Start Aktuelles Fukushima aktuell: Wasseraustritt in Reaktor 3 stark radioaktiv

Fukushima aktuell: Wasseraustritt in Reaktor 3 stark radioaktiv

3809
0
TEILEN
Artikelbild - Fukushima-Reaktor 3; Aufnahmen des Wasserlecks am 18. Januar 2014 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3; Aufnahmen des Wasserlecks am 18. Januar 2014 (Foto: TEPCO)

Der Wochenbeginn steht für TEPCO offenbar erneut unter keinem guten Stern. Zunächst wurde ein Leck in einem Reaktorgebäude festgestellt. Dann aus Fukushima heute die Meldung, dass es sich um stark radioaktives Wasser handeln soll. Ein Leck an einer Entsalzungseinheit wird vom Betreiber TEPCO sicher ebenfalls nicht positiv aufgefasst.

Alle Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 20. Januar 2013.

Unsere Themen zu Wochenbeginn:

  • Wasseraustritt in Reaktor 3 stark radioaktiv
  • Kontamination von Angestelltem bei Arbeitspause entdeckt
  • Liste potentieller Zwischenlager für Atommüll bekanntgegeben

Wasseraustritt in Reaktor 3 stark radioaktiv: Am gestrigen Sonntag berichteten wir über die Entdeckung eines Wasserlecks innerhalb von Reaktor 3 durch einen Räumungsroboter, der die Aufnahmen zufällig machte.Wie TEPCO meldete, fließt das Wasser offenbar in das Kellergeschoss und gelangt nicht nach draußen.

Nachdem TEPCO zunächst auch Regenwasser in Erwägung gezogen hatte, änderte das Unternehmen später seine Einschätzung.

Wie ein Vertreter des Kraftwerksbetreibers bekannt gab, scheint es sehr wahrscheinlich, dass es sich um Wasser handelt, dass zur Kühlung der Brennelemente des Reaktors eingespeist wurde und nicht um Regenwasser oder unbelastetes Kühlwasser vor der Einpumpung.

Grundlage für diese neue Einschätzung sind Wasserproben, die durch einen Roboter im stark radioaktiv belasteten Bereich entnommen wurden. Mit einer Cäsiumbelastung von 2,4 Millionen Becquerel pro Liter und Betastrahlungswerten inkl. Strontium von 24 Millionen Becquerel pro Liter, wird das Wasser als stark radioaktiv eingestuft.

Möglicherweise stamme das Wasser aus einem Bereich, in dem Rohre mit dem primären Sicherheitsbehälter verbunden sind.

Das untersuchte Wasser unterscheidet sich auch mit einer Temperatur von etwa 20 Grad Celsius deutlich von Wasser, dass vor der Einspeisung in den Reaktor geleckt wäre, als auch von einfachem Regenwasser. Neben TEPCO berichtete auch Kyodo und Asahi Shimbun über die aktuellen Erkenntnisse.

Kontamination von Angestelltem bei Arbeitspause entdeckt: Gegen 00:30 Uhr machten Angestellte, die während ihrer Arbeit in Reaktor 2 eine großen Atemmaske tragen mussten, eine Pause und verbrachten diese im dafür vorgesehenen Pausenbereich.

Im Rahmen einer Kontaminationkontrolle wurde bei den Angestellten, im Mundbereich und an den Wangen eine radioaktive Belastung entdeckt. Eine Dekontamination der betroffenen Kraftwerksarbeiter wurde umgehend eingeleitet.

Leck an mobiler Entsalzungsanlage von Reaktor 4: Bereits am gestrigen Sonntag ertönte gegen 19:00 Uhr ein Alarm, der auf ein Leck an einer mobilen Entsalzungseinheit hinwies. Diese Einheit ist Teil des alternativen Kühlsystems des Abklingbeckens von Reaktor 4.

Nach dem Alarm wurde die Einheit abgeschaltet und vom Kühlsystem abgetrennt. Eine anschließende Untersuchung ergab an zwei Stellen Wasserlachen von etwa 1m x 1m und 0,3 x 0,3 Metern. Insgesamt waren schätzungsweise 3,1 Liter ausgetreten. Gegen 22:50 Uhr wurde dann ein Leck an einer Hochdruckpumpe mit einem Wasseraustritt von einem Tropfen alle sieben Sekunden festgestellt.

In keinem Fall drang das Wasser in die Umwelt und auch die Daten des Abklingbeckens wiesen keine Besonderheiten auf. Am heutigen Montag wurde dann gemeldet, das um 19:00 Uhr der Wasseraustritt an der mobilen Entsalzungsanlage erfolgreich gestoppt werden konnte. Die ausgetretene Gesamtmenge wird nun auf 7,7 Liter geschätzt.

Eine Kontrolle des heraustropfenden Wassers der Hochdruckpumpe ergab folgende Werte:

  • Cäsium-134: 2.2 × 10 ^ 3 Becquerel pro Liter
  • Cäsium-137: 8,1 × 10 ^ 3 Becquerel pro Liter
  • Kobalt 60: 6,6 × 10 ^ 3 Becquerel pro Liter
  • Mangan 54: 4,3 × 10 ^ 2 Becquerel pro Liter
  • Gammastrahlung (gesamt): : 1.7 × 10 ^ 4 Bq / L

Letzten Angaben vom heutigen Tag zufolge belaufe sich die Gesamtbelastung auf  1,3 × 10 ^ 5 Becquerel.

Liste potentieller Zwischenlager für Atommüll bekanntgegeben: Japans Umweltministerium gab bei einem Treffen von Bürgermeistern der Präfektur Miyagi die drei Wunschkandidaten für Zwischenlager bekannt, in denen radioaktiv belastetes Dekontaminationsmaterial eingelagert werden soll. Alle befinden sich in der Präfektur Miyagi.

Die Auswahl der potentiellen Lager sei nach mehreren Sicherheitskriterien erfolgt – neben Umweltfragen seien auch die Entfernung zu Trinkwasserquellen und Wohngebieten berücksichtigt worden. Um die Gefährdung durch Erdbeben zu minimieren, werde man noch geologische Untersuchungen durchführen.

Die Suche nach Zwischenlagern ist eines der größten Hindernisse bei der Dekontamination der Region Tohoku. So hatte etwa 2012 die Auswahl von zwei möglichen Standorten durch die Regierung ohne die Einbeziehung der örtlichen Verwaltungen erfolgt. Miyagi ist somit die erste Präfektur, bei deren Auswahl die Bürgermeister einbezogen wurden.

Bis die tatsächliche Errichtung eines Lagers in Miyagi, sowie die Arbeiten in vier weiteren Präfekturen der Region beginnen, dürfte noch einige Zeit ins Land gehen. Die Anlage in Miyagi soll radioaktiv belastetes Erdreich und Asche einlagern, deren Belastung bei über 8.000 Becquerel an Cäsium pro Kilogramm liegt. Das berichtete die NHK.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here