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Fukushima aktuell: Widerstand gegen Verklappung von AKW-Grundwasser

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Artikelbild - AKW Fukushima: Bereich mit Tankbehältern am 9. Januar 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Bereich mit Tankbehältern am 9. Januar 2012 (Foto: TEPCO)

Ein bereits langfristig geplantes Vorhaben zur Entsorgung von radioaktivem Grundwasser, traf bei den Fischern in Fukushima heute weiterhin auf Widerstand. Dennoch wird TEPCO vorausichtlich nicht auf diesen Schritt verzichten wollen. Details zu diesen und weiteren Meldungen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 18. September 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Fischer lehnen Verklappung von AKW-Grundwasser ab
  • Transportplan für kontaminiertes Erdreich vorgelegt
  • Ende der Amtszeit für atomkraftkritisches NRA-Mitglied
  • Zahlen zum Testbetrieb für ausgeweitetes ALPS-System
  • TEPCO fährt mit Grundwasserverklappungen fort

Fischer lehnen Verklappung von AKW-Grundwasser ab: Bei einem heute von TEPCO organisierten Treffen in der Stadt Iwaki, sprachen sich die Fischer erneut gegen die weiterführenden Verklappungspläne des Kraftwerksbetreibers aus.

Geht es nach dem Willen des Unternehmens, soll auch radioaktiv kontaminiertes Grundwasser von der Kraftwerksanlage in den Pazifischen Ozean eingeleitet werden, sofern zuvor ausreichende Filtermaßnahmen durchgeführten wurden. Auf diese Weise will TEPCO die Menge radioaktiver Abwässer am AKW verringern.

Die geplante Einleitung von kontaminiertem Grundwasser ist bereits länger Teil des Konzepts. Zwischenzeitlich wurden Testfilterungen an belastetem Grundwasser durchgeführt.  Das Unternehmen plant nun offenbar Überzeugungsarbeit bei Gemeinden und Fischereiverbänden zu leisten.

Die etwa 90 Fischer, die an der Veranstaltung teilnahmen, äußerten Misstrauen und Bedenken. Sollten Probleme bei der Filterung auftreten und kontaminiertes Grundwasser in das Meer gelangen, würde dies das Ende für die Fischerei in der Präfektur darstellen, da das Vertrauen der Verbraucher gänzlich zerstört würde. Das berichteten NHK und Präfekturmedien.

Im Rahmen der so genannten Grundwasserumleitung wird derzeit ausschließlich aus den Bergen stammendes Grundwasser in Sonderbehälter umgeleitet, dort auf mögliche Belastung kontrolliert und anschließend in den Pazifik verklappt. Der damals gegebenen Erlaubnis, waren langwierige Verhandlungen vorausgegangen.

Eine Genehmingung zur Ausweitung, auch bereits belastetes Grundwasser vom AKW-Gelände einzuleiten, dürfte daher vom Kraftwerksbetreiber nicht leicht zu erringen sein.

Transportplan für kontaminiertes Erdreich vorgelegt: Das Umweltministerium legte heute einen Expertenplan zu, der einen möglichst umweltschonenden Transport von kontaminiertem Erdreich und anderen Dekontaminationsabfällen in die geplanten Zwischenlager der Ortschaften Futaba und Okuma gewährleisten soll.

Der Plan sieht vor, zunächst kleine bis mittelgroße Lastkraftwagen zu nutzen, um das Material zu den Ladestellen zu transportieren und von dort Umladung und Abtransport auf große LKW zu den Zwischenlagern durchzuführen. Dieser Fahrzeugwechsel verringere das Risiko für  Umweltgefährdung und Verkehrsunfälle, da  so die Anzahl von Fahrten und verwendeten Fahrzeugen reduziert werde.

