Fukushima aktuell: Zahl der Krebsfälle bei Kindern erneut gestiegen

Fukushima aktuell: Zahl der Krebsfälle bei Kindern erneut gestiegen

Zusammenhang mit AKW-Krise weiter strittig

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Artikelbild - Schilddrüse (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Zweifel an der Statistik von Schilddrüsenkrebs bei Kindern (Grafik: pd)

Wenn aus der Präfektur Fukushima heute neue Krebsfälle bei Kindern gemeldet werden, dann ist dies nach offizieller Darstellung noch kein Grund zur Besorgnis.

Dennoch dürfte die Frage nach den Ursachen für die Erkrankung bei vielen Lesern weiterhin dominieren und auch die anstehende Rückkehrmöglichkeit für eine Sperrgebietsgemeinde kann man zumindest ambivalent sehen.

Einzelheiten und weitere Fukushima News gibt es nun aus Japan aktuell im Spreadnews Japan-Ticker vom 7. Juni 2016.

Unsere heutigen Themen:

  • Zweiter Durchgang bestätigt weitere Krebsfälle bei Fukushima-Kindern
  • Aussicht auf Taiwan-Importe für Fukushima-Produkte
  • Evakuierungsanordnung für Teile von Iitate soll 2017 fallen
  • Festnahmen wegen Mordes an Dekontaminationsarbeiter

Zweiter Durchgang bestätigt weitere Krebsfälle bei Fukushima-Kindern: Nach der zweiten Reihe von Untersuchungen jener Kindern, die zum Zeitpunkt der AKW-Katastrophe bis 18 Jahre alt waren, haben sich weitere Fälle von Schilddrüsenkrebs bestätigt.

Nach der ersten Kontrollmaßnahme, die über drei Jahre bis zum März 2014 lief und 370.000 Kinder erfasste, läuft seit April 2014 eine zweite Untersuchungsreihe bei der die Zahl auf 380.000 erhöht wurde.

Im Rahmen dieses noch laufenden zweiten Durchgangs wurden bislang 30 Krebsfälle bestätigt (14 Neuerkrankungen). sowie 27 Verdachtsfälle festgestellt. Die meisten von ihnen hatten bei der ersten Kontrolle noch keine Auffälligkeiten gezeigt.

Erstmals ist auch ein Kind im Alter von fünf Jahren betroffen.

Fasst man die Ergebnisse der abgeschlossenen, sowie der derzeit noch laufenden Gesundheitskontrollen bei Kindern der Präfektur Fukushima zusammen, gibt es bislang insgesamt 131 Krebserkrankungen und 41 Verdachtsfälle.

Zumindest über die externe Strahlungsbelastung  von 31 Kindern in den ersten vier Monaten nach der Katastrophe, konnten offenbar sichere Schätzungen gemacht werden. Der Höchstwert lag demnach bei 2,1 Millisievert, während in 11 Fällen weniger als 1 Millisievert errechnet wurden.

Japanische Experten halten mehrheitlich an der bisherigen Einschätzung fest, die Erkrankungen stünden in keinem kausalen Zusammenhang zur Freisetzung von radioaktivem Material durch die Ereignisse vom März 2011.

Über die aktuellen Zahlen berichteten Kyodo und Präfekturmedien.

Aussicht auf Taiwan-Importe von Fukushima-Produkten: In einem Interview mit Medienvertretern äußerte sich Frank Hsieh der neu ernannte Abgesandte Taiwans in Japan positiv über die mögliche Aufhebung des Importverbots.

Taiwan hatte nicht nur als Folge der Kraftwerkskatastrophe einen zeitweisen Stopp veranlasst, sondern nach dem Bekanntwerden vorsätzlicher Falschdeklaration von Produkten aus der Region Tohoku, die Einfuhr langfristig beschränkt.

Nun signalisierte Hsieh, eine dauerhafte Sperrung sei nicht realistisch, allerdings müssten zunächst Daten der vergangenen fünf Jahre ausgewertet werden, um die Lebensmittelsicherheit gewährleisten zu können.

Über die Aussichten auf eine Wiederaufnahme des Handels mit Produkten aus der Region berichtete die jiji.

Evakuierungsanordnung für Teile von Iitate soll 2017 fallen: Wie die japanische Regierung am gestrigen Montag bekannt gab, soll die Evakuierungsanordnung für große Teile der Sperrgebiets-Gemeinde Iitate am 31. März 2017 aufgehoben werden.

Nachdem im Juni vergangenen Jahres die Dekontaminationsarbeiten in Iitate abgeschlossen werden konnten und die Umgebungsradioaktivität auf 0,8 Mikrosievert pro Stunde sank, sollen am 1. Juli die Vorbereitungsarbeiten für die Rückkehr im kommenden Jahr beginnen.

Dann soll den früheren Bewohnern auch der langfristige Aufenthalt in Iitate genehmigt werden, um ihre Häuser auf die endgültige Rückkehr vorbereiten zu können

Lediglich der Bezirk Nagadoro wird aufgrund anhaltend hoher Strahlungswerte auch nach dem 1, April 2017 weiter Teil des Sperrgebiets bleiben. Somit werden 268 der einst 5917 Bewohner langfristig nicht zurückkehren können.

Als Folge der Fukushima-Katastrophe war die Gemeinde evakuiert worden und seitdem Teil des Sperrgebiets. Über die Pläne zur Aufhebung des Sonderstatus berichteten jiji und Präfekturmedien.

Festnahmen wegen Mordes an Dekontaminationsarbeiter: Im vergangenen Monat berichteten wir über den Fund der Leiche eines Dekontaminationsarbeiters in Iwaki. Jetzt wurden sechs Personen wegen Mordverdachts erneut festgenommen.

Den Ermittlungen zufolge waren zwischenmenschliche Spannungen und Geld der Grund für die Ermordung des 46 Jahre alten Mannes. Den Behörden zufolge ereignete sich die Straftat im vergangenen September.

Todesursächlich war offenbar der Schlag mit einem stumpfen Gegenstand, nachdem die Gruppe ihn gemeinsam angegriffen hatte. Über die Ermittlungen bei diesem Tötungsdelikt berichteten Präfekturmedien.

1 KOMMENTAR

  1. Und es wird immer weiter gelogen, auch wenn die Ausreden immer dürftiger werden.

    Vielen Dank für Eure wertvollen Berichte. NHK hat ja inzwischen auch einen Maulkorb bekommen.

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