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Fukushima aktuell: Vorbereitungen zur Brennelementebergung an Reaktor 3

Abgebrannte Brennelemente aus Reaktor 3 sollen weichen

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Fukushima-Reaktor 3: Blick in das Abklingbecken am 16. Oktober 2015 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Blick in das Abklingbecken am 16. Oktober 2015 (Foto: TEPCO)

Der Beginn weiterer Schritte zur künftigen Brennelementebergung wurde in Fukushima heute bekannt gegeben – zugleich künden die aktuellen Fukushima News aber erneut von den Problemen, die eine solche Maßnahme mit sich bringt.

Mit der Räumung des Abklingbeckens von Reaktor 4 im Dezember 2014 hat TEPCO bereits eine Erfolgsgeschichte die man fortsetzen will. Einzelheiten gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 11. Juni 2018.

Unsere heutigen Themen zum Wochenbeginn:

  • Start der Vorbereitungen für Brennelementebergung an Reaktor 3
  • Kaiserpaar besucht Präfektur Fukushima
Start der Vorbereitungen für Brennelementebergung an Reaktor 3

Der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi begann am Samstag mit Arbeiten, die zur Vorbereitung für die künftige Bergung von abgebrannten Brennelementen aus dem Abklingbecken von Reaktor 3 dienen sollen.

Genauere Angaben über die Art der Arbeiten gab es nicht. Zuletzt hatte im Februar eine Drohne im Gebäude von Reaktor 3 bislang unzugängliche Bereiche erforscht.

Ursprünglich war geplant, die Brennelemente in einem gemeinsamen Lagerbecken unterzubringen. Doch da dort bereits etwa 6.500 Brennelemente eingelagert sind und die dortige Auslastung der Lagerkapazität bei 96 Prozent liegt, muss man nun anders vorgehen.

So sollen die bislang im Reaktorgebäude verbliebenen Exemplare zum Teil in ein anderes Becken auf dem Kraftwerksgelände ausgelagert werden. Mit dem Abschluss der jetzigen Arbeiten wird im August gerechnet.

Im Gebäude, dessen Obergeschoss durch die Wasserstoffexplosion im März 2011 stark beschädigt wurde, befinden sich derzeit noch 566 Brennelemente. Mit der Bergung soll noch im Fiskaljahr 2018 begonnen werden.

Über den aktuellen Stand berichteten Präfekturmedien.

Zuvor hatten japanische Medien bereits im Dezember 2016 die Anlieferung von Bauteilen für den Schutzmantel als  „Vorbereitungsarbeiten“ bezeichnet und mit dem Beginn der Bergung im darauf folgenden Fiskaljahr gehofft.

Kaiserpaar besucht Präfektur Fukushima

Bereits die Ankündigung des Besuchs der Präfektur Fukushima durch den Tenno und seine Gemahlin hatte entsprechendes Medieninteresse in Japan geweckt. Umso mehr wurde nun natürlich über die dreigägige Reise berichtet.

Am Sonntag nahm das Kaiserpaar an einer Baumpflanzungszeremonie in Minamisoma teil, nachdem sie zuvor an einem Denkmal im Bezirk Shidoke der dortigen 25 Todesopfer gedacht hatten. Die Bäume sollen einen natürlichen Schutz vor Sturmfluten bieten.

Am heutigen letzten Tag ihres Besuchs zollten sie in der Stadt Soma den Todesopfern der Tohoku-Katastrophen ihren Respekt. Das Kaiserpaar hatte den dortigen Bezirk Haragama, bereits im Juni 2011 besucht, um ihr Mitgefühl zum Ausdruck zu bringen.

Es ist nun sieben Jahre und drei Monate her, seit sich das Großbeben ereignete und der damit verbundene Tsunami große Teile der Küstenregion zerstört hatte, wobei es zahlreiche Todesopfer gab.

Insgesamt kamen über 19.500 Menschen entweder unmittelbar durch die Wirkung der Naturkatastrophe ums Leben, oder sie wurden als „Todesfall mit Katastrophenbezug“ anerkannt. Die Reise stellte jedoch nicht nur eine emotionale Belastung dar.

Wie das kaiserliche Haushofamt mitteilte, wies die Gemahling des Tenno seit Sonntagnacht ein Fieber auf, das jedoch mittlerweile sinkt. Man geht von einer reisebedingten Erschöpfung als Ursache aus.

Über den Besuch berichteten zahlreiche japanische Medien wie Kyodo, Asahi Shimbun, jiji und NHK, sowie natürlich Präfekturmedien.