Zur Schaffung eines konkreten Plans sollen nun Gespräche mit Präfekturverwaltung und Gemeinden folgen. Das berichtete die NHK. Doch trotz aller Transportpläne ist über die Zukunft der Zwischenlager noch nicht entschieden. Der Gouverneur der Präfektur hatte betont, lediglich den Bau der Zwischenlager, nicht aber automatisch deren Nutzung genehmigt zu haben.

Ende der Amtszeit für atomkraftkritisches NRA-Mitglied: Am heutigen Donnerstag endete die zweijährige Amtszeit von zwei Mitgliedern der japanischen Atomaufsichtsbehörde. Mit Kunihiko Shimazaki verlässt ein Mitglied, das für seine harte, unbequeme Haltung in Sicherheitsfragen und gegen schnelle AKW-Neustarts bekannt war, das Team.

Bedenken gegen den angekündigte NRA-Personalwechsel hatte es bereits zuvor gegeben, gilt sein Nachfolger Satoru Tanaka doch als Befürworter der Atomenergie. Kritiker fürchten nun um die Neutralität der Kontrollinstanz. Das berichteten Kyodo und Präfekturmedien.

Tanaka hatte sich im Juni 2014 gegen Misstrauensäußerungen gewehrt, doch die Bekanntgabe von Zahlungen der Atomindustrie an Tanaka im Juli 2014 hatte das Vertrauen bereits vor dem offiziellen Antritt des Amts sicher nicht gefördert.

Zahlen zum Testbetrieb für ausgeweitetes ALPS-System: Bereits gestern berichteten wir über den Testbetrieb an einer neu errichteten ALPS-Filteranlage auf dem Gelände des Kernkraftwerk Fukushima Daiichi. Nach der Meldung des Kraftwerksbetreibers TEPCO folgen nun Medienberichte.

Übereinstimmend mit den Angaben von TEPCO werden Testläufe für zwei weitere Einheiten für Anfang Oktober angekündigt. Damit wird das seit März 2013 genutzte Multinuklid-Filtersystem aus drei Einheiten, das bis jetzt insgesamt 138.000 Tonnen Wasser verarbeitete, auf insgesamt sechs Einheiten aufgestockt.

Die tägliche Filterleistung soll auf diese Weise von 400 auf 1.500 Tonnen radioaktives Wasser gesteigert und somit mehr als verdoppelt werden.

Frühestens Anfang Oktober soll auch ein modernes Filtersystem zum Einsatz kommen. Die gemeinsame Kapazität der beiden ALPS-Anlagen, sowie des modernisierten Filtersystems soll dann auf bis zu 2.000 Tonnen erhöht werden. Mit Stand vom Dienstag warten derzeit 365.000 Tonnen stark radioaktives Wasser in Lagertanks auf ihre Filterung. Das berichtet die Asahi Shimbun.

TEPCO fährt mit Grundwasserverklappungen fort: Auch am heutigen Donnerstag führte Kraftwerksbetreiber im Rahmen der Grundwasserumleitung eine weitere Verklappung durch und leitete zuvor kontrolliertes Grundwasser aus den Bergen in den Pazifik ein.

AKW Fukushima: Sonderlagertank der Grundwasserumleitung (Aufnahme: TEPCO)
AKW Fukushima: Sonderlagertank der Grundwasserumleitung (Foto: TEPCO)

Die regelmäßig durchgeführte Maßnahme soll den Grundwasserpegel senken und so das anfallen weiterer radioaktiver Abwässer verhindern.

Die Einleitung erfolgte nach Angaben von TEPCO zwischen 10:08 Uhr und 16:20 Uhr. Wie das Unternehmen mitteilte, traten dabei keine Unregelmäßigkeiten oder Fehler auf.

Die heute verklappte Gesamtmenge beläuft sich auf 1.511 Tonnen Grundwasser. Trotz der bereits mehrere Monate laufenden Maßnahme wurde bislang kein dauerhafter Effekt dieser Arbeiten festgestellt. Auch TEPCO geht davon aus, dass es noch dauern werde, bis die tatsächliche Effektivität beurteilt werden könnte

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