Fukushima aktuell: Weitere Übernachtungserlaubnis für Sperrgebiet geplant

Fukushima aktuell: Weitere Übernachtungserlaubnis für Sperrgebiet geplant

1564
0
TEILEN
Artikelbild - Präfektur Fukushima: Straßensperre nach Namie (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Zukunftspläne für schwer kontaminierte Gebiete sehen Rückkehr vor (Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Nach dem tragischen AKW-Todesfall vom Wochenende, ist aus der Präfektur Fukushima heute von einer ungewöhnlichen Entscheidung für eine Sperrgebietsgemeinde zu hören. Die Details und weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. August 2015.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Übernachtungserlaubnis für Sperrgebietsgemeinde geplant
  • Reaktion auf tödlichen Arbeitsunfall des AKW Arbeiters
  • Verklappung am Sonntag durchgeführt
  • Gedenken an Opfer von Nagasaki

Übernachtungserlaubnis für Sperrgebietsgemeinde geplant: Ein Regierungsplan, der am heutigen Montag den Mitgliedern des Verwaltungsrats der Sperrgebietsgemeinde Kawamata vorgelegt wurde, sieht eine teilweise Übernachtungserlaubnis für die Ortschaft vor.

Die Sonderregelung soll am 31. August in Kraft treten und würde es 1.192 früheren Einwohnern ermöglichen, im Ortsteil Yamakiya zu übernachten.

Dort gelten im Rahmen des Drei-Zonen-Modells zehn Gebiete als Bereiche, in denen Vorbereitungen auf eine baldige Rückkehr möglich gilt, ausgewiesen. Ein Bereich gilt als „eingeschränkt bewohnbar“

Die Maßnahme, die als Vorbereitung für die dauerhafte Rückkehr gilt, ist deshalb besonders bedeutsam. Es wäre das erste Mal, das Bürger in eine Zone mit „eingeschränkter Bewohnbarkeit“ übernachten dürften.

Bislang gibt es vier Fälle, in denen Sperrgebietsgemeinden eine Übernachtung der evakuierten Einwohner erlauben. Über die Pläne für Kawamata berichtete die jiji unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen.

Reaktion auf tödlichen Arbeitsunfall des AKW Arbeiters: Als Reaktion auf den tödlichen Arbeitsunfall vom Samstag hat TEPCO angeordnet, alle Arbeiten bis auf die Wasserfilterung auszusetzen, um Sicherheitsinspektionen durchzuführen.

Der 52 Jahre alte Naoshi Karasuyama war bei der hydraulischen Schließung des Deckels eines Saugwagens am Kopf verletzt worden und an den Folgen der Verletzung gestorben.

Das Fahrzeug war zum Aufsaugen von Wasser und Ablagerungen beim Bau des Eiswalls eingesetzt worden und befand sich in der Reinigung, bei der das Unglück passierte.

Seine Kollegen, die neben den Helmen auch Atemschutzmasken trugen, hörten den Verletzten zunächst offenbar nicht und von der Fahrerkabine aus ist der hintere Fahrzeugbereich nicht einsehbar.

Die Ermittlungen des mittlerweilen dritten offiziellen Todesfalls in diesem Jahr dauern noch an und TEPCO hat damit begonnen, die Sicherheitsmaßnahmen zu prüfen.

Über die bekannt gewordenen Details und die Reaktion des Kraftwerksbetreibers berichteten Präfekturmedien und Yomiuri Shimbun.

Verklappung am Sonntag durchgeführt: Am Wochenende wurde erneut aus den Bergen herabgeströmtes Grundwasser in den Pazifik eingeleitet.

Bei der Maßnahme wurden 1.969 Tonnen Wasser verklappt. Es habe keine Auffälligkeiten gegeben.

Die Maßnahme soll verhindern, dass zusätzliches Grundwasser auf das Kraftwerksgelände gelangt und dort durch die radioaktiven Abwässer aus den Untergeschossen der Gebäude kontaminiert wird.

Radioaktiv belastetes Wasser muss gefiltert und in Lagertanks gepumpt werden. Das benötigt nicht nur Platz, sondern die Bremsstrahlung der Lagertanks gefährdet die Gesundheit der Arbeiter.

Gedenken an Opfer von Nagasaki: Am Sonntag versammelten sich Vertreter der Politik, sowie Angehörige und Überlebende, um den Todesopfern der Atombombe auf Nagasaki vor 70 Jahren zu gedenken.

Am Morgen hatten sich etwa 300 Menschen in der Urakami-Kathedrale, etwa 500 Meter des Epizentrums zu einem Morgengottesdienst eingefunden. Die Kirche war damals bis auf das Teilstück einer Mauer völlig zerstört und 1959 wieder aufgebaut worden.

Neben dem Läuten der Friedensglocke und der damit verbundenen Schweigeminute, die um 11:02 Uhr, dem Zeitpunkt des Abwurfs am 9. August 1945 abgehalten wurde, sprachen unter anderem Tomihisa Taue, der Bürgermeister der Stadt, sowie Premierminister Shinzo Abe.

Überlebende der Atombombe kritisierten seine Rechtfertigung des umstrittenen Sicherheitsgesetzes der Regierung im Rahmen der Rede. Über das Ereignis berichteten praktisch alle japanischen Medien, darunter Kyodo, Mainichi Shimbun und NHK.

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT