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Fukushima aktuell: Weitere Gelder für AKW-Stilllegung benötigt

Verteilung der finanziellen Belastung wird diskutiert

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Artikelbild - Yen Geldscheine (Foto: pd)
Zeitplan für Ende der Finanzhilfen steht (Symbolfoto: pd)

Die Aussicht auf weitere finanzielle Unterstützung und Kooperation bei AKW-Störfällen sind jene Themen, die den Betreiber des AKW Fukushima heute bewegen.

Auch wenn diese Fukushima News wenig spektakulär klingen mögen, so haben sie doch langfristige Bedeutung für die Arbeiten an Kernkraftwerken der Region Tohoku.

Einzelheiten und weitere Meldungen gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. September 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Diskussion um Finanzhilfen für AKW-Stilllegung in Fukushima
  • Unternehmenskooperation bei AKW-Störfällen beschlossen
  • Neue Fälle von Schilddrüsenkrebs nachgewiesen
Diskussion um Finanzhilfen für AKW-Stilllegung in Fukushima

Die japanische Regierung plant Gespräche über die Möglichkeit weiterer Finanzmittel für den Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi. Diesmal geht es jedoch nicht um die Entschädigung von Betroffenen, sondern die Kosten der Stilllegungsarbeiten.

Noch in diesem Monat will man einen Ausschuss aus Vertretern der verschiedenen Interessengruppen, darunter das Industrieministerium, die Stelle für Entschädigungsfragen und externe Experten, zusammenstellen.

Gemeinsam sollen dann die Kostenteilung für die endgültige Stilllegung des AKW Fukushima Daiichi besprochen werden. Bislang ging die Regierung von zwei Billionen Yen an Kosten aus. Als Gegenleistung verlangt man von TEPCO strukturelle Unternehmensänderungen.

Erste Grundlagen sollen bis Jahresende feststehen. Über diese Pläne berichtete die jiji.

Unternehmenskooperation bei AKW-Störfällen beschlossen

Am heutigen Donnerstag gaben Tokyo Electric Power (TEPCO) und Tohoku Electric Power eine Einigung zur Kooperation bei AKW-Unfällen bekannt. Dabei geht es etwa um reibungslose Evakuierungen aus Gefahrengebieten.

Zwar unterschrieben bereits alle neun großen Elektrizitätsanbieter Japans eine vergleichbare Erklärung, durch die geographische Nähe der Anlagen beider Betreiber wollen TEPCO und Tohoku Electric ihre Zusammenarbeit besonders ausbauen.

Welche Form diese gegenseitige Unterstützung jeweils konkret annehmen wird, soll in weiteren Gesprächen, auch mit Lokalbehörden, geklärt werden.

Eine Besonderheit in diesem Fall ist jedoch, dass beispielsweise bei der Freisetzung von radioaktivem Material diese Ausbreitung von beiden Betreibern beobachtet und Daten darüber ausgetauscht werden können, was die Evakuierung in sichere Gebiete erleichtern könnte.

Über diesen Schritt der beiden Unternehmen, dem sich möglicherweise weitere Elektrizitätsanbieter anschließen könnten, berichteten Präfekturmedien.

Neue Fälle von Schilddrüsenkrebs nachgewiesen

Gestern berichteten wir über die Diskussion zur Zukunft der Schilddrüsen-Checks. Noch am selben Tag meldete ein Untersuchungskomitee weitere Krebsfälle bei Patienten,

In der zweiten Reihe von Untersuchungen von Ende Juni wurden neue Fälle von Schilddrüsenkrebs bestätigt. Ihre Zahl liegt somit bei 34, während die Zahl der Verdachtsfälle in diesem Zeitraum sich auf 25 Personen erstreckt.

Die somit insgesamt 59 Fälle (25 Männer, 34 Frauen) liegen damit über den Werten der ersten durchgeführten Untersuchungsreihe von Ende März. Damals waren bei 54 dieser Personen keine Auffälligkeiten festgestellt worden.

Die Patienten waren zum Zeitpunkt der AKW-Katastrophe zwischen fünf und 18 Jahren alt.

Die höchste externe Strahlungsbelastung, die innerhalb der vier Monate nach den Ereignissen errechnet wurden, lag bei 2,1 Millisievert und trifft auf 32 Personen zu. Bei insgesamt 12 Personen geht man von Belastungen unter einem Millisievert aus.

Kombiniert man die Zahlen beider Versuchsreihen, kommt man auf 135 bestätigte Fälle von Schilddrüsenkrebs, sowie 39 Verdachtsfälle. Über diese Zahlen berichten Präfekturmedien.

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