Fukushima aktuell: Vorbehalte gegen olympische Wettkämpfe

Fukushima aktuell: Vorbehalte gegen olympische Wettkämpfe

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Artikelbild - Präfektur Fukushima: Sportstadion Azuma (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Schlechte Aussichten auf Olympia-Standort (Foto: pd)

Die zu erwartende Ausgrenzung der eigenen Sportstätten für die Olympischen Spiele 2020, mag bei Einwohnern der Präfektur Fukushima heute für weniger Unmut gesorgt haben, als der Reaktor-Neustart am AKW Sendai in der Präfektur Kagoshima.

Einzelheiten zu den aktuellen Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 8. Dezember 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Vorbehalte gegen olympische Baseball/Softball-Austragungsorte
  • Vorstellung von Dekontaminationsrobotern in Naraha
Vorbehalte gegen olympische Baseball/Softball-Austragungsorte

Die Diskussionen, ob im Rahmen der Olympischen Spiele 2020 auch Wettbewerbe in den Sportstätten der Präfektur Fukushima durchgeführt werden, dauern offenbar noch weiter an.

Der Weltverband für Baseball und Softball (WBSC) sah nach einer Prüfung im November zunächst das Azuma-Stadion in der Stadt Fukushima zumindest in seiner jetzigen Form als ungeeignet an. Es wären Änderungen am Spielfeld und mehr Sitzplätze erforderlich.

Die Finanzmittel lassen aber solch eine Nachrüstung nicht zu und auch der Bedarf an Parkplätzen wäre nicht zu erfüllen, da die entsprechenden Gebiete als Evakuierungsbereiche für den Notfall vorgesehen sind.

Dann schloss der WBSC auch das Kaiseizan-Stadion in Koriyama aus, da es nach Angaben der Organisation ebenfalls nicht den Vorgaben des Weltverbands entspreche. Somit ist lediglich noch das „Green Stadium“ in Iwaki als möglicher Austragungsort denkbar.

Wie Yoshiro Mori vom japanischen Organisationskomitee erklärte, habe das Internationale Olympische Komitee (IOC) grundsätzlich keine besonderen Vorbehalte gegen Austragungsorte in der Präfektur Fukushima.

Allerdings wäre die große Distanz zum Hauptaustragungsort Tokyo und die Befürchtung, den olympischen Athleten könnten hierdurch Kosten erwachsen, Faktoren, die man bei der Planung berücksichtigen müsse.

Baseball und Softball gehen somit zunächst einmal nach Yokohama. Allerdings könnten einige Spiele immer noch in Fukushima ausgetragen werden.

Eine endgültige Entscheidung hat das IOC – auch aufgrund der ausstehenden Beurteilung durch das WBSC – aber immer noch nicht getroffen. Über das Gerangel um die Austragungsorte in Fukushima berichteten Kyodo und Präfekturmedien.

Einige Bürger der Präfektur sehen die Bemühungen um Olympische Wettbewerbe in der Präfektur bereits als gescheitert an und beklagen, dass in diesem Fall eine wichtige Möglichkeit zur Unterstützung des Wiederaufbaus ungenutzt bleiben würde.

Vorstellung von Dekontaminationsrobotern in Naraha

Nach dem Abschluss des Roboter-Wettbewerbs für Jugendliche wurden gestern neue Dekontaminationsroboter in Naraha vorgestellt. An den Projekten arbeiteten mehrere Institutionen zusammen.

Bei der Demonstration waren etwa 500 Personen anwesend. Zu den Neuentwicklungen gehört eine flugfähige Drohne der Kikuchi Co. Ltd., die nach Hotspots, also Bereichen erhöhter Radioaktivität suchen kann.

Weitere Objekte des Interesses waren eine weitere Flugdrohne, sowie ein Roboter mit Raupen, der nicht nur Treppen, sondern auch Trümmer besser überwinden kann. Über die Neuentwicklungen berichteten Präfekturmedien.

 

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