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Fukushima aktuell: Weiterer Transport radioaktiver Abfälle angekündigt

Dekontaminationsabfälle sollen auf Anlage in Tomioka gelagert werden

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Artikelbild - Lagerung von Kunststoffsäcken mit Dekontaminationsabfall am 31. Mai 2015 (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Lagerung von Kunststoffsäcken mit Dekontaminationsabfall am 31. Mai 2015 (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Mit der Entsorgung kontaminierter Abfälle und Bemühungen um eine Gemeinde im Sperrgebiet, bieten die Nachrichten aus Fukushima heute einen Einblick in die Anstrengungen um eine Normalisierung der Situation.

Abseits der Fukushima News gibt es aber auch eine weitere interessante Meldung. Die Einzelheiten finden sich nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 14. November 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Transport radioaktiver Abfälle in Lager in Tomioka angekündigt
  • Zweiter Wiederaufbaustützpunkt in einer Sperrgebietsgemeinde geplant
  • Mögliche Manipulationen bei Atommüllentsorgungs-Besprechungen
Transport radioaktiver Abfälle in Lager in Tomioka angekündigt

Den Plänen des Umweltministeriums folgend, soll am 17. November mit dem Transport von kontaminierten Abfällen aus der Präfektur zu einem Lager in Tomioka begonnen werden.

Die Ankündigung kommt zwei Jahre, nachdem die Präfektur mit der Verwaltung der Gemeinden Tomioka und Naraha die Anlieferung des Materials geklärt hatte. Zwischenzeitlich hatte es Sorgen über die Sicherheit der Lieferwege gegeben.

Bei den Abfällen handelt es sich um Material mit Cäsiumkonzentrationen von mehr als 8.000 Becquerel pro Kilogramm, Klärschlamm und Reisstroh mit Maximalwerten bis 100.000 Becquerel, Verbrennungsasche von Futtermitteln usw.

Insgesamt sollen dort etwa 720.000 Tonnen gelagert werden, die von 106 Standorten in 33 Gemeinden stammen, so die Angaben des Umweltministerium mit Stand von Ende August. Die Transporte werden zwischen sechs und zehn Jahre andauern.

Am Freitag soll die Mammutaufgabe mit der Anlieferung aus Tomioka und Naraha begonnen werden. Das berichten Präfekturmedien.

Ende Oktober waren bereits die Lieferungen an das Zwischenlager in Okuma angekündigt worden. Dort sollen die radioaktiven Abfälle die nächsten 30 Jahre lagern.

Zweiter Wiederaufbaustützpunkt in einer Sperrgebietsgemeinde geplant

Nach den Plänen für einen Stützpunkt zum Wiederaufbau in Futaba soll nun auch in der zweiten Gemeinde in unmittelbarer Nähe zum Kernkraftwerk Fukushima Daiichi ein solcher Außenposten entstehen. Die Entscheidung hierfür fiel am 10. November.

Das Gelände in der Gemeinde Okuma umfasst 860 Hektar und liegt gerade einmal vier Kilometer südwestlich des havarierten Kernkraftwerks. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf einem Areal im Bereich des Bahnhofs Ono der JR Joban-Linie.

Da eine Wiederaufnahme des Bahnverkehrs dieser Verbindung durch das Gebiet gegen Ende des Fiskaljahrs 2019 geplant ist, könnte sich dieses Gebiet zu einem wichtigen Knotenpunkt für den Transport entwickeln.

Aufgabe der Außenposten ist es, Dekontaminationsarbeiten und den Wiederaufbau von Infrastruktur unmittelbar vor Ort zu leiten und so eine höhere Effizienz bei der Durchführung dieser Maßnahmen erzielen zu können.

Ziel des Stützpunkt-Konzepts ist für die Regierung, eine Aufhebung der immer noch geltenden Evakuierungsanordnung  bis zum Frühjahr 2022 erreichen zu können. Die Behörden rechnen damit, dass etwa 1.500 einstige Einwohner zurückkehren werden.

Auch etwa 1.000 Kraftwerksarbeiter, die mit der Stilllegung des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi beauftragt sind, sollen dann dort leben. Die Regierung sieht für einen Zeitraum von fünf Jahren einen Anstieg auf 2.600 Einwohner vor.

Ob das Konzept aufgehen wird, bleibt abzuwarten – denn auch wenn damit gerechnet wird, dass etwa 130 Einwohner den Reis- und Gemüseanbau wieder aufnehmen, dürften die Vorbehalte gegen eine Rückkehr weiterhin bestehen.

Über die Pläne berichtete die Asahi Shimbun.

 

Mögliche Manipulationen bei Atommüllentsorgungs-Besprechungen

Bei den Bürgertreffen zum Meinungsaustausch, die vom Industrieministerium (METI) und der Organisation zur Entwicklung von Nukleartechnologie (NUMO) organisiert worden waren, kam es offenbar zu Manipulationen.

Thema der Veranstaltungen war die Festlegung von Endlagerstätten für hochgradig radioaktiven Atommüll wie er in Kernkraftwerken anfällt.

Wie am heutigen Dienstag bekannt wurde, versprach bei einem solchen Treffen in der Stadt Saitama offenbar ein Unternehmen für Öffentlichkeitsarbeit insgesamt 12 Personen finanzielle Zuwendungen, wenn sie an der Veranstaltung teilnehmen.

Auch bei weiteren Sitzungen mit Bürgern, wie etwa in den Präfekturen Tokyo, Osaka und Hyogo soll es Einflussnahmen gegeben haben. Dort wurden durch Versprechung der Unterstützung von Jugendaktivitäten angeblich insgesamt 27 Personen angeworben.

Somit gibt es also bislang 37 bekannte Fälle, in denen Teilnehmer der Veranstaltungen möglicherweise gekauft wurden – eventuell um die Meinung der Anwesenden zu beeinflussen.

Die NUMO erklärt dagegen, die PR-Firma sei ausschließlich für die Arbeit mit jungen Menschen engagiert worden.

Zudem sei angesichts der Tatsache, dass bei dem Treffen in Saitama insgesamt nur 86 von 100 möglichen Teilnehmern erschienen, der angebliche finanzielle Anreiz in Höhe von 10.000 Yen für die Schüler doch eher fraglich. Das berichteten Präfekturmedien.

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