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Fukushima aktuell: Wasserspur an Verbindungsstück eines Lagertanks

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Artikelbild: Tropfstelle an Lagertank im Bereich H5 am 10. November 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Tropfstelle an Lagertank im Bereich H5 am 10. November 2013 (Foto: TEPCO)

Ein mögliches Leck an einem Lagertank der Anlage, Überarbeitung von Gesundheitskontrollen und alternative Energien sind nur drei der Themen, die nach den Katastrophe von Fukushima heute von Interesse sind. Weitere Fukushima News befassen sich mit dem fragwürdigen Verhalten der Atomaufsicht.

Über Cyberangriffe auf japanische Atomkraftgegner berichten wir im „Technik“-Teil unserer Webseite. Die anderen Meldungen im Detail gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 11. November 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Wasserspur an Verbindungsstück eines Lagertanks
  • Experten fordern andere Strahlungsmessung bei Evakuierten
  • NRA-Führung lehnte Fukushima-Bürgergespräche über Strahlungsbelastung ab
  • Überarbeitung von Gesundheitskontrollen nach Fukushima-Krise
  • Testbetrieb von Fukushima-Windpark vor Küste gestartet

Wasserspur an Verbindungsstück eines Lagertanks: Bei einem Kontrollgang am gestrigen Sonntag wurde am Tank Nr. 4 im Bereich H5-D eine Wasserspur am Verbindungsstück zwischen der ersten Stahlplatte und jener darüber festgestellt.

AKW Fukushima: Nahaufnahme der Lagertank-Tropfstelle im Bereich H5 am 10. November 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Nahaufnahme der Lagertank-Tropfstelle im Bereich H5 am 10. November 2013 (Foto: TEPCO)

Bei einer visuellen Kontrolle wurden im entsprechenden Bereich des Lagertanks weder ein Leck, noch Verformungen, oder sonstige Auffälligkeiten nachgewiesen.

Auch ein Absinken des Wasserstands im Inneren des Behälters konnte nicht nachgewiesen werden. Allerdings wurden dabei erhöhte Strahlungswerte festgestellt. Die dann durchgeführten Messungen erfolgten dabei aus einem Abstand von fünf Zentimetern zur Oberfläche:

Bereich H5-D Tank Nr. 4 (Südosten)

  • Betastrahlung; 29,8 Millisievert pro Stunde
  • Gammastrahlung: 0,2 Millisievert pro Stunde

Zusätzlich wurden die Strahlungsergebnisse der Wasserproben an den Betonbarrieren bekannt gegeben. Diese liegen um die Tankgruppen herum, um im Fall eines Lecks die weitere Ausbreitung zu verhindern.

Demnach lagen sowohl gestern, als auch heute, sowohl Cäsium-134 als auch Cäsium-137 unterhalb des Nachweiswerts. Eine vereinfachte Strontiummessung ergab gestern 310 Becquerel pro Liter. Am heutigen Montag wurden dann 400 Becquerel pro Liter nachgewiesen.

Experten fordern andere Strahlungsmessung bei Evakuierten: Ein Ausschuss der Atomaufsichtsbehörde NRA drängt die Regierung auf eine Änderung bei der Messung von Strahlungsbelastungen bei Evakuierten nach deren Rückkehr.

Dosimeter (Foto: TEPCO)
Fukushima-Einwohner: Überarbeitung der Strahlungsmessung gefordert (Foto: TEPCO)

Der gebilligte Vorschlagentwurf sieht vor, dass eine Rückkehr in die früheren Wohnorte nur dann zulässig ist, wenn die Jahresbelastung in den Gemeinden unter 20 Millisievert liegt. Langfristig solle das Ziel sein, die jährliche Strahlungsbelastung auf einen Millisievert oder darunter zu senken.

Die Experten rufen bei der Erfassung dieser Daten nun zu Änderung auf.

Anstatt wie bislang die voraussichtliche Belastung für eine Person aufgrund des Strahlungsniveaus der Umgebung zu schätzen, sollten vielmehr Personen mit Dosimetern ausgestattet werden, um die Strahlungsbelastung realistischer ermitteln zu können.

Die durch Dosimeter erfassten Werte betragen in der Regel ein Drittel bis ein Siebtel der Werte, die durch die Erfassung der Umgebungsdaten berechnet werden. Durch Kombination der allgemeinen Strahlungskarten mit Dosimeterdaten könnten auch Dekontaminationsmaßnahmen effektiver geplant werden.

Damit die erfassten Daten noch vor Ort entsprechend beurteilt und gegebenfals geeignete Maßnahmen getroffen werden können, fordern die Experten für jede Gemeinde zudem die Ernennung von geschulten Behördenvertretern und Pflegepersonal als Strahlungsberater. Die NRA wird die Anträge und Vorschläge zusammenstellen und der Regierung vorlegen. Das berichtet die NHK.

NRA-Führung lehnte Fukushima-Bürgergespräche über Strahlungsbelastung ab: Shunichi Tanaka, Vorsitzender der Atomaufsichtsbehörde, hatte mit seiner Entscheidung künftig Gespräche nur noch mit Vertretern von kooperativen örtlichen Behörden und nicht mehr mit Bürgern zu führen, massive Kritik auf sich gezogen. Dies wurde jetzt bekannt.

Außenansicht von Übergangshäusern (Foto: Copyright by Andreas Teichert/DTRG e.V.)
NRA-Präsident lehnte Befragung evakuierter Bürger ab (Symbolfoto: Copyright by Andreas Teichert/DTRG e.V.)

