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Fukushima aktuell: Wasserleck an Adsorptionsturm

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Artikelbild: Offizielles Foto des AKW Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
Das AKW Fukushima Daiichi: (Foto: TEPCO)

Die vom AKW Fukushima heute gemeldeten Fukushima News mögen zwar nicht so dramatisch wirken, wie die Ereignisse vom Montag, jedoch zeigen auch die aus Japan aktuell gemeldeten Berichte, dass Normalität am AKW nicht selbstverständlich ist.

Dass TEPCO bei Erdbeben-Kalkulationen daneben lag, muten dagegen fast schon trivial an. Diese und weitere Meldungen gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 6. Dezember 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Wasserleck an Adsorptionsturm
  • November-Nachbeben offenbar auf aktive Verwerfung zurückzuführen
  • Fukushima-Gouverneur setzt auf Strahlungsaufklärung gegen Mobbing
Wasserleck an Adsorptionsturm

Am heutigen Dienstag kam es gegen 6:43 Uhr am AKW Fukushima Daiichi, der auf ein Wasserleck an einem Adsorptionsturm hinwies. Dieser reinigt Wasser aus den so genannten „sub drains“ – Grundwasserbrunnen, die nun zur Ableitung von Wasser dienen.

Eine Kontrolle durch Angestellte wies tatsächlich heraustropfendes Wasser an der Zuflussleitung. Gegen 7:28 Uhr sei kein Wasseraustritt mehr feststellbar gewesen. Man führe weitere Untersuchungen durch.

Weiteren TEPCO-Angaben zufolge sind 20 Liter Wasser ausgetreten. Sie verbreiteten sich auf einer Fläche von 5m x 2m. Das Wasser sei nicht in die Umwelt gelangt und sei mittlerweile entfernt worden.

Als Reaktion auf das Wasserleck wechselte das Unternehmen eine flexible Metallleitung mit Verbindung zur Zuflussleitung 5B aus. Anschließend durchgeführte Kontrollen an der Zuflussleitung 1B wiesen dort Feuchtigkeit am Isolationsmaterial nach.

Obwohl in diesem zweiten Fall offiziell noch kein Leck vorliegt, entschied sich TEPCO aus Sicherheitsgründen auch hier die flexible Leitung zu ersetzen. Nach diesen Maßnahmen wurde die Anlage gegen 17:07 Uhr wieder in Betrieb genommen.

Nach offiziellen Angaben sind seit den Arbeiten keine Auffälligkeiten mehr nachgewiesen worden. Das berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

November-Nachbeben offenbar auf aktive Verwerfung zurückzuführen

Mit Professor Shinji Toda kommt ein Seismologe der Tohoku University zu dem Schluss, dass das schwere Nachbeben der Tohoku-Katastrophe auf die Aktivität einer Verwerfung in mehr als 50 Kilometern vor der Küste zurückzuführen ist.

Damit widerspricht er Einschätzungen des Kraftwerksbetreibers TEPCO aus dem Jahr 2014, die von zwei kleineren Verwerfungen von jeweils 20 Kilometern Länge und einer maximalen Magnitude von 7,1 ausgehen.

Professor Toda ist  davon überzeugt, dass die Ursache für das Erdbeben vom 22. November in einem etwa 30 Kilometer langer Teilabschnitt der geologischen Formation liegt. Die Verwerfung verläuft von Nordosten nach Südwesten.

Nach seiner Einschätzung könnte eine Bewegung der gesamten Verwerfung ein schwereres Erdbeben mit einer möglichen Magnitude von 7,7 auslösen.

Zu diesen Schlüssen kommt der Wissenschaftler nach Auswertung von Daten des Meeresbodens und den Orten, an denen sich die kleineren Nachbeben ereigneten.

Aus diesem Grund sei es notwendig, dass TEPCO seine Analysen verbessere, da das November-Erdbeben mit einer Magnitude von 7,4 die Schätzungen des Unternehmens überschritt.

Der Elektrizitätsanbieter erklärte, man werde die Schätzungen anpassen, falls sich dies als erforderlich herausstellen sollte. Darüber berichtete die NHK.

Fukushima-Gouverneur setzt auf Strahlungsaufklärung gegen Mobbing

Masao Uchibori, Gouverneur der Präfektur Fukushima, sieht die Unkenntnis über die genauen Wirkungsmechanismen von Radioaktivität als eine der Ursachen für das Mobbing von Evakuierten aus der Präfektur an.

Berichte über Hänseleien, körperliche Angriffe und Erpressung von Schülern, deren Familien aufgrund der AKW-Krise aus Fukushima geflohen waren, hatten in der jüngsten Vergangenheit für Aufsehen gesorgt.

Als Maßnahme wurden an 16.000 evakuierte Haushalte nun Flyer mit Kontaktinformationen zu Opferberatungsstellen verteilt, damit sich Betroffene dort Hilfe holen können.

Doch Uchibori geht dies nicht weit genug und fordert von der Regierung eine erneute Überprüfung, ob die Art und Weise, auf die Wissen über Strahlungseffekte vermittelt werden, angemessen sind. Er wünscht sich eine landesweite Informationskampage.

Über dieses Engagement berichteten Präfekturmedien.

 

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