Fukushima aktuell: Weg für Skorpionroboter in Reaktor 2 ist frei

Fukushima aktuell: Weg für Skorpionroboter in Reaktor 2 ist frei

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Artikelbild - Skorpion-Roboter bei Tests (Foto: Copyright by IRID/Toshiba)
Fukushima-Reaktor 2: Vorbereitungen für Robotereinsatz angelaufen (Symbolfoto: Copyright by IRID/Toshiba)

TEPCO kann bei der Bewältigung von Hindernissen am AKW Fukushima heute einen Erfolg vermelden. Unterdessen sieht sich die Präfekturleitung mit einer Klage konfrontiert, die etwas befremdlich wirken mag.

Die Fukushima News gibt es wie immer im Spreadnews Japan-Ticker vom 1. Oktober 2015.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Hindernis für Skorpionroboter in Reaktor 2 beseitigt
  • Lieferant fehlerhafter Strahlungsmessgeräte klagt gegen Präfektur
  • Polizeiwache in Tomioka nimmt teilweisen Betrieb auf

Hindernis für Skorpionroboter in Reaktor 2 beseitigt: Kraftwerksbetreiber TEPCO ist es offenbar gelungen, ein Hindernis für die Untersuchung des Sicherheitsbehälters von Reaktor 2 zu entfernen.

Die im Juni begonnene Entfernung des hinderlichen Betonblocks konnte nun erfolgreich abgeschlossen werden.

Da die Entfernung mit ferngesteuerten Robotern zu schwierig gewesen wäre, kam schweres Gerät zum Einsatz, das mit Stahlplatten gegen Strahlung abgeschirmt wurde. Die schichtweise eingesetzten Arbeiter waren dabei Belastungen bis 2,5 Millisievert ausgesetzt.

Die Absage des Roboter-Einsatzes aufgrund des Hindernisses hatte die ursprünglich für August geplante Untersuchung des Sicherheitsbehälters somit deutlich verzögert.

Da aufgrund hoher Strahlungswerte noch Dekontaminationsarbeiten erforderlich sind, könnte sich der tatsächliche Einsatz bis ins kommende Jahr hinein verzögern.

Mindestens zwei Monate würden für die Arbeiten benötigt, so dass ein definitiver Starttermin des Robotereinsatzes noch nicht festzulegen sei. Über den Erfolg des Unternehmens bei der Bewältigung der Barriere berichteten neben TEPCO auch lokale Medien.

Lieferant fehlerhafter Strahlungsmessgeräte klagt gegen Präfektur: Am gestrigen Mittwoch reichte das „Fukushima Computing Center“ eine Klage gegen die Präfektur Fukushima ein.

Die Verwaltung hatte einen Vertrag über die Ausstattung von acht Gemeinden mit öffentlichen Strahlungsmessgeräten gekündigt, nachdem es mehrfach zu Störungen gekommen war.

Bereits kurz nach der Einführung der 77 Einheiten waren jedoch Probleme aufgetreten. So kam es zur Erfassung zu hoher Strahlungswerte und Schwierigkeiten bei der Übertragung erfasster Daten an die Atomaufsichtsbehörde.

Die entstandenen Verzögerungen und nicht eingehaltenen Zusagen waren für die Verwaltung hinreichender Grund zur Kündigung der Zusammenarbeit.

Das Unternehmen sieht die einseitige Vertragsauflösung durch die Präfektur als ungerechtfertigt an und reichte jetzt vor einem Gericht in Fukushima Klage ein.

Schon im Juli hatte der unzuverlässige Lieferant eine Klage angedroht, fordert mit 55 Millionen Yen jetzt allerdings fünf Millionen weniger als zuvor. Über die juristischen Schritte berichteten Präfekturmedien.

Polizeiwache in Tomioka nimmt teilweisen Betrieb auf: Am heutigen Donnerstag nahm die Polizeistation in Tomioka an ihrem alten Standort den teilweisen Betrieb wieder auf.

Die Einrichtigung war im Zuge der Fukushima-Krise aufgrund der Evakuierungsanordnung verlassen worden.

Dass der Standort wieder genutzt wird, ist auf die erfolgte Freigabe der Nachbargemeinde Naraha und die erwartete Zunahme von Besuchern in dem Gebiet zurückzuführen.

Künftig soll der Stützpunkt von Montags bis Samstags zwischen 9:00 Uhr und 17:00 Uhr mit bis zu drei Polizeibeamten besetzt sein.

Im Rahmen des Drei-Zonen-Modells liegt die Zentrale aufgrund der dortigen Strahlung jedoch nach wie vor in einem Gebiet mit „eingeschränkter Bewohnbarkeit“ mit Jahreswerten zwischen 20 und 50 Millisievert.

Die meiste Arbeit wird daher weiterhin vom Übergangshauptsitz in Naraha erfolgen. Das berichteten Mainichi Shimbun und Präfekturmedien.

Die verstärkte Präsenz von Polizisten dürfte auch jenen Bürgern entgegen kommen, die eine  Forderung nach der Abschaffung von Straßensperren in Namie gestellt hatten.

Diese würden Rückkehrwillige behindern und der Einsatz von Beamten vor Ort mehr Flexibilität mit sich bringen.

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