Start Aktuelles Fukushima aktuell: Vollständige Fertigstellung des Eiswalls steht bevor

Fukushima aktuell: Vollständige Fertigstellung des Eiswalls steht bevor

Gefrierung soll in Kürze eingeleitet werden

1255
0
TEILEN
AKW Fukushima: Gefriereinheit des Eiswalls im April 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Gefriereinheit des Eiswalls im April 2015 (Foto: TEPCO)

Neben dem Eiswall, ist auch die Lebensmittelsicherheit in Fukushima heute wieder eines der wichtigen Themen, mit denen sich die japanischen Medien befassen. Einzelheiten zu diesen Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. August 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Letzter Eiswall-Abschnitt kurz vor Fertigstellung
  • Empfehlung zur vollständigen Herkunftskennzeichnung in Japan
Letzter Eiswall-Abschnitt kurz vor Fertigstellung

Am heutigen Dienstag genehmigte die Atomaufsichtsbehörde NRA, nun auch formell die vollständige Schließung des letzten Abschnitts am so genannten Eiswall und TEPCO gab einen Zeitplan für die Durchführung der Maßnahme bekannt.

Nach dem Beginn der Eiswall-Gefrierung im März 2016, waren immer wieder Bedenken im Bezug auf die Sicherheit der Grundwasserbarriere und die Effektivität der Maßnahme laut geworden. Dennoch durften die Arbeiten fortgeführt werden.

Bislang war ein sieben Meter langes Teilstück an der Westseite noch nicht in den unterirdisch verlegten Kühlkreislauf einbezogen worden, um einen plötzlichen Grundwassersturz außerhalb der Reaktorgebäude zu verhindern.

Eine erste Genehmigung zur Vollgefrierung wurde zwar bereits im Juni dieses Jahres erteilt – die offizielle Bekanntgabe, sowie die Veröffentlichung des Zeitplans, erfolgte jedoch erst jetzt. Die Gefrierung der vorletzten Abschnitte war im März 2017 bekannt gegeben worden.

Nun hat TEPCO offenbar die Regierung davon überzeugt, dass ein gefährlicher Zwischenfall unwahrscheinlich ist und das Unternehmen zudem auf ein derartiges Ereignis in ausreichender Weise vorbereitet wäre.

Sofern es keine Störungen gibt, die eine Terminänderung notwendig machen, soll der Gefrierungsprozess im letzten Abschnitt am Dienstag kommender Woche eingeleitet werden. Darüber berichteten NHK und Präfekturmedien.

Hintergrund

Durch Kühlmittel, das in einem unterirdischen Rohrnetzwerk zirkuliert, soll das umgebende Erdreich tiefgefroren werden und so eine natürliche Barriere gegen die Vermischung von kontaminiertem Reaktorwasser und sauberem Grundwasser entstehen.

Soweit die Theorie.

Das Projekt ist aber bereits von zahlreichen Problemen gekennzeichnet. So wurden Nachbesserungen am Eiswall erforderlich, es kam zur Überschreitung des Gefrierpunkts und ständigen Zweifeln an der Effektivität.

Auch dass die Laufdauer von wenigen Jahren in keinem Verhältnis zu Aufwand, Kosten und Risiken stehe, wurde immer wieder kritisiert.

Empfehlung zur vollständigen Herkunftskennzeichnung in Japan

Ende vergangener Woche legte eine Kommission der Regierung einen Entwurf vor, der eine landesweiten Verpflichtung zur Kennzeichnung der Herkunft aller Einzelzutaten von verarbeiteten Produkten empfiehlt. Hauptzutaten sollen besonders hervorgehoben werden.

Bisherige Lebensmittelstandards sehen diese Kennzeichnung lediglich für 22 Produktgruppen, wie etwa Fisch und getrocknete Pilze, sowie vier Einzelprodukten, wie etwa bei eingelegtem Gemüse, vor.

Geht es nach dem Willen der Regierung, könnten die neuen Standards noch im Laufe dieses Monats in Kraft treten und man hofft, nach einer Übergangszeit bis zum April 2022, diese Vorgaben vollständig umgesetzt zu haben.

Bislang war Lebensmittelkennzeichnung lediglich bei Produkten aus der Präfektur Fukushima ein Thema. Tatsächlich dürfte die Angst, unbemerkt Produkte aus der Präfektur zu sich zu nehmen, deutlich verringert werden.

Durch die neue Regelung soll jedoch allgemein mehr Transparenz für die Verbraucher geschaffen werden. Über die Pläne berichtete die jiji.