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Fukushima aktuell: Verzicht auf SPEEDI erhöht Risiko bei Evakuierungen

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Artikelbild: Einsatzkarte für Katastrophenhilfe nach der Fukushima-Katastrophe (Copyright by Andreas Teichert, DTRG e.V.)
Einsatzkarte für Katastrophenhilfe nach der Fukushima-Katastrophe (Copyright by Andreas Teichert, DTRG e.V.)

Die Regierung will im Fall künftiger AKW-Katastrophen auf ein bewährtes Hilfsmittel verzichten. Diese Entscheidung stößt in Japan aktuell auf Unverständnis. Darüber hinaus meldet das AKW Fukushima heute ein Wasserleck. Details der Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 12. August 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • SPEEDI aus Evakuierungsplanung gestrichen
  • Wasserleck an Entsalzungsanlage

SPEEDI aus Evakuierungsplanung gestrichen: Die japanische Regierung hat sich dazu entschieden, das so genannte SPEEDI-System künftig nicht länger als Grundlage für Entscheidungen bei Evakuierungen zu nutzen.

Das System berechnet im Fall einer Kraftwerkskatastrophe die wahrscheinliche Verbreitung von radioaktivem Material und bezieht dazu etwa Wetterdaten und Geländeeigenschaften ein.

Bei der Fukushima-Katastrophe hatte man Daten des SPEEDI-Systems vorsätzlich zurückgehalten, da sie zu hypothetisch seien. Als Folge dieser Entscheidung waren Flüchtlinge durch bereits kontaminiertes Gebiet evakuiert worden.

Die Richtigkeit der SPEEDI-Daten wurde verschwiegen. Rückblickend musste man allerdings feststellen, dass damals die Evakuierung durch SPEEDI hätte verbessert werden können.

Doch offenbar will die Regierung nicht länger auf diese Möglichkeit der Prognose zurückgreifen.

Die Nutzung des Systems wurde zunächst im April aus den Katastrophenschutzrichtlinien für Katastrophenfälle entfernt und wie jetzt bekannt wurde, im Juli auch aus dem grundlegenden Katastrophenhilfeplan gestrichen.

Als Grund wurde auch diesmal genannt, dass die tatsächliche Verbreitung des radioaktiven Fallouts von den Berechnungen abweichen könnte.

Die direkten Strahlungsmessungen würden zwar eine Strahlungsbelastung der Einwohner nicht gänzlich verhindern, sei jedoch ein international anerkanntes Standardvorgehen.

Widerstand gibt es von den Präfekturverwaltungen und Einwohnern. Es sei nicht akzeptabel, pauschal die Kontamination von Bürgern in Kauf zu nehmen, nur weil dieses vorgehen allgemein akzeptiert sei.

Über die Entscheidung berichtete die Mainichi Shimbun.

Wasserleck an Entsalzungsanlage: Am heutigen Mittwoch entdeckte ein Angestellter eines Partnerunternehmens gegen 10:17 Uhr den Austritt von Sprühnebel an der Hochdruckpumpe der Entsalzungsanlage.

Nach einem Stopp der Pumpe wurde um 10:20 Uhr das Ende des Wasseraustritts bestätigt. Eine Untersuchung wies eine Wasserlache von 1×1 Meter nach.

Das ausgetretene Wasser blieb jedoch innerhalb der Betonbarriere und gelangte nicht in die Umwelt. Gegen 13:45 Uhr war die Lache beseitigt.

Bei der anschließenden Kontrolle wurde um 11:40 Uhr ein kleines Loch an der betreffenden Leitung entdeckt. Aufgrund der geringen Menge des Wassers sei keine Analyse möglich gewesen.

Der Betrieb anderer Teile der Umkehrosmose-Anlage wurde nach Angaben des Kraftwerksbetreibers TEPCO nicht beeinträchtigt.

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