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Fukushima aktuell: Wieder Minderjähriger illegal bei Dekontaminationsarbeit eingesetzt

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Wenn aus der Präfektur Fukushima heute eine weitere Beschäftigung eines minderjährigen Arbeiters gemeldet wird, sorgt dies sicher für Aufsehen. TEPCO berichtet dagegen von Fortschritten beim Bau der Eisbarriere.  Einzelheiten und weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 19. Februar 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • Minderjähriger illegal bei Dekontamination beschäftigt
  • Erste Gefrierungsarbeiten am Eiswall für April geplant
  • Arbeiten an Ruhemöglichkeiten für AKW-Beschäftigte
  • Ventilarbeiten erfolgreich durchgeführt

Minderjähriger illegal bei Dekontamination beschäftigt: Die Präfekturpolizei Aichi meldet heute die Festnahme eines 49 Jahre alten Unternehmers. Der Mann ist Verantwortlicher bei einem Bauunternehmen aus Nagoya, hat seinen Wohnsitz jedoch in der Präfektur Fukushima.

Ihm wird vorgeworfen, im Juli 2014 einen Jugendlichen im Alter von 15 Jahren an eine Anlage im Bezirk Minami-Yanome geschickt zu haben, damit sich dieser an Dekontaminationsarbeiten beteiligt und radioaktiv belastetes Erdreich und Gras entsorgt.

Der Verantwortliche räumte die Vorwürfe ein, erklärte jedoch, er habe dem Jungen lediglich einen Teilzeitjob bei einer Dekontaminationsfirma verschafft. Tatsächlich wies er den Jungen dazu an, bei Fragen im Bezug auf sein Alter zu lügen, da nur Personen über 18 auf Baustellen erlaubt seien.

Den Tageslohn von 3.000 Yen erhielt der mittlerweile 16 Jahre alte Jugendliche nicht, da er nach körperlichen Übergriffen des Beschuldigten die Arbeit noch vor der Lohnauszahlung aufgegeben hatte.

Es ist nicht das erste Mal dass ein Minderjähriger illegal bei Dekontaminationsarbeiten eingesetzt wird. So verurteilte ein Gericht in Koriyama im Oktober 2013  den Präsidenten eines Bauunternehmens aus Fukushima, wegen der illegalen Beschäftigung von sieben Minderjährigen bei Dekontaminationsarbeiten zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten.

Diese und weitere bekannt gewordene Fällen stellen nach Einschätzung der Behörden jedoch lediglich die Spitze eines Eisbergs dar, denn auch das organisierte Verbrechen verdient an illegalen Dekontaminationsarbeitern.

Verstöße gegen das Arbeitsschutzgesetz können in Japan mit einer mindestens sechsmonatigen Haftstrafe, oder Geldstrafen ab 300.000 Yen geahndet werden. Über den aktuellen Fall berichteten Asahi Shimbun und Präfekturmedien.

Erste Gefrierungsarbeiten am Eiswall für April geplant: Die Schaffung einer unterirdischen Grundwasserbarriere durch das Gefrieren tief gelegener Bodenschichten mit Hilfe eines Leitungssystems, in dem ein chemisches Kühlmittel zirkulieren soll („Eiswall“), ist einer der wichtigsten Punkte bei der Bewältigung der täglich anfallenden radioaktiven Abwässer, die in Stahltanks eingelagert werden müssen.

Jetzt gab der Kraftwerksbetreiber TEPCO bekannt, das Verlegen der Rohre in Kürze abschließen zu können. Nach Angaben des Unternehmens könnte frühestens ab April mit der Nutzung des Kühlsystems begonnen werden.

Ursprünglich hätten die Arbeiten im März beendet sein sollen, doch Ereignisse wie die tödlichen Arbeitsunfälle dieses Monats, hatten eine Änderung des bisherigen Zeitplans und damit die Verschiebung von Arbeiten erforderlich gemacht.

Über die Ankündigung, möglicherweise bereits im kommenden Monat mit den Gefrierungsarbeiten voranzukommen berichteten Präfekturmedien.

Arbeiten an Ruhemöglichkeiten für AKW-Beschäftigte: Neben den Rohrverlegungen am Eiswall-Projekt, präsentierte der Betreiber des AKW Fukushima, heute die Arbeiten an einem neunstöckigen Gebäude, in dem 1.200 Angestellte sich in den Arbeitspausen erholen können, als weiteren Fortschritt. Dort können die Atemschutzmasken abgenommen werden.

So könnten auch die für Arbeiten erforderlichen Absprachen zwischen den Beschäftigten deutlich einfacher erfolgen. Dies wird vom Unternehmen auch als Sicherheitsmaßnahme verstanden, war doch im Zuge der Untersuchungen nach dem Tod von zwei Kraftwerksarbeitern die schlechte Kommunikation als einer der Gründe für die mangelnde Sicherheit herausgestellt worden.

Ventilarbeiten erfolgreich durchgeführt: Gestern meldeten wir an dieser Stelle die Entdeckung eines Wasserlecks bei Inspektion am Kühlsystem in Reaktor 6. Die Reparaturen sollten in einer 24-Stunden-Aktion durchgeführt werden. Wie TEPCO heute mitteilte, konnten die betroffenen Teile ausgetauscht und das Problem behoben werden.

Das zu diesem Zweck abgestellte Kühlsystem wies heute abschließend eine Temperatur von 19,9 Grad Celsius auf, so dass der zulässige Maximalwert von 65 Grad nicht überschritten wurde. Über die Reparaturarbeiten berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

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