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Fukushima aktuell: Vollgefrierung des Eiswalls erwartet

Temperatur des letzten Eiswall-Teilstücks sinkt unter Gefrierpunkt

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Artikelbild - AKW Fukushima: Oberirdische Rohre des Eiswalls am 5. April 2016 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Oberirdische Rohre des Eiswalls am 5. April 2016 (Foto: TEPCO)

Der als Grundwasserbarriere geplante Eiswall liefert vom AKW Fukushima heute Schlagzeilen, denn das umstrittene und problembehaftete Projekt scheint nun unmittelbar vor der Vollendung zu stehen.

Die entsprechenden Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 2. November 2017.

Vollgefrierung des Eiswalls erwartet

Nachdem im August die Gefrierung des letzen Eiswall-Abschnitts von sieben Metern Länge begonnen worden war, scheint der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi nun nahezu am Ziel zu sein. Ende Oktober wurde erstmals der Gefrierpunkt unterschritten.

Abgesehen von der Schicht in unmittelbarer Nähe zur Erdoberfläche sei das Areal auch bereits durchgefroren, so dass durch die Zirkulation des Kühlmittels die Temperatur konstant niedrig gehalten werden könnte.

Man hatte diesen letzten Abschnitt zuvor bewusst nicht gefroren, um das Risiko eines plötzlichen Grundwasserabfalls um die Gebäude zu verringern, da dies zur schwallartigen Freisetzung von stark radioaktiv kontaminiertem Wasser führen wurde.

Nun will man in den nächsten Monaten die Daten zum Grundwasserstand usw. analysieren um festzustellen, ob tatsächlich eine Dammwirkung erreicht wurde und so zu beurteilen, ob die vollständige Gefrierung des Eiswalls stattfand.

TEPCO erhofft sich durch den Eiswall und andere Maßnahmen eine Reduzierung der täglich anfallenden Grundwassermenge, auf weniger als 100 Tonnen pro Tag. Mit Stand vom Juli lag sie bei 140 Tonnen täglich.

Über die aktuellen Entwicklungen und Pläne berichteten die NHK und Präfekturmedien.

Hintergrund

Ziel der Maßnahme ist es, durch das unterirdische Rohrsystem um die Reaktorgebäude einen Kühlkreislauf zu schaffen, der zur dauerhaften Gefrierung der umgebenden Erdschichten und somit zu einer natürlichen Barriere gegen Grundwasser führt.

Nach dem Beginn der Eiswall-Arbeiten gab es jedoch eine Reihe von Problemen, so dass teilweise die Gefrierung gestoppt, oder Nachbesserungen notwendig wurden. So kam es im September 2016 zeitweise zu einem Temperaturanstieg über den Gefrierpunkt.

Dennoch wurde der Eiswall schrittweise geschlossen und die einzelnen Teilstücke nach und nach mit dem Kühlsystem verbunden. So konnte beispielsweise im Oktober 2016 die Gefrierung des Küstenabschnitts gemeldet werden.

Ob die Kritiker, die immer wieder die Effektivität des Eiswalls in Zweifel ziehen und beispielsweise eine lückenlose Gefrierung entlang der Rohre in Frage stellen, Recht behalten werden, bleibt abzuwarten.