Fukushima aktuell: Vorbereitungen für Robotereinsatz begonnen

Fukushima aktuell: Vorbereitungen für Robotereinsatz begonnen

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Artikelbild - Skorpion-Roboter bei Tests (Foto: Copyright by IRID/Toshiba)
Fukushima-Reaktor 2: Vorbereitungen für Robotereinsatz angelaufen (Symbolfoto: Copyright by IRID/Toshiba)

Der Plan zum Einsatz eines Roboters in Reaktor 2, ist am AKW Fukushima heute erneut von Bedeutung, wird doch der Beginn der Vorbereitungsarbeiten gemeldet. Weitere Fukushima News befassen sich mit einem Wasserleck und auch Arbeitsrechtsverstöße und Energiesparmaßnahmen beschäftigen Japan aktuell.

Die Einzelheiten unserer Meldungen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 2. November 2015.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Dekontamination vor Robotereinsatz begonnen
  • Leck an Hochleistungs-Filteranlage
  • Verstöße bei Dekontaminationsarbeiten halten an
  • Warm Biz Kampagne 2015 angelaufen

Dekontamination vor Robotereinsatz begonnen: TEPCO begann mit den Dekontaminationsarbeiten als Vorbereitung für den geplanten Einsatz eines Roboters im Sicherheitsbehälter von Reaktor 2.

In dem Bereich, von dem der Roboter aus operieren soll, ist das Strahlungsniveau mit Werten von bis zu zehn Sievert pro Stunde lebensgefährlich hoch. Aus diesem Grund sind Schritte zur Reduzierung der Radioaktivität erforderlich.

Hierfür wird unter anderem mit einem Druckreiniger die erreichbaren Oberflächen abgesprüht und das Material aufgesaugt. Die Arbeiten werden sich voraussichtlich über die kommenden anderthalb Monate erstrecken. Das berichten Präfekturmedien.

Leck an Hochleistungs-Filteranlage: Am heutigen Montag entdeckten Beschäftigte des Kraftwerksbetreibers TEPCO bei einem geplanten Filterwechsel gegen 11:21 Uhr ein Wasserleck an einem Ventil.

Das Ventil ist Teil des leistungsstarken Multinuklid-Filtersystems. Das ausgetretene Wasser breitete sich zwar auf einer Fläche von 5 x 10 Metern aus, verblieb jedoch innerhalb der Betonbarriere um die Anlage, so dass es nicht in die Umwelt gelangte.

Nach einem Stopp der Filteranlage endete auch der Austritt an der Leckstelle. Die genauen Umstände werden nach Unternehmensangaben noch untersucht.

Fortschritte bei Dekontamination der Gemeinden: Ein Ende September vorgelegter Bericht der Präfekturverwaltung zum Fortschritt der Dekontaminationsmaßńahmen in 35 Gemeinden, ergab deutliche Fortschritte.

Erfolgreiche Dekontaminationen wurden sowohl bei Privatgebäuden (73,4 Prozent), als auch bei öffentlichen Einrichtungen (86,7 Prozent), sowie Straßen (52,8 Prozent) und landwirtschaftlichen Nutzflächen (84,5 Prozent) festgestellt.

Ausgenommen von der Erhebung waren lediglich Gebiete wie der Landkreis Futaba, in dem die Regierung für die Durchführung verantwortlich ist.

Verstöße bei Dekontaminationsarbeiten halten an: Unternehmen aus der Präfektur Aomori haben offenbar über mehrere Subunternehmen illegal Angestellte in den Dekontaminationsarbeiten der Ortschaft Naraha ( Präf. Fukushima) eingesetzt.

Im Verlauf der Ermittlungen kam es auch zur Festnahme von Verantwortlichen. Im Rahmen des verschachtelten und schwer durchschaubaren Subunternehmen-Modells, waren beispielsweise zustehende Leistungen nicht an die Arbeiter ausgezahlt worden.

Neben dem Standardgehalt, haben die Arbeiter in besonders stark kontaminierten Gebieten auch Anspruch auf eine Gefahrenzulage. In vielen Fällen verschwanden diese Gelder jedoch im Sumpf der unterschiedlichen Arbeitsverhältnisse.

Das Arbeitsministerium erklärte, die Probleme wären auf den Mangel an Arbeitskräften zurückzuführen, so dass Praktiken, wie die illegale Mehrfachbeschäftigung, lukrativ würden. Neben bürokratischen Verbesserungen müssten vor allem mehr unangekündigte Kontrollen vor Ort durchgeführt werden.

Das Problem ist nicht neu und Meldungen über Knebelverträge mit unzulässigen Passagen, die Gefährdung von Arbeitern und die Unterschlagung von Löhnen gibt es immer wieder. Über den jüngsten Fall berichteten Präfekturmedien.

Warm Biz Kampagne 2015 angelaufen: In Japan begann heute die viermonatige „Warm Biz“ Kampagne zur Reduzierung des Stromverbrauchs im Land.

Im Rahmen der seit 11 Jahren stattfindenden Aktion wird die Zimmertemperatur von 23 auf 20 Grad Celsius gesenkt und die Angestellten in Behörden und Unternehmen zum Tragen wärmerer Kleidung angehalten.

Die Warm Biz Kampagne stößt jedoch nicht auf viel Gegenliebe, wie aus einer Umfrage des Umweltministeriums hervorgeht. So hätten im vergangenen Fiskaljahr lediglich 53 Prozent der Befragten erklärt, dass ihre Büros sich an der Aktion beteiligt hätten.

Eine ähnliche Energiespar-Kampagne im Sommer, bei der die Klimaanlagen gedrosselt und das Tragen lockerer Kleidung empfohlen wird, findet jährlich unter dem Namen „Cool Biz“ statt. Nach der Fukushima-Katastrophe war zudem die „Super Cool Biz“ mit weiter gelockerten Vorschriften eingeführt worden.

Über den Beginn der diesjährigen Wintermaßnahme berichtete neben dem Umweltministerium auch die NHK.

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