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Fukushima aktuell: Weiterer Gemeindeteil in Sperrzone freigeben

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Artikelbild: Zugang zur Sperrzone (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Zugang zum Sperrgebiet in Fukushima (Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Mit der Freigabe eines weiteren Gemeindeteils in der Sperrzone, gibt es aus der Präfektur Fukushima heute eine positive Meldung – doch längst nicht alle potentiellen Rückkehrer trauen dem scheinbaren Frieden vor Ort. Mehr zu den in Japan aktuell gemeldeten Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 1. Oktober 2014.

Unser heutiges Thema:

  • Teilweise Freigabe von Sperrgebietsgemeinde

Teilweise Freigabe von Sperrgebietsgemeinde: Am heutigen Mittwoch hob die japanische Regierung die Evakuierungsanordnung für einen Teil der Gemeinde Kawauchi auf, so dass die früheren Einwohner nun wieder in diesen Bereich zurückkehren und dort dauerhaft bleiben dürften.

Nachdem im April die Gemeinde Tamura im Sperrgebiet teilweise freigegeben wurde und dort der Bezirk Miyakoji wieder als bewohnbar gilt, ist Kawauchi nun die zweite Ortschaft innerhalb des Sperrgebiets um das AKW Fukushima Daiichi, in der eine Rückkehr nun möglich ist.

Die zwischenzeitlich durchgeführten Dekontaminationsarbeiten sind abgeschlossen und auch die Infrastruktur ist in wesentlichen Punkten wieder aufgebaut. Da die jährliche Strahlungsbelastung nun unter dem Grenzwert liegt, ist die Neueröffnung von Geschäften und Lokalen durch Rückkehrer dort wieder möglich.

Von dem Angebot zur Rückkehr könnten 274 Einwohner aus 139 Haushalten profitieren. Allerdings wird derzeit davon ausgegangen, dass lediglich etwa 48 Personen aus 22 Familien eine schnelle Rückkehr in ihren früheren Wohnort planen werden. Bei vielen früheren Bewohnern bestehen immer noch Sorgen um die tatsächliche Sicherheit in der Gemeinde, die innerhalb einer 20-Kilometer-Sperrzone um das Kernkraftwerk liegt.

Sie sehen einen Fall der Strahlungswerte durch eine einmalige Dekontamination nicht als ausreichend an und fürchten, durch die räumliche Nähe zur Kraftwerksanlage könnte es erneut zur Kontamination kommen. Außerdem sei die Infrastruktur dort immer noch zu dürftig um dort leben zu können. Die Population von Kawauchi wird daher nicht explosionsartig ansteigen.

Sowohl die Regierung in Tokyo, als auch die Gemeindeverwaltung, wollen jedoch Supermarktbetreiber dazu motivieren, bis Ende März 2015 dort Filialen zu eröffnen und so größere Rückkehranreize bieten.

Neben der partiellen Freigabe von Kawauchi gab es zudem Neubeurteilungen anderer Gemeinden im Rahmen des Drei-Zonen-Modells der Regierung. Dieses Modell stuft Gebiete nach dem Grad der jährlichen Strahlungsbelastung in „Vorbereitung für baldige Rückkehr“, „eingeschränkte Bewohnbarkeit“ und „langfristig keine Rückkehr möglich“ ein.

In den ersten beiden Fällen ist lediglich ein Aufenthalt während der Tageszeit möglich, Übernachtungen sind dort noch nicht zugelassen. Derzeit gilt noch für zehn Gemeinden die Sperrung und ein damit verbundenes Rückkehrverbot, von dem etwa 80.000 Personen betroffen sein.

Im Rahmen der heutigen Statusänderungen wurden Bereiche, die zuvor als „eingeschränkt“ galten, als „baldige Rückkehr möglich“ heraufgestuft. Von dieser Neubeurteilung sind 54 Einwohner aus 18 Familien betroffen. Sobald die Dekontaminationsarbeiten in diesen Gebieten durchgeführt wurden, wird auch dort eine Rückkehr möglich werden.

Über die aktuellen Ereignisse berichteten praktisch alle japanischen Medien darunter Kyodo, jiji und NHK.

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