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Fukushima aktuell: Vollgelaufene Tunnel sollen betoniert werden

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Artikelbild: Beton (Grafik: pd)
AKW Fukushima: Mit Beton gegen radioaktives Wasser (Symbolgrafik: pd)

Zum Beginn der Woche sind im Bezug auf Kraftwerksbetreiber TEPCO und die Aktivitäten am AKW Fukushima, heute vor allem die Ereignisse vom Wochenende interessant. Deren Einzelheiten und weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 24. November 2014.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • TEPCO erklärt Auffüllungspläne für vollgelaufene Tunnel
  • Katastrophenübung in Fukushima
  • TEPCO meldet keine Störungen nach schwerem Erdbeben
  • Erneut Verklappung erfolgreich abgeschlossen

TEPCO erklärt Auffüllungspläne für vollgelaufene Tunnel: Nach einem Fehlschlag der bisherigen Arbeiten zur Bekämpfung radioaktiver Abwässer in einstigen Kabelschächten auf dem Gelände des AKW Fukushima Daiichi, hatte das Unternehmen am Freitag der Atomaufsichtsbehörde ein neues Konzept vorgelegt.

Jetzt wurden Einzelheiten des Konzepts veröffentlicht. Demnach soll der eingesetzte Spezialbeton auch für den Einsatz unter Wasser geeignet sein, da er kein Wasser aufnimmt und sich auf diese Weise leichter auf dem Boden der Gräben ausbreiten kann, so dass das kontaminierte Wasser verdrängt wird.

Es geht somit nicht mehr nur darum, isolierte Blockaden an Verbindungspunkten der Tunnel mit den Turbinengebäuden zu schaffen – dieses Konzept war sowohl mit Eis, als auch mit einer Betonmischung gescheitert – sondern die Tunnel mit Spezialbeton aufzufüllen, das dortige Wasser nach oben zu drängen und es parallel dazu abzupumpen.

Die neue Maßnahme wird zunächst an einem 60 Meter langen Tunnel durchgeführt, der auf der Küstenseite von Reaktor 2 verläuft und in dem sich schätzungsweise 5.000 Tonnen an stark radioaktivem Wasser befinden.

Ziel der Aktion ist es zunächst festzustellen, ob der Wasserfluss abbricht, sobald der tiefste Teil der Tunnel aufgefüllt wurde. Der Kraftwerksbetreiber räumte zwar ein, noch nie einen Tunnel dieser Länge zugeschüttet zu haben, erklärte aber auch, mit hoher Sorgfalt vorzugehen.

Die NRA hatte zuvor Bedenken geäußert, dass radioaktiv belastetes Wasser im umgebenden Erdreich, oder im Beton selbst verbleiben könnte, doch nach Schätzungen von TEPCO werden lediglich ein bis drei Prozent des Wassers im Material enthalten bleiben. Die blockierende Wirkung habe Vorrang.

Bereits im Januar kommenden Jahres soll auch ein Tunnel auf der Seeseite von Reaktor 3 auf diese Weise abgedichtet werden. Dort wird kontaminiertes Wasser in einer Menge von etwa 6.000 Tonnen erwartet. Über die genehmigten Arbeiten berichteten Mainichi Shimbun und Asahi Shimbun.

Die Kontrolle über das stark radioaktive Wasser in den Tunneln zu erringen, ist Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Schaffung eines Kühlkreislaufs, der den Boden entlang der Reaktoren 1 bis 4 gefrieren und dadurch zur Barriere gegen die Vermischung von austretendem, radioaktiven Abwasser und umgebendem Grundwasser werden soll („Eiswall“).

Katastrophenübung in Fukushima: Erstmals seit den Ereignissen vom 11. März 2011, wurde am Samstag in der Präfektur Fukushima eine Evakuierungsübung durchgeführt, bei der das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi im Mittelpunkt stand.

An der Übung in der Ortschaft Kawauchi, die von Präfekturleitung und Gemeindeverwaltung gemeinsam organisiert worden war, nahmen 1.000 Mitarbeiter von Verwaltungen, sowie der Atomaufsichtsbehörde NRA, als auch etwa 260 Einwohner teil.

Szenario der Übung war der hypothetische Ausfall des Abklingbecken-Kühlsystems von Reaktor 3 nach einem Erdbeben der Stärke 6+ auf der siebenstufigen japanischen Skala. Nachdem eine Strahlungsbelastung von 20 Mikrosievert pro Stunde in der Ortschaft nachgewiesen wurde, erfolgte die Evakuierung noch Koriyama und Tamura.

Über die Katastrophenübung in Fukushima berichtete die jiji am Samstag.

TEPCO meldet keine Störungen nach schwerem Erdbeben: Nach dem schweren Erdbeben der Stärke 6,7, das am Samstag um 22:08 Uhr die Präfektur Nagano und angrenzende Gebiete traf, meldete TEPCO, Betreiber des AKW Kashiwazaki-Kariwa (Präf. Niigata) noch am selben Tag, es habe keine besonderen Vorkommnisse gegeben.

Bei dem schweren Erdbeben waren 41 Personen verletzt worden, mindestens sieben davon schwer, als sie unter zusammenbrechenden Häusern begraben wurden. Insgesamt 37 Gebäude stürzten zusammen

Ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Erdbeben und der aktiven Kamishiro-Verwerfung ist nach Angaben der Wetterbehörde vom Sonntag noch unklar.

Eine Magnitude von 6,8 war bereits im Juli bei einem Erdbeben mit Tsunami-Warnung für die Region Tohoku gemessen worden. In der jüngeren Vergangenheit sah sich der Elektrizitätsanbieter TEPCO nach einem weiteren Fukushima-Erdbeben im November, das eine Stärke von 5,3 hatte, ebenfalls zu einem Statement veranlasst.

Erneut Verklappung erfolgreich abgeschlossen: Am Samstag wurden im Rahmen einer regulären Verklappung zwischen 10:06 und 16:00 Uhr, insgesamt 1.470 Tonnen an Grundwasser aus den Bergen verklappt. Angaben des Kraftwerksbetreibers TEPCO zufolge, kam es dabei zu keinerlei Komplikationen.

Nach anhaltenden Zweifeln an der Effektivität, gilt die Maßnahme, durch die ein Zufluss von sauberem Grundwasser unter die Kraftwerksanlage verringert werden soll, mittlerweile als brauchbar, auch wenn möglicherweise Zusammenhänge zu Grundwasseranstiegen bestehen.

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