Start Aktuelles Fukushima aktuell: Zahl verletzter Kraftwerksarbeiter gestiegen

Fukushima aktuell: Zahl verletzter Kraftwerksarbeiter gestiegen

2208
0
TEILEN
Artikelbild - Fukushima-Arbeiter am 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Erstmals Anerkennung von Schilddrüsenkrebs (Symbolfoto: TEPCO)

Jahresrückblicke in den Medien dauern an und so gibt es auch zum AKW Fukushima heute Erkenntnisse zu alten Ereignissen. Doch die Fukushima News zeigen auch den Blick nach vorne, im Spreadnews Japan-Ticker vom 6. Januar 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • Zahl verletzter Arbeiter am AKW Fukushima gestiegen
  • Filtersystem nach Arbeiten gestartet
  • Neues Programm für Wiederaufbau in Fukushima geplant

Zahl verletzter Arbeiter am AKW Fukushima gestiegen: Das vergangene Fiskaljahr schien für die Angestellten am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi als besonders risikoreich, denn tatsächlich lag die Zahl der Beschäftigten, die sich bei Arbeiten auf dem Kraftwerksgelände Verletzungen zuzogen, oder über gesundheitliche Probleme klagten, deutlich höher als im Vorjahr.

Im Zeitraum zwischen April und November 2014 wurden insgesamt 39 Arbeiter als verletzt gemeldet, es gab zudem einen offiziellen Krankheitsfall. Zwischenzeitlich waren Arbeiter immer wieder wegen gesundheitlicher Probleme ausgefallen.

Im September kam es bei einem Angestellten zu einer Rückenverletzung, nachdem er beim Bau eines Lagertanks von einem herabfallenden Rohr getroffen worden war und Ende desselben Monats erlitt ein Kraftwerksarbeiter einen elektrischen Schlag.

Anfang November kam es zu einem weiteren schweren Unfall bei Arbeiten an einem Lagertank. Damals schlug ein 390 Kilogramm wiegendes Bauteil einen der Beschäftigten bewusstlos, während der andere Arbeiter an beiden Knöcheln Knochenbrüche erlitt.

Im Vergleich hierzu waren im Fiskaljahr 2013, das im März vergangenen Jahres endete, lediglich insgesamt 23 Meldungen über Verletzungen bei Beschäftigten bekannt geworden. Damals kam es allerdings auch zu einem Todesfall aufgrund eines Einsturzes.

Der Anstieg bei den Meldungen über Verletzungen ist nach Darstellung von TEPCO jedoch nicht auf erhöhte Gefahr für die Arbeiter zurückzuführen, sondern im Wesentlichen statistisch begründet. Er beruhe vielmehr auf der gestiegenen Zahl der Beschäftigten.

Gesundheitliche Probleme und Arbeitsunfälle sind somit kein neues Problem. Beispielsweise kam es im Januar und August 2014, ebenso wie im August 2012, zu Todesfällen aufgrund von Herzstillstand. Ein Arbeiter im Februar 2013 konnte dagegen noch gerettet werden (Spreadnews berichtete jeweils).

Hitzeschläge aufgrund der Arbeitsbedingungen waren vor allem vor Erhöhung des Lebensstandards der Arbeiter ebenfalls nicht ungewöhnlich. Über gesundheitliches Unwohlsein gibt es ebenfalls immer wieder Meldungen, wie etwa die Einlieferung eines Arbeiters im Dezember 2014.

Filtersystem nach Arbeiten gestartet: Am heutigen Dienstag wurden die Vorbereitungen für die Filterung von Cäsium und Strontium abgeschlossen und die Verarbeitung des Materials um 11:47 Uhr begonnen. Das berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Das Unternehmen arbeitet immer wieder an einer Verbesserung der Filterleistung am bestehenden Multinuklid-Filtersystem ALPS und hofft, durch den geplanten dauerhaften Einsatz eines Hochleistungsfiltersystems mehr kontaminiertes Wasser bewältigen zu können.

Neues Programm für Wiederaufbau in Fukushima geplant: Die erste Arbeitswoche des neuen  Jahres begann unter anderem auch mit der gestrigen Ankündigung der Regierung, durch ein neues Hilfsgelderprogramm den Wiederaufbau der Präfektur Fukushima zu fördern.

Durch die Zuschüsse sollen Gemeinden, die besonders schwer durch die Kraftwerkskatastrophe betroffen sind, finanziell bei der Wiederbelebung von Handel und Infrastruktur unterstützt werden. Zu den geförderten Maßnahmen gehört der Kauf von Grundstücken und die Reparatur von Kanalisation und Straßen, um auf eine Rückkehr vorbereitet zu sein.

Mit einer ersten Umsetzