Fukushima aktuell: Wasserfilter in Reaktor 5 beschäftigt TEPCO

Fukushima aktuell: Wasserfilter in Reaktor 5 beschäftigt TEPCO

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 5: Reinigungsvorrichtung auf Brennelementen am 22. Februar 2016 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 5: Reinigungsvorrichtung auf Brennelementen am 22. Februar 2016 (Foto: TEPCO)

TEPCO meldet vom AKW Fukushima heute einen Zwischenfall in einem Abklingbecken. Gleichzeitig hadert das Unternehmen mit Konzepten für den Eiswall. Währenddessen plant die Präfektur die Einlagerung von Dekontaminationsabfällen.

Diese und weitere Fukushima News gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 22. Februar 2016.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Positionsänderung von Wasserfilter im Reaktor-Abklingbecken
  • Schrittweises Vorgehen am Eiswall erläutert
  • Virtual Reality Training für AKW-Arbeiter ab April
  • Einlagerung in Zwischenlager für Herbst 2017 geplant
  • Werbeveranstaltung für Tohoku-Produkte in Südkorea abgesagt

Positionsänderung von Wasserfilter im Reaktor-Abklingbecken: Am heutigen Montag entdeckten vier TEPCO-Angestellte bei Arbeiten in Reaktor 5, dass ein Wasserfilter im Abklingbecken eine ungeplante Richtung einschlug.

Statt in der Nähe des Bodens, wo sie sonst platziert wird, fand sich die Vorrichtung nun auf der Halterung der abgebrannten Brennelemente.

Das etwa 130 Kilogramm schwere Gerät richtete keinen sichtbaren Schaden an und es wurden keine Auffälligkeiten der Strahlungswerte festgestellt. Dennoch wolle man den Fund genauer untersuchen um Schäden an den Brennelementen auszuschließen.

Über die Entdeckung berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Schrittweises Vorgehen am Eiswall erläutert: Am vergangenen Freitag ermöglichte TEPCO einen Blick in die zentrale Einrichtung des Eiswall-Projekts. Dort warten Kühleinheiten und Rohre auf ihren Einsatz.

Im kommenden Monat will das Unternehmen mit der Bodenfrostung  des 690 Meter langen Teilstücks auf der Küstenseite beginnen – ein Vorgang der etwa zweieinhalb Monate in Anspruch nehmen wird.

Die NRA lehnt eine vollständige Inbetriebnahme des Eiswalls derzeit noch aus Sicherheitsbedenken ab. TEPCO will seinen Plan diesen Vorbehalten anpassen und erklärte das weitere Vorgehen aus Sicht des Unternehmens.

Sofern bei der Schaffung des Eiswalls auf der Küstenseite keine Störungen auftreten, will man auch die Passage von 860 Metern, die der Berghangseite zugewandt ist gefrieren, dabei jedoch an sieben Stellen keine Kühlung einsetzen.

Dadurch wird der Austausch mit dem Grundwasser nicht gänzlich unterbrochen, so dass nach Angaben des Unternehmens keine vorzeitige Aufstauung eintreten soll.

Unter anhaltender Kontrolle des Grundwasserpegels in den Untergeschossen der Reaktorgebäude sollen dann auch  diese letzten offenen Teilstücke gefroren und der Eiswall gänzlich geschlossen werden.

Was in der Theorie methodisch ausgeklügelt klingt, weist jedoch noch Schwachstellen auf. So wäre etwa nicht ausgeschlossen, dass an den sieben Passagen eine schnellere Gefrierung eintritt als gedacht.

Welche Methode dann in diesem Fall Anwendung finden soll, um ein Aufstauen des Wassers unterhalb des AKW-Geländes zu verhindern und das Überlaufen aus den Kellern effektiv zu bekämpfen, gab das Unternehmen bislang nicht bekannt.

Über die aktuellen Informationen zum Eiswallprojekt berichteten Asahi Shimbun und Präfekturmedien am Wochenende.

Virtual Reality Training für AKW-Arbeiter ab April: Geht es nach dem Willen der Verantwortlichen, so sollen bereits im April erste Kraftwerksarbeiter in einem dreidimensionalen virtuellen Modell eines Reaktors ihre Einsätze üben können.

Die Vorrichtung befindet sich in einer Forschungseinrichtung in Naraha und untersteht der Japanischen Atomenergiebehörde JAEA.

Die Kombination aus einem 3,6 Meter hohen Bildschirm und speziellen Brillen sollen einen realistischen Gang durch den simulierten Reaktor ermöglichen. Hierfür wurden Originalpläne und Aufnahmen der Roboterkameras von TEPCO genutzt.

In der virtuellen Umgebung können nicht nur Treppenstufen gestiegen und die räumlichen Verhältnisse erfahren werden – dem Nutzer werden sowohl Zeitraum als auch die errechnete Strahlungsdosis, der man ausgesetzt  wäre, angezeigt.

Auf diese Weise ist es den AKW-Beschäftigten möglich, Arbeitsabläufe zu optimieren und so die Strahlungsbelastung zu verringern. Durch die Vertrautheit mit den Verhältnissen soll zudem Fehlverhalten verhindert werden. Über die Einzelheiten der technischen Trainingseinheit berichtete die Mainichi Shimbun.

Einlagerung in Zwischenlager für Herbst 2017 geplant: Wie am vergangenen Freitag bekannt wurde, plant die Regierung die teilweise Inbetriebnahme der Zwischenlager der Präfektur Fukushima im Oktober kommenden Jahres.

Ein entsprechender Zeitplan wurde den Verantwortlichen der Gemeinden Futaba und Okuma, auf deren Gebiet die Zwischenlagerung kontaminierter Abfalle erfolgen soll, noch am selben Tag vorgelegt. Hindernisse bestehen jedoch weiterhin.

So sind bislang lediglich 15 Hektar der benötigten Gesamtfläche von 1.600 Hektar vertraglich gesichert. Bis Juli soll zumindest eine Steigerung auf 21 Hektar erfolgen. Der Erwerb oder Pacht der Grundstücke erweist sich bei 2.400 Eigentümern als zeitaufwändig.

Ein genauerer Plan über das Vorgehen soll Ende kommenden Monats bekannt gegeben werden. Das berichtete die jiji.

Werbeveranstaltung für Tohoku-Produkte in Südkorea abgesagt: Eine für das Wochenende geplante Veranstaltung für die Bewerbung lokaler Produkte der Präfekturen Fukushima und Miyagi, musste aufgrund einer verweigerten Genehmigung abgesagt werden.

Ein Bezirk in Südkoreas Hauptstadt Seoul lehnte die Genehmigung für das zweitägige Event ab, dass vom japanischen Außenministerium mitfinanziert worden war und die Unbedenklichkeit der Lebensmittel vermitteln sollte.

Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga erklärte am heutigen Montag, man bedauere die Entscheidung, da es ein besonderes Anliegen gewesen sei, Lebensmittelsicherheit und Wiedererstarken der Region Tohoku zu präsentieren.

Auch Masao Uchibori, Gouverneur der Präfektur Fukushima zeigt sich enttäuscht über die Entscheidung. Über die Absage aus Seoul und die Reaktion aus Japan berichteten Kyodo und NHK.

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