Auch ein im August gegründeter Untersuchungsausschuss, der sich mit der Einschätzung von Regierungsmaßnahmen zur Senkung der Strahlungsbelastung der Einwohner befasst, kritisierte diese Äußerungen stark und erklärte, sie laufe der Funktion der NRA als eine transparente und neutralen Instanz zuwider.

Ein im August gegründeter Untersuchungsausschuss, der sich mit der Einschätzung von Regierungsmaßnahmen zur Senkung der Strahlungsbelastung der Einwohner befasst, wollte Gespräche mit Evakuierten führen, die sich mit der Bereitschaft zur Rückkehr befassen.

Eine Befragung durch die Behörde für Wiederaufbau hatte ergeben, das 90 Prozent keine Absicht hätten zurückzukehren. Da die NRA-Experten der Ansicht waren, entsprechende Maßnahmen anderer Behörden könnten unzureichend gewesen sein, wollte man sich selbst einen Eindruck verschaffen.

Obwohl entsprechende Vorbereitungen bereits getroffen waren, lehnte NRA-Vorsitzender Shunichi Tanaka das Anliegen ab. Stattdessen erklärte er, würden die Verwaltungen in der Präfektur Fukushima geeignete Beurteilungen treffen können. Dabei bezog er sich vor allem auf die Bürgermeister von Date und Iitate, die sich bereits zuvor für eine Rückkehr ausgesprochen hatten.

Tanaka fürchtete offenbar, da viele einstige Einwohner lieber an anderen Orten leben wollten, würde dies eine Beurteilung durch den Ausschuss verzögern. Nach Auswertung der nun erfolgten Einschätzung will der Ausschuss eine Reihe von Empfehlungen aussprechen – die dann jedoch vermutlich nicht die Ansichten der Evakuierten wiedergeben werden.

Die Mitglieder des Ausschusses selbst kritisierten die Anordnung von Tanaka. Dieses tendenziöse Vorgehen widerspreche der Aufgabe der Atomaufsichtsbehörde als neutrale Instanz.

Die Mainichi Shimbun, der dieser Umstand bekannt wurde erklärte, NRA-Chef Tanaka sei auch auf Anfrage nicht für ein Gespräch mit der Zeitung bereit gewesen.

Überarbeitung von Gesundheitskontrollen nach Fukushima-Krise: Ein Team aus 17 Spezialisten auf den Gebieten der Medizin und Radiologie, sowie weiteren Fachbereichen traf sich am heutigen Montag zu einem ersten Treffen, um die Überarbeitung von Gesundheitskontrollen und medizinischer Unterstützung in Fukushima und anderen betroffenen Gebieten zu diskutieren.

Japanischer Krankenwagen (Symbolbild: pd)
Beratungen um Kontrolle von Strahlungsfolgen (Foto: symbolisch pd)

Dabei geht es vornehmlich um Schwangere und Kinder, die im Bereich so genannter „Hot Spots“ leben, in denen die Strahlungswerte höher sind, als die Umgebungsradioaktivität.

Die vom Umweltministerium einberufene Expertengruppe wurde geschaffen, nachdem die Regierung im Oktober den ersten Entwurf eines Plan zur Unterstützung der Betroffenen, genehmigt hatte. Nach diesem ersten Treffen sollen weitere Folgen, um bis zum kommenden Sommer die Überlegungen zu konkretisieren und einen Bericht vorlegen zu können.

Unter anderem ist die Festlegung von wissenschaftlichen Richtlinien erforderlich, anhand deren Berücksichtigung eine Einschätzung darüber möglich ist, welches Ausmaß an Strahlungsbelastung einer medizinischen Behandlung bedarf. Auch die Möglichkeiten, eine Langzeitkontrolle der Gesundheitsfolgen durchführen zu können, waren bereits jetzt Thema.

Der Expertenausschuss unter Leitung von Prof. em. Shigenobu Nagataki will sich nun einmal monatlich treffen und unter anderem auch die Ergebnisse der Strahlungsbelastungskontrollen,  die von der Präfekturleitung Fukushima durchgeführt wurden, auswerten.

Shinji Inoue, stellvertretender Umweltminister erklärte, die Besorgnis vieler Menschen über die gesundheitlichen Folgen mache eine medizinische Bewertung erforderlich. Hierüber berichteten jiji und NHK.

Testbetrieb von Fukushima-Windpark vor Küste gestartet: Am heutigen Montag wurde ein Offshore-Windpark vor der Küste der Präfektur Fukushima feierlich eingeweiht. Anlässlich des ersten Testlaufs der Windkraftanlagen, die sich 20 Kilometer vor der Ortschaft Naraha befinden, fand eine Zeremonie im Hafen der Stadt Iwaki statt.

Die jetzt angelaufene Windturbine verfügt über eine Leistung von 2.000 Kilowatt. Über ein Unterseekabel werden dann 600 Haushalte mit Elektrizität versorgt. Im kommenden Fiskaljahr sollen zwei weitere Turbinen in Betrieb genommen werden. Anhand dieser Testläufe will die Regierung zunächst die möglichen Auswirkung auf die Fischereiindustrie beobachten.

Die Leitung der örtlichen Fischereikooperative hatte bereits erklärt, die im Meeresboden verankerten Windräder würden den dort vorherrschend genutzten Fischfang mit Schleppnetzen behindern. Der Vorsitzende der Kooperative, Hiroyuki Sato erklärte, das Industrieministerium müsse eine Lösung finden, bevor der Windpark gänzlich in Betrieb gehe.

Über den Beginn des Testlaufs berichteten jiji und NHK.

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