Start Aktuelles Fukushima aktuell: Wasserzufluss in AKW-Gebäuden stark gestiegen

Fukushima aktuell: Wasserzufluss in AKW-Gebäuden stark gestiegen

Menge von radioaktivem Wasser im Oktober erheblich angestiegen

1466
0
TEILEN
Artikelbild - AKW Fukushima: Regenwasser-Einfluss ins Turbinengebäude von Reaktor 6 am 21. September 2011 (Foto: Copyright by TEPCO)
AKW Fukushima: Einströmendes Regenwasser in Keller des Turbinengebäudes Reaktor 6 am 21. September 2011 (Foto: TEPCO)

Obwohl der Eiswall eine Zunahme radioaktiver Abwässer verhindern soll, gibt es vom AKW Fukushima heute eine Meldung darüber, dass die Naturkräfte dort nach wie vor Probleme bereiten. Weitere Fukushima News befassen sich mit der Gesundheit der Bevölkerung.

Die Hintergründe gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 16. November 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Massive Zunahme an Grundwasserzufluss in AKW-Gebäuden
  • Diabetes großes Gesundheitsproblem seit Evakuierungen
Massive Zunahme an Grundwasserzufluss in AKW-Gebäuden

Wie am heutigen Donnerstag bekannt wurde, ist die Menge an Grundwasser, das in die Untergeschosse von Gebäuden auf dem Gelände des AKW Fukushima Daiichi dringt, aufgrund des Taifuns im Oktober deutlich gestiegen.

Man geht davon aus, dass aufgrund der schweren Regenfälle, die im Zuge des Taifuns im vergangenen Monat aufgetreten waren, fast 10.000 Tonnen zusätzliches Wasser hinzukamen.

Das wurde  im Rahmen eines örtlichen Koordinationstreffens zur Bewältigung von Abfällen und radioaktiven Abwässern bekannt gegeben, das vom Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) heute veranstaltet wurde.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass dieses Regenwasser in die Untergeschosse floß und sich dort mit dem angesammelten, stark kontaminierten Abwasser gemischt hat, was noch mehr radioaktive Abwasser generiert, die abgepumpt und eingelagert werden müssen.

Kraftwerksbetreiber TEPCO versucht zu beruhigen und versichert, da es sich nur um eine zeitweise Zunahme handele, sei die Lagerkapazität der vorhandenen Tanks auf dem Gelände nicht gefährdet.

Wie das Unternehmen jedoch einräumen musste, war die tägliche Menge im Laufe des Jahres von maximal 100 Tonnen im Oktober auf 310 Tonnen angestiegen.

Eine Gefahr für den regulären Betrieb lässt sich aus diesen Informationen jedoch nicht ableiten. Über den starken Grundwasserzufluss im Oktober berichteten Präfekturmedien.

Diabetes großes Gesundheitsproblem seit Evakuierungen

Am Dienstag war „Welt-Diabetes-Tag“ und dieses Datum wurde nun dazu genutzt, die gesundheitliche Entwicklung in Folge der Evakuierungen nach den Tohoku-Katastrophen 2011 genauer zu beleuchten.

Statistiken des Ministeriums für Gesundheit Arbeit und Soziales (MHLW) für das Jahr 2016 belegen eine Todesrate bei Diabetesfällen von 16,3 Prozent pro 100.000 Menschen in der Präfektur Fukushima.

Ein Faktor für Diabetes-Erkrankungen in der Präfektur scheint das Ernährungsverhalten während der Evakuierung zu sein. So berichten Personen, sie hätten während dieser Zeit mehr gegessen als sonst – vermutlich zum Teil auch, um den Stress zu kompensieren.

Sowohl die belastende Erfahrung der Evakuierung, als  auch die damit verbundene Änderung der Ernährung könnten Hyperglykämie begünstigen

Untersuchungen an einem Krankenhaus in Minamisoma wiesen bereits im vergangenen Jahr einen Zusammenhang zwischen Diabetes und den Tohoku-Katastrophen nach.

Zahlen vom September diesen Jahres zeigen, dass nach der AKW-Krise das Risiko an Diabetes zu erkranken, um das zwanzig- bis dreißigfache höher ist, als die Gefahr einer Krebserkrankung durch radioaktive Strahlungsbelastung.

Die Gesundheitsgefahr durch Diabetes ist demnach größer, als durch Strahlenbelastung

Ärzte kritisieren, dass die besonderen Gesundheitsrisiken von Menschen, die trotz der vielfachen Aufhebung von Evakuierungsanordnungen immer noch in Übergangshäusern leben, nicht ausreichend von Behörden berücksichtigt werden.

Doktor Tsubakura vom Krankenhaus in Minamisoma bringt es auf den Punkt wenn er seine Meinung äußert, dass in Fukushima nicht die Strahlenbelastung, sondern die Zivilisationskrankheiten die Mediziner langfristig beschäftigen werden.

Über diese Entwicklung berichteten Präfekturmedien.