Fukushima aktuell: Wirbel um zweiten Ausfall des Reinigungsroboters

Fukushima aktuell: Wirbel um zweiten Ausfall des Reinigungsroboters

Langfristiges Vorgehen bei Robotereinsätzen in Reaktor 2 vorerst unklar

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 2; Arbeit des Reinigungsroboters am 9. Februar 2017 (Foto: TEPCO/IRID)
Fukushima-Reaktor 2; Arbeit des Reinigungsroboters am 9. Februar 2017 (Foto: TEPCO/IRID)

Zum Ende der Woche wird vom AKW Fukushima heute ein technisches Problem gemeldet. Andere Fukushima News betreffen dagegen die künftigen Schwierigkeiten bei Robotereinsätzen und juristische Fragen.

Einzelheiten zu diesen Berichten gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. Februar 2017.

Unsere heutigen Themen zum Wochenende:

  • Einschätzungen nach zweitem Einsatzabbruch des Reinigungsroboters
  • Ausfall eines Strahlungsdetektors
  • Neues Finanzierungsgesetz für Fukushima-Stilllegung
Einschätzungen nach zweitem Einsatzabbruch des Reinigungsroboters

Nachdem auch der zweite Anlauf zum Einsatz eines Reinigungsroboters im Sicherheitsbehälter von Reaktor 2 abgebrochen werden musste, bemüht man sich nun um das Sortieren der Fakten, um das weitere Vorgehen planen zu können.

Ein Punkt ist dabei die Radioaktivität im Sicherheitsbehälter. Die Störungen der Kamerabilder lassen Strahlungswerte von bis zu 650 Sievert erwarten, während im vergangenen Monat auf die gleiche Weise noch 530 Sievert geschätzt worden waren.

Der zweite Punkt betrifft die Ablagerungen im Inneren. Nachdem der Reinigungsroboter eine Strecke von einem Meter räumen konnte und dann Manövrierprobleme auftraten, ist klar, dass Konsistenz, Menge und Dicke beim weiteren Vordringen zunehmen werden.

Daraus lässt sich ableiten, dass der Einsatz des skorpionartigen Untersuchungsroboters „Sasori“ möglicherweise später stattfinden wird als gedacht, so lange die geplante Strecke unter dem Druckbehälter noch nicht geräumt und das Strahlungsproblem gelöst wurde.

Über diese Einschätzungen berichteten Asahi Shimbun und Präfekturmedien.

Ausfall eines Strahlungsdetektors

Am heutigen Freitag kam es gegen 6:35 Uhr zum Ausfall eines Strahlungsdetektors am Gasmanagementsystem für den Sicherheitsbehälter von Reaktor 1.  Eine Untersuchung ergab, dass System A nicht mehr arbeitet und keine Daten mehr liefert.

System B weist nach Angaben von TEPCO dagegen keine Anomalien auf und arbeitet störungsfrei, so das von dort weiterhin Daten zur Strahlungsbelastung geliefert werden und eine Erfassung der gemessenen Radioaktivität möglich ist..

Das Unternehmen teilte mit, dass an den sonstigen Daten des Reaktors, wie etwa Druck und Temperatur in den verschiedenen Bereichen keinerlei Auffälligkeiten festgestellt wurden und die Werte keine signifikanten Abweichungen aufweisen.

TEPCO will die genaue Ursache für das Problem ermitteln und plant hierzu eine Kontrolle des offenbar defekten Geräts.

Neues Finanzierungsgesetz für Fukushima-Stilllegung

Bereits am Dienstag wurde ein Gesetzesentwurf eingereicht, mit dem die Finanzierung für die Stilllegungsarbeiten am AKW Fukushima Daiichi gesichert werden soll.

Am heutigen Freitag gab es für den Entwurf grünes Licht durch das Kabinett, so dass das Gesetz bereits bei der nächsten Parlamentssitzung durchgewunken werden könnte.

Die neue gesetzliche Regelung sieht vor, dass der Betreiber des Kernkraftwerks einen Teil der Gelder, die durch die Umstrukturierung des Unternehmens frei werden, für künftige Arbeiten zu reservieren.

Das Geld soll  dann für die Arbeit des regierungsgestützten Unternehmens zur Förderung von Entschädigung und Stilllegung (NDF) genutzt werden. Außerdem erhält das Industrieministerium Befugnisse für finanzielle Stichprobenkontrollen bei TEPCO.

Eine zusätzliche Auflage für das Elektrizitätsunternehmen ist die Vorlage eines Stilllegungsplans für die Reaktoren, sowie eines Finanzierungskonzepts, die in jedem Fiskaljahr beim Industrieministerium neu eingereicht werden müssen.

Das Ministerium und das NDF werden dann das Konzept auf seine Tauglichkeit prüfen. Geht es nach dem Willen der Regierung, wird die überarbeitete Regelung noch innerhalb dieses Jahres in Kraft treten.

Erste Zahlungen von TEPCO an das NDF würden dann frühestens im kommenden Fiskaljahr erfolgen, das gänzlich ohne Scherz am 1. April 2017 beginnt.

Weitere Punkte des Gesetzes betreffen die Aufhebung der Evakuierungsanordnung für Sperrgebietsgemeinden innerhalb von fünf Jahren und die Übernahme von Dekontaminationskosten und Infrastrukturwiederaufbau in der Präfektur, durch die Regierung.

Auch sollen Schulen und Lehrer, die Fälle von Schülermobbing aufgrund ihrer Herkunft aus der Präfektur Fukushima melden, besser unterstützt werden – eine Reaktion auf die teils dramatischen Berichte der vergangenen Monate.

Über den Gesetzesentwurf berichteten Kyodo und Mainichi Shimbun.

 

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