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Fukushima aktuell: Wasserleck wies hohe Radioaktivität auf

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Artikelbild: Kontrollgang in einem Lagertankbereich (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Lagertanks mit Tritiumabwässern sollen verschwinden (Symbolfoto: Copyright by TEPCO)

Dass aus einer scheinbaren Mücke ganz von selbst ein Elefant werden kann, zeigen aktualisierte Meldungen vom AKW Fukushima heute ganz deutlich – erwiesen sich doch die Hintergründe einer gestrigen Fukushima News als äußerst interessant.

Weitere aktuelle Meldungen betreffen die Strahlungsbelastung der AKW-Arbeiter, Entschädigungsbürokratie und Meinungsmache. Die jeweiligen Einzelheiten gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 27. Dezember 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Wasserleck wies hohe Radioaktivität auf und stammte aus unsicherem Tank
  • Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter
  • Neue Entschädigungsregelung für Rufschäden ab 2019 geplant
  • Neue Hinweise auf Manipulation bei Endlager-Diskussionsrunden
Wasserleck wies hohe Radioaktivität auf und stammte aus unsicherem Tank

Die immer wiederkehrenden kleineren Wasserlecks auf dem Gelände des AKW Fukushima Daiichi scheinen oft nicht der Meldung Wert – sei es, dass es sich um Regenwasser handelt, oder es nicht zur Kontamination der Umwelt kam.

Auch gestern berichteten wir über ein Wasserleck im Lagertankbereich G3. Wie später bekannt wurde, hat dieser Zwischenfall zumindest einige interessante Aspekte, die über eine Standardmeldung hinausgehen.

Zum Einen war die Konzentration an radioaktivem Material in den sieben Litern Wasser sehr hoch – man spricht von 48 Millionen Becquerel an so genannten Betastrahlern. Zu dieser Gruppe gehört auch Strontium, das nur sehr schwierig gefiltert werden kann.

Zum Anderen war der Ausgangspunkt des Wassertransfers einer der alten Bolzentanks, die sich in der Vergangenheit als unsicher erwiesen hatten und durch verschweißte Exemplare ersetzt werden sollen.

Auch wenn in diesem Fall das Leck auftrat, als die Verbindungsleitung getrennt wurde und bei der Reinigung offenbar gestautes Restwasser auslief und nicht die Bauart des Tanks entscheidend war, zeigt dies, dass die Behälter trotz aller Bemühungen immer noch in Verwendung sind.

Über die zusätzlichen Informationen zum Leckfund, bei dem jedoch kein Wasser in die Umwelt gelangt sein soll, berichteten Präfekturmedien.

Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter

Am heutigen Mittwoch übermittelte der Kraftwerksbetreiber TEPCO die aktuellen Angaben zur Zahl der Beschäftigten an der Anlage, sowie zur Höhe der Strahlungsdosis an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales (MHLW) für den November 2017.

Die maximale Strahlungsbelastung der Angestellten lag im November bei 9,72 Millisievert. Im Bezug auf die inkorporierte Strahlenbelastung wurden bei den Angestellten keine signifikanten Werte festgestellt.

Angaben zur Zahl der neu Beschäftigten machte das Unternehmen nicht.

Der nächste Bericht, der sich mit den Strahlungsdaten mit Stand von Ende Dezember 2017 befassen wird, soll gegen Ende Januar 2018 eingereicht werden.

Neue Entschädigungsregelung für Rufschäden ab 2019 geplant

Im Rahmen eines neuen Entschädigungsplans will TEPCO als Betreiber des AKW Fukushima Daiichi, ab Januar 2019 neue Richtlinien zur Entschädigung von finanziellen Nachteilen in Forst- und Landwirtschaft zur Anwendung bringen.

Dabei sollen die Einnahmen und Umsatzeinbußen für Betriebe außerhalb der Evakuierungsgebiete für drei Monate summiert und die Differenz zwischen beiden ausgeglichen werden.

Damit kommt das Unternehmen anscheinend Forderungen der Vereinigung der Landwirtschaftskooperativen (JA Group) nach. Die Entscheidung wurde gestern bekannt gegeben. Auch in der Präfekturverwaltung wird der Plan grundsätzlich unterstützt.

Der Ausgleich der Differenz sei sinnvoller als Pauschalbeträge, so offenbar der Grundgedanke hinter dem neuen Konzept.

Da noch keine Berechnungen zum Einfluss der Änderung für Betriebe gemacht wurden, könnte die Neuregelung aber von Fall zu Fall auch zu einer Verringerung der Entschädigungsleistungen im Vergleich zur Pauschale führen.

Einzelheiten, wie etwa die Ermittlung der Preisverhältnisse vor der AKW-Krise und die Art der monatlichen Zahlung sollen im neuen Jahr geklärt werden. Das berichteten Präfekturmedien.

Neue Hinweise auf Manipulation bei Endlager-Diskussionsrunden

Nachdem im November der erste  Manipulationsverdacht bei der Teilnahme von Veranstaltungen zum Thema Endlagerung von Atommüll aufgekommen war, was sogar zu einer Entschuldigung der Veranstalter führte, gibt es nun neue Informationen.

Nach einer Untersuchung wurde nun festgestellt, das mindestens 79 Personen an der gezielten Mobilisierung von Teilnehmern beteiligt waren. In zwei Fällen sollen dabei 5.000 Yen pro Person gezahlt worden sein.

Die Untersuchungsergebnisse und damit verbundenen Verdachtsfälle widersprechen den Schilderungen der Veranstalter. Diese hatten im November versichert, keine Barzahlungen geleistet zu haben. Frühere Zahlungen wurden jedoch eingeräumt.

Der Veranstalter schiebt die Schuld einem Marketing-Unternehmen zu, dass mit weiterer Werbung beauftragt worden war. Spätestens seit Juli 2016 hätte man dort die Finanzpraxis gekannt. Über die neuen Entdeckungen berichteten Präfekturmedien.

Fukushima-Kalender 2018 mit neuen Motiven

Wie in den Jahren zuvor, hat das „This is Fukushima“-Projekt einen Kalender herausgebracht, dessen Motive ein lebendiges Bild der Präfektur zeichnen, anstatt  Sperrgebiete und Geisterstädte zu porträtieren.

Spreadnews.de hat noch einige der limitierten Exemplare sicher können und bietet sie aufmerksamen Lesern an.  Eine E-Mail mit dem Betreff „Fukushima-Kalender 2018“ an jp@spreadnews.de und der Anschrift des Empfängers genügt.

Die Daten werden nur für den Versand benötigt, nicht an Dritte weitergegeben und nach Versand gelöscht. Teilnahmeberechtigt sind Personen über 18 Jahren, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben. Barauszahlung, oder Auslandsversand sind nicht möglich. Angebot nur so lange der Vorrat reicht.