Start Aktuelles Fukushima aktuell: Weitere Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Kindern

Fukushima aktuell: Weitere Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Kindern

1580
0
TEILEN
Artikelbild der Schilddrüse (Foto: pd)
Fukushima-Krise: Mögliche Zusammenhänge mit Schilddrüsenkrebs vermutet (Symbolfoto: pd)

Die aus der Präfektur Fukushima heute gemeldeten Krebsfälle bei Kindern, sind für die Behörden offenbar keineswegs beunruhigend. Hintergründe zu diesen Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 19. Mai 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • Neue Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Fukushima-Kindern
  • Einstellung von Entschädigungszahlungen für 2018 geplant

Neue Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Fukushima-Kindern: Im Rahmen der zweiten Testreihe der Gesundheitskontrollen durch die Präfekturverwaltung, wurde bei weiteren Kindern Schilddrüsenkrebs nachgewiesen.

Die Mainichi spricht von vier Fällen. Ergebnisse wären am gestrigen Montag einem Expertenkomitee vorgelegt worden. Die Daten stammen vom März diesen Jahres.

Bei den neuen Fällen  handele es sich nicht um Kinder, die im Verlauf der ersten Kontrollen als Verdachtsfälle genannt worden waren.

Die Tests wurden für 385.000 Personen veranlasst, mit Stand vom März liegen bislang 120.000 Testergebnisse vor.

Im Rahmen der ersten Testreihe waren 300.000 der insgesamt 370.000 zu testenden Personen untersucht und die Ergebnisse bis Ende März zu fast hundert Prozent ausgewertet worden.

Mit 98 Erkrankten steigt Gesamtzahl der Personen mit bestätigten Fällen von Schilddrüsenkrebs weiter an. Ende des Vorjahres waren noch 86 Fälle bestätigt worden.

Nach offizieller Ansicht geben auch die neusten Ergebnisse keinen Anlass zu einer Neubewertung der bisherigen Einschätzung, dass kein Zusammenhang zwischen Kraftwerkskatastrophe und den Krebsfällen besteht.

Die Asahi Shimbun spricht dagegen von 16 neuen Fällen, die zwischen Januar und März entdeckt wurden und die Gesamtzahl der Betroffenen sei in diesen Untersuchungen auf 103 gestiegen.

Unter diesen hätten sich auch 12 Verdachtsfälle des ersten Durchgangs und vier des zweiten Durchgangs gefunden.

Mit dem Abschluss der zweiten Untersuchungsreihe wird im März 2016 gerechnet. In der ersten Gesundheitskontrollen waren 112 bestätigte bzw. Verdachtsfälle ermittelt worden.

Einstellung von Entschädigungszahlungen für 2018 geplant: In einem neuen Entschädigungsplan des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) wird sich eine Anweisung an den Kraftwerksbetreiber TEPCO finden, im März 2018 die Entschädigungszahlungen an 54.800 Evakuierte einzustellen – unabhängig von der Kontamination der Heimatorte.

Ausgangspunkt für diese Plan ist die Annahme eine ausreichenden Reduzierung der Strahlungsbelastung durch Dekontaminationsarbeiten bis zu diesem Zeitpunkt.

Die gegenwärtigen Richtlinien sehen ein Ende der Entschädigungszahlung nach einem Jahr ab dem Zeitpunkt der Aufhebung der Evakuierungsordnung vor.

Der neue Plan vereinheitlicht dies und geht pauschal davon aus, dass die Evakuierungsanordnung in den ersten beiden Zonen innerhalb von sechs Jahren seit der Katastrophe aufgehoben wird, da bis März 2017 mit dem Abschluss der Dekontamination zu rechnen sei.

Selbst wenn der Dekontaminationstermin nicht eingehalten werden sollte – der Wegfall der Entschädigungen würde nach dem Ablauf der sechs Jahre unabhängig von der tatsächlichen Situation erfolgen.

Im Fall des bereits angekündigten Sechsjahresplans wird mit Diskussionen und Protesten gerechnet. Die Gesamtzahl der Flüchtlinge beläuft sich auf etwa 80.000.

Im Rahmen des Drei-Zonen-Modells befinden sich die Häuser von 31.800 Flüchtlingen in Gebieten mit baldiger Rückkehrmöglichkeit und 23.000 in Gebieten mit eingeschränkter Bewohnbarkeit.

Diese 54.800 Flüchtlinge erhalten bislang monatliche Entschädigungen in Höhe von 100.000 Yen durch den Kraftwerksbetreiber TEPCO. Dies sind auch jene Personen, die von der Planänderung betroffen sind.

Der neue Plan sieht durch die Festlegung des abstrakten Evakuierungszeitraums auf sechs Jahre, allerdings auch den Wegfall der bislang vorgesehenen Zusatzzahlungen vor, die eigentlich bei Nichteinhaltung des Termins zur Aufhebung des Evakuierungsstatus fällig würden.

Die verbleibenden 24.400 Personen sind aus Gebieten geflohen, die als „langfristig unbewohnbar“ eingestuft wurden. Die hier geleisteten Zahlungen belaufen sich bislang auf 14,5 Millionen Yen pro Person. Sie sind von den Neuerungen nicht betroffen.

Die Regierung verspricht sich durch die Neuregelung bessere Möglichkeiten zur Unterstützung von Rückkehrern, statt für den überforderten AKW-Betreiber TEPCO die Entschädigungszahlungen zu tragen. Dies berichtet die Asahi Shimbun unter Berufung auf ungenannte Quellen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here