Start Aktuelles Fukushima aktuell: Vertrauenswürdigkeit der Krebstests erneut in Frage gestellt

Fukushima aktuell: Vertrauenswürdigkeit der Krebstests erneut in Frage gestellt

Nicht registrierte Fälle in Fukushima könnten Hinweis auf höhere Dunkelzifffer sein

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Artikelbild - Schilddrüsenkrebs (Foto: Ed Uthman cc-by)
Schilddrüsentests in Fukushima geraten erneut in Vertrauenskrise (Foto: Ed Uthman cc-by)

Für Verunsicherung sorgen in Japan aktuell neue Hinweise, die in Fukushima heute einen Schatten auf die Schilddrüsenkontrollen bei Kindern werfen und so für negative Schlagzeilen bei den aktuellen Fukushima News führen.

Einzelheiten und Hintergründe, sowie weitere Neuigkeiten, gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 7. Juli 2018.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Zuverlässigkeit der Schilddrüsentests erneut in Frage gestellt
  • Fluss in Fukushima gewinnt erneut Preis für Wasserqualität
Zuverlässigkeit der Schilddrüsentests erneut in Frage gestellt

Am Samstag wurde eine Unregelmäßigkeit bei der Durchführung von Tests bei Kindern zur Prüfung auf mögliche Fälle von Schilddrüsenkrebs nachgewiesen. Durch die jüngste Entdeckung könnte die Vertrauenswürdigkeit in Zweifel gezogen werden.

Demnach sei bei den Gesundheitskontrollen von 380.000 Kindern insgesamt 11 Fälle von Krebs offenbar übersehen worden, bzw. die Patienten durch das Raster gefallen. Einer der Betroffenen war zum Zeitpunkt der AKW-Krise erst vier Jahre alt.

Diese Fälle schädigen die Glaubwürdigkeit der Kontrollen, mit denen ein möglicher Zusammenhang zwischen den Krebserkrankung und Strahlungsbelastung als Folge des radioaktiven Niederschlags untersucht werden soll.

Die Entdeckung wurde am Sonntag einem Subkomitee des Ausschusses für die Gesundheit der Bürger vorgelegt und wird womöglich weitere Untersuchungen nach sich ziehen. Über die aktuelle Entwicklung berichteten Präfekturmedien.

Hintergrund

Es ist nicht das erste Mal, dass die Gesundheits-Checks in Kritik geraten. So waren bereits im März 2017 Unstimmigkeiten bei den Schilddrüsentests  bekannt geworden. Schon im Dezember 2016 kamen zudem Zweifel an der Sinnhaftigkeit auf (Spreadnews berichtete).

Zuletzt war im Mai 2017 eine internationale Bewertung der Versuchsreihen angeregt worden. Derzeit läuft die bislang vierte Reihe der Kontrollen. Bislang wurden 162 Krebsfälle bestätigt und 36 Verdachtsfälle gemeldet

Fluss in Fukushima gewinnt erneut Preis für Wasserqualität

Alljährlich kürt das japanische Ministerium für Land, Infrastruktur, Transport und Tourismus (MLIT) das Gewässer mit der höchsten Wasserqualität aus. Unter 163 Flüssen gewann erneut der Arakawa in der Präfektur Fukushima – zum achten Mal in Folge.

Auch 15 weitere Flüsse wurden für ihre herausragende Qualität ausgezeichnet. Der Arakawa ist der einzige Gewinner in der Region Tohoku.

Hauptkriterium für die Bewertung ist der jährliche Durchschnitt des so genannten biochemischen Sauerstoffbedarfs (BSB/BOD). Über die erneute Auszeichnung berichteten mehrere Präfekturmedien.