Start Aktuelles Fukushima aktuell: Wildtiere könnten Rückkehr ins Sperrgebiet erschweren

Fukushima aktuell: Wildtiere könnten Rückkehr ins Sperrgebiet erschweren

2032
0
TEILEN
Artikelbild - Tanuki, japanische Marderhunde (Foto: 663highland, cc-by)
Präfektur Fukushima: Wildtiere könnten Rückkehrer abhalten (Foto: 663highland, cc-by)

Während die Verformung zwei „umarmender“ Karotten in der Ortschaft Yabuki vermutlich Menschen mit Strahlungsängsten beschäftigen dürfte, gibt es aus der Präfektur Fukushima heute deutlich beruhigendere Meldungen.

Gänzlich problemlos läuft es jedoch auch im dortigen Sperrgebiet nicht. Die Details der Fukushima News finden sich jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 30. November 2015.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Wildtiere könnten Rückkehr ins Sperrgebiet erschweren
  • Studie zur Strahlungsbelastung von Fukushima-Oberschülern
  • Fukushima-Arbeiter leicht verletzt
  • Weihnachtliche Beleuchtung an Übergangssiedlung

Wildtiere könnten Rückkehr ins Sperrgebiet erschweren: In einem Vortrag vom Samstag wies Kei Okuda, Dozentin  für Wildtiermanagement an der Universität, auf die Probleme durch Wildtiere in der Sperrzone hin.

Die Tiere hätten ihren Lebensraum in dem unbewohnten Gebiet stark ausgebaut und sich stark vermehrt. Da dies zu künftigen Problemen mit rückkehrenden Einwohnern führen könnte, sei mit Forderungen nach Lösungen der Tierplage zu rechnen.

Verlassene Häuser und Gärten mit Obstbäumen böten für Wildtiere wie Wildschweine, Füchse, Marderhunde und Waschbären gute Möglichkeiten zur Ernährung und Aufzucht von Jungtieren. Letztere könnten Reisfelder als Erweiterung ihres natürlichen Lebensraums ansehen.

Bei Rückkehren bestehe das Risiko der Übertragung von Infektionskrankheiten durch Waschbären in menschlichen Siedlungen. Hier müssten geeignete Maßnahmen zum Gesundheitsschutz, wie etwa die Desinfektion geplant werden.

Allerdings sei es erforderlich, hierbei gebietsweise vorzugehen, da eine gleichzeitige Bewältigung des gesamten Sperrgebiets nicht durchführbar sein werde. Über den Vortrag und die erwarteten Probleme berichteten Präfekturmedien.

Studie zur Strahlungsbelastung von Fukushima-Oberschülern: Eine vergleichende Studie mehrerer Staaten stellt keine besondere Strahlungsbelastung bei Oberschülern aus Fukushima, im Vergleich zu Schülern aus Frankreich, Polen und Weißrussland fest.

Das so genannt „D-Shuttle Projekt“ beruht auf der Auswertung der Daten von 216 Schülern und Lehrern an 26 Schulen, die zwischen Juni und Dezember vergangenen Jahres gesammelt worden waren.

Neben zwölf Hochschulen in Japan (die Hälfte davon in der Präfektur Fukushima), waren acht Schulen in Polen, vier in Frankreich und zwei in Weißrussland beteiligt.

Die Teilnehmer trugen über die Dauer von zwei Wochen ein elektronisches Dosimeter (D-Shuttle) und führte Buch über Aufenthaltsorte und Aktivitäten.

Eine Auswertung ergab eine jährliche Strahlungsbelastung zwischen 0,63 und 0,97 Millisievert in der Präfektur Fukushima. Der Durchschnitt in anderen Teilen Japans lag bei 0,55 bis 0,87 Millisievert. In den europäischen Staaten wurden zwischen 0,51 und 1,10 Millisievert nachgewiesen.

Damit liegen alle Werte innerhalb des Bereichs, der als natürliche Grundstrahlung gilt. Die  Werte in Fukushima seien dabei auf die geringen Werte der natürlichen Umgebungsradioaktivität in der Region zurückzuführen. Man habe somit keine signifikanten Unterschiede im Übersee-Vergleich festgestellt.

Das Ergebnis der Studie wurde unter dem Titel „Measurement and comparison of individual external doses of high-school students living in Japan, France, Poland and Belarus – the ‚D-shuttle‘ project“ im britischen Fachmagazin für Strahlenschutz, dem „Journal of Radiological Protection„. veröffentlicht.

Lehrer zeigten sich erfreut und erklärten, die Ergebnisse könnten dazu beitragen, die immer noch vorhandene Besorgnis über die Gesundheitsfolgen in Fukushima zu zerstreuen. Über die Studie berichteten Präfekturmedien.

Fukushima-Arbeiter leicht verletzt: Am heutigen Montag kam es bei Bauarbeiten am Grundwasserdamm zu einem leichten Arbeitsunfall. Gegen 8:59 Uhr klemmte sich der Angestellte eines Partnerunternehmens beim Entladen eines Stativs von einem Fahrzeug den Mittelfinger der linken Hand.

Nach einer Erstversorgung im Notfallzentrum wurde der Arbeiter zur weiteren Behandlung in das Krankenhaus Iwaki gebracht. Der Verletzte war nach Angaben von TEPCO bei Bewusstsein und es wurde kein radioaktives Material an seinem Körper festgestellt.

Weihnachtliche Beleuchtung an Übergangssiedlung: Anlässlich einer jährlichen Veranstaltung, wurde in der Stadt Minamisoma am gestrigen Sonntag die Fassade eines öffentlichen Gebäudes durch 20.000 LED in farbiges Licht getaucht.

Der Organisator der Beleuchtungsveranstaltung hofft, durch das Schauspiel die Bewohner zu ermutigen. Die Gemeindeverwaltung bereitet sich auf die erwartete Aufhebung der Evakuierungsanordnung für Minamisoma im April kommenden Jahres vor.

Bewohner und Besucher können sich noch bis zum 11. Januar an der Beleuchtung erfreuen. Über die Motivationsmaßnahme berichtete die NHK.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here