Start Aktuelles Fukushima aktuell: Weiterer Nachweis von Schilddrüsenkrebs bei Kindern

Fukushima aktuell: Weiterer Nachweis von Schilddrüsenkrebs bei Kindern

Erstmals Krebsfälle innerhalb der dritten Untersuchungsreihe

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Artikelbild - Schilddrüsenkrebs (Foto: Ed Uthman cc-by)
Schilddrüsentests in Fukushima geraten erneut in Vertrauenskrise (Foto: Ed Uthman cc-by)

Neben neuen Fällen von Schilddrüsenkrebs gibt es aus Fukushima heute auch Berichte über den Beginn der letzten Arbeitsschritte am Eiswall. Dies sind dann auch die dominierenden Fukushima News im Spreadnews Japan-Ticker vom 22. August 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Weitere Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Fukushima-Kindern
  • Kühlmitteleinleitung für letztes Eiswall-Teilstück begonnen
Weitere Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Fukushima-Kindern

Am heutigen Dienstag wurde der aktuelle Zwischenstand zur bislang dritten Reihe von Schilddrüsentests bekannt gegeben. Mit der Untersuchungsreihe war im vergangenen Jahr begonnen worden.

Im Rahmen der noch laufenden Schilddrüsenkontrollen wurden bereits 12.596 Personen überprüft. Dabei wurden nun zwei neue Krebsfälle bestätigt und zwei neue Verdachtsfälle gemeldet. Es ist der erste Nachweis von Krebs während der aktuellen Tests.

Die Untersuchungen richten sich an Personen, die zum Zeitpunkt der AKW-Krise ein Höchstalter von 18 Jahren hatten. Über die neuen Fälle berichteten Präfekturmedien.

Hintergrund

Bereits bei der letzten öffentlichen Bekanntgabe vom Februar diesen Jahres, waren im Vergleich zu den Zahlen vom Dezember 2016, fünf neue Fälle bestätigt worden. Gleichzeitig sanken damals die Verdachtsfälle um zwei, auf insgesamt 71 Personen.

Demnach liegt der aktuelle Gesamtstand aus der ersten, zweiten und einem Teil der dritten Versuchsreihe, bei 152 bestätigten Krebsfällen und 38 Verdachtsfällen.

Kühlmitteleinleitung für letztes Eiswall-Teilstück begonnen

Nachdem vergangene Woche die Gefrierung des letzten Eiswall-Abschnitts genehmigt worden war, begann der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi am heutigen Dienstag mit der Einleitung des Kühlmittels am verbliebenen sieben Meter langen Teilstück.

In ihrer Gesamtlänge von 1,5 Kilometern, liegen die in 30 Metern Tiefe verlegten Rohre um die Reaktorgebäude 1-4 herum. Der so entstehende Kühlkreislauf soll das umgebende Erdreich gefrieren und auf diese Weise eine natürliche Barriere schaffen.

Ziel des so genannten Eiswalls ist es, die Vermischung von sauberem Grundwasser, das aus den Bergen herabströmt, mit den radioaktiv kontaminierten Abwässern aus den Untergeschossen der Gebäude zu verhindern.

Nach Angaben von TEPCO konnte die täglich anfallende Menge von 400 Tonnen durch den unvollständigen Eiswall bereits auf 120 bis 130 Tonnen reduziert werden. Unabhängige Angaben gibt es hierzu jedoch offenbar nicht.

Mit Fertigstellung des Gefrierprozesses wird im Herbst gerechnet. Dann sollen sogar weniger als 100 Tonnen täglich anfallen, die andernfalls gefiltert und eingelagert werden müssten.

Über den letzten Schritt zur endgültigen Fertigstellung des Eiswalls berichteten praktisch alle japanischen Medien, darunter Kyodo, jiji und NHK.

Hintergrund

Während TEPCO hofft, hierdurch weniger Wasser in den Metalltanks einlagern zu müssen und auch eine erste Reduzierung der anfallenden Wassermenge sieht, sind Kritiker weiter skeptisch und verweisen auf die Risiken und Nachteile der Maßnahme.

So ist eine derartige Anlage niemals in solch großem Maßstab gebaut worden. Daher sind auch keine zuverlässigen Aussagen über die maximale Betriebsdauer möglich. Auch wird die tatsächliche Effektivität noch bezweifelt.

Sicherheitsbedenken betreffen Schäden am unterirdischen Rohrsystem durch Erdbeben, sowie das Risiko eines Rückstaus mit damit verbundenem Abfall des Grundwasserpegels, was einen schwallartigen Austritt stark radioaktiver Abwässer zur Folge haben könnte.