neue Fahrzeuge.

Somit scheint eine Verschrottung als Option durchaus legitim. Für die Demontage der alten Gefährte existiert bereits eine Anlage auf dem Gelände des Kernkraftwerks. Über die Entscheidung berichtete die Asahi Shimbun.

Hintergrund

In der Vergangenheit hatten Schlampereien bei der Kontrolle kontaminierter Autos am AKW Fukushima Daiichi für Schlagzeilen gesorgt.

Auch war der hohe Kontaminierungsgrad in den Waschanlagen der Präfektur aufgefallen und eine Dekontamination der Autowaschanlagen veranlasst.

Störung eines Notstrom-Dieselgenerators am AKW Fukushima

Am heutigen Montag wurde bei der Routinekontrolle der Notfallgeneratoren bei einem Gerät, das im Ernstfall die Versorgung von Reaktor 6 übernehmen würde, gegen 15:48 Uhr ein Betriebsdefekt festgestellt.

Nach Angaben des Kraftwerksbetreibers war eine Anpassung der Betriebsfrequenz nicht möglich, so dass auch ein Anschluss an das Stromversorgungssystem nicht möglich war. Daher wurde das Gerät um 16:06 Uhr von der Versorgung ausgeschlossen.

Insgesamt sind im Bereich für die Reaktoren 5 und 6 insgesamt 4 Notstromgeneratoren vorhanden, die mit Diesel betrieben werden. Da sich die übrigen Vorrichtungen im Standby-Betrieb befinden, werden alle Sicherheitsbestimmungen erfüllt.

Man werde jedoch die Ursache für die Störung ermitteln. Über den Fund der Fehlfunktion berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Vollbetrieb des Zwischenlagers in Okuma angelaufen

Nach der Ankündigung des Vollbetriebs des Zwischenlagers in Okuma, begann am Samstag das Umweltministerium wie angekündigt mit der Anlieferung von kontaminiertem Erdreich an den Standort.

Der Maßnahme war eine viermonatige Probezeit vorausgegangen, mit der Anhand von kleineren Lieferungen, Sicherheit und Abläufe auf mögliche Fehler und Verbesserungen kontrolliert worden warn.

Über die ganze Präfektur Fukushima verteilt gibt es schätzungsweise 1.100 Orte, an denen radioaktiv belastete Abfälle aus Dekontaminationsarbeiten unter sehr provisorischen Umständen auf Sportanlagen, öffentlichen Flächen und Privatgrundstücken gelagert werden.

Zahlreiche japanische Medien berichteten über diesen ersten größeren Schritt zur Bewältigung der kontaminierten Erdmassen, darunter auch die jiji, Asahi Shimbun und Präfekturmedien.