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Fukushima aktuell: Wohnhaus auf radioaktivem Abfall gebaut

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Artikelbild - Schwarze Säcke (Foto: Prof. Haruhiko Okumura)
Präf. Fukushima: Abtransport radioaktiver Abfälle ab November möglich (Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura,cc-by)

Die aus Fukushima heute gemeldeten Gespräche über die künftige Lagerung bereits geschmolzener Brennelemente in anderen Teilen Japans, dürften auf wenig Gegenliebe stoßen.

Wenig begeistert dürften auch die Besitzer von Privatgrundstücken sein, die laut aktuellen Fukushima News ihre Häuser auf vergrabenen Dekontaminationsabfällen errichtet haben könnten. Details gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 29. August 2016.

Unsere heutigen Themen zum Wochenbeginn:

  • Wohnhaus auf radioaktivem Abfall errichtet
  • Lagerung geschmolzener Brennelemente in anderen Präfekturen diskutiert
  • AKW Fukushima wappnet sich gegen starken Taifun Lionrock
  • Hohe Kosten für Dekontaminationsforschung erwartet
Wohnhaus auf radioaktivem Abfall errichtet

Wie jetzt bekannt wurde, hat ein Ehepaar ihr Haus auf einem Grundstück in Fukushima gebaut, unter dem Plastiksäcke mit radioaktiv kontaminiertem Erdreich gelagert wurden. Eine Entfernung ist wegen der Gefahr für die Statik des Gebäudes nicht möglich.

Der Mann kaufte im November 2013 ein 300 Quadratmeter messendes Grundstück und erhielt vom Vorbesitzer Dokumente, durch die Dekontaminationsmaßnahmen und die Einlagerung von kontaminiertem Erdreich dokumentiert wurden, jedoch ohne genaue Maßangaben.

Fünf Gemeinden, darunter die Stadt Fukushima, transportieren die Säcke mit kontaminiertem Erdreich nicht an zentrale Sammelstellen, sondern lagern sie übergangsweise auf Privatgrundstücken.

Der Bauherr vermied den gekennzeichneten Bereich des Grundstücks beim Bau seines Hauses. Als die Stadtverwaltung im Oktober 2015 die Abfälle entfernen wollte, wurden jedoch sechs Säcke mit einer Kapazität von sechs Kubikmetern unterhalb des neuen Hauses festgestellt.

Vier von ihnen können aus Statikgründen nicht entfernt werden, da dies die Sicherheit des Gebäudes gefährden würde.

Die Stadt Fukushima ist die einzige Gemeinde, die solche unzureichenden Pläne ausgab. Da bereits 66.000 Skizzen gleicher Art an Grundstückseigentümer ausgegeben wurden, sind weitere Fälle in dieser Form durchaus wahrscheinlich.

Bislang hat sich die Stadtverwaltung nicht für die Versäumnisse entschuldigt, sondern versucht ihr Vorgehen zu rechtfertigen.

Die nicht exakt gekennzeichneten Karten sollten lediglich das Ausmaß der noch vorhandenen Reststrahlung verdeutlichen und die eingezeichneten Angaben zur Lagerstätte wären lediglich ungefähr. Die detaillierteren Grundstückskarten beruhten auf einem anderen Gesetz.

Die Stadt erklärte, die Abfälle hätten eigentlich schnell entfernt werden sollen, so dass man nicht damit gerechnet habe, dass unterdessen ein Verkauf und Hausbau stattfinden würde.

Nun will man offenbar den Schaden begrenzen und erwägt, in 26.000 Fällen entsprechende Grundstückspläne durch detaillierte Karten zu ersetzen und die Öffentlichkeit über die unzureichenden Angaben auf Grundstücksskizzen zu informieren.

Über den Fall berichtete die Mainichi Shimbun.

Lagerung geschmolzener Brennelemente in anderen Präfekturen diskutiert

Masao Uchibori, Gouverneur der Präfektur Fukushima, nahm am heutigen Montag gemeinsam mit Bürgermeistern an einem Treffen mit Industrieminister Hiroshige Seko, teil, um die Möglichkeit einer Auslagerung geschmolzener Brennelemente zu diskutieren.

Die Option, die Masse aus geschmolzenen Brennelementen (Corium) aus dem AKW Fukushima Daiichi nach der Bergung in anderen Präfekturen des Landes zu lagern ist Teil einer Strategiesuche, nachdem ein Betonsarkophag abgelehnt worden war.

Während Gouverneur Ichibori die Entfernung radioaktiver Abfälle aus dem Sperrgebiet als entscheidend für den Wiederaufbau betonte, erklärte Minister Seko, die Bewältigung radioaktiver Abwässer habe Vorrang. Das berichteten Präfekturmedien.

 AKW Fukushima wappnet sich gegen starken Taifun Lionrock

Wie bereits in der vergangenen Woche, trifft der Kraftwerksbetreiber TEPCO erneut Sicherheitsmaßnahmen gegen einen nahenden Taifun. Im aktuellen Fall wird jedoch ein noch stärkerer Sturm erwartet als zuvor.

Nachdem der Taifun Mindulle zum Anstieg von Grundwasser geführt habe, bestehe das Risiko, dass radioaktiv kontaminiertes Wasser in den Hafenbereich gespült werde. Daher habe man weitere Pumpen an Grundwassermessposten angebracht.

Zwischen April und August 2015 waren an Abwasserleitung K fünf Wasseraustritte aufgetreten.  Das Risiko der Meereskontamination konnte TEPCO im März 2016 durch den Abschluss der Umverlegung der Abwasserleitung reduzieren.

Außerdem werde man alle Maßnahmen im Hafenbereich aussetzen, die durch heftige Winde, oder starken Wellengang beeinträchtigt werden könnten, wie beispielsweise Kranarbeiten. Ein Eintreffen des Taifuns auf der japanischen Hauptinsel wird für den morgigen Dienstag erwartet.

Abhängig von der Wetterlage könnten auch weitere Tätigkeiten im Freien aus Sicherheitsgründen eingeschränkt werden. Neben TEPCO berichtete auch die NHK über die getroffenen Maßnahmen.

 Hohe Kosten für Dekontaminationsforschung erwartet

Das Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT), sieht im Budget für das Fiskaljahr 2017 eine Gesamtsumme von 33 Milliarden Yen für Forschungen auf dem Gebiet der Dekontaminationstechnologie vor.

Damit gehört dieser Punkt zu den größten Kostenfaktoren. Nach Ansicht des Ministeriums ist die Bewältigung der Umweltverschmutzung als Folge des radioaktiven Fallouts im Zuge der Fukushima-Krise und die Dekontamination der AKW-Anlage von besonderer Bedeutung.

Weitere Kosten mit Bezug zun den Ereignissen vom 11. März 2011 entstehen durch die Schlichtungsstelle für Entschädigungen und Stipendien für Studenten, die von den Tohoku-Katastrophen betroffen sind. Das berichten Präfekturmedien.

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