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Fukushima aktuell: Wissenschaftler weisen ungewöhnliche Mutationen nach

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Artikelbild - DNA-Doppelhelix (Foto: pd)
Forschungsergebnisse zu Fukushima-Mutationen vorgelegt (Foto: pd)

Insbesondere Fotos von ungewöhnlich verformten Pflanzen hatten in der Vergangenheit immer wieder Ängste vor möglichen Strahlungsfolgen der Fukushima-Katastrophe geschürt. Die heutigen Fukushima News befassen sich aus aktuellem Anlass ebenfalls mit dem Thema genetischer Veränderungen, wir verzichten jedoch bewusst auf derartige Illustrationen.

Einzelheiten zu den Forschungsergebnissen um Fukushima, heute im Spreadnews Japan-Ticker vom, 15. August 2014.

  • US-Japanische Forscher berichten über Mutationen nach Fukushima

US-Japanische Forscher berichten über Mutationen nach Fukushima: In einer Reihe von gestern veröffentlichten Symposium-Beiträgen zu den Folgen der Fukushima-Katastrophe, kommen Wissenschaftler zu dem Schluss, dass die Freisetzung von radioaktivem Material konkrete Auswirkungen auf Lebewesen hat.

Die aktuellen Beiträge im „Journal of Heredity“ (Volume 105 Issue 5 September-October 2014) befassen sich im Wesentlichen mit bereits aufgetretenen genetischen Veränderungen bei Vögeln, Insekten und Pflanzen. Timothy Mousseau von der University of South Carolina befasst sich in seinem Beitrag mit Symptomen bei Schwalben.

Sowohl im Jahr 1986, als auch im Jahr 2012, jeweils nach den Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima, habe man Schwalben mit ungewöhnlichen weißen Punkten im Gefieder nachgewiesen Die Zahl der Tiere in Japan sei in den beiden Folgejahren noch angestiegen. Nun warte man, ob auch eine Abnahme der Population einzelner Vogelarten aufgrund von Schäden der Mitochondrialen DNS gebe, da identische Probleme nach Tschernobyl aufgetreten waren.

Der Experte erklärte, es seien weitreichende und langfristige Untersuchungen des Ökosystems unter Berücksichtigung genetischer Tests notwendig, um mögliche Langzeiteffekte beobachten zu können und einen Vergleich mit den Auswirkungen des Reaktorunglücks in der Ukraine ziehen zu können.

In einem anderen Beitrag der Ausgabe bezieht sich Professor Joji Otaki von der Ryukyu Universität (Präf. Okinawa), auf nachgewiesene Anomalien in Wachstum und Generik von Schmetterlingen vom Typ Pseudozizeeria maha. Berichte über Mutationen der Schmetterlinge in Fukushima hatten bereits im August 2012 in der Öffentlichkeit für Aufregung gesorgt.

Das Team um Professor Wataru Taira, zu dem auch Otaki gehört, stellte im Rahmen ihrer Studien fest, dass die Zahl der Anomalitäten im September 2011 ihren Höhepunkt fand, jedoch im Anschluss wieder abnahm, was nach Ansicht des Wissenschaftlers drauf hinweisen könnte, dass die Spezies sich der erhöhten Strahlungsbelastung ihres Lebensraums bereits angepasst hat.

Eine weitere Studie, die unter der Leitung von Gohei Hayashi durchgeführt wurde, dokumentiert durch Experimente mit gesunden Reissetzlingen auf einem Feld der Präfektur Fukushima. Bereits nach drei Tagen habe man genetische Abwehrreaktionen festgestellt, die von vermehrter Zellreparatur bis hin zu Reaktionen auf Zelltod reichten.

Die besondere Bedeutung all dieser Studien besteht darin, dass sie die Grundlage für künftige Auswirkungen ionisierender Strahlung auf die Umwelt bieten. Die genauen Auswirkungen langfristiger Belastung durch niedrige Werte ionisierender Strahlung müssen weiter untersucht werden, bereits jetzt legen die Studien nahe, dass sie zu genetischen Schäden und erhöhter Mutation in Zellen und Fortpflanzungszellen führen.

Über die Beiträge des Magazins berichtete unter anderem die Kyodo.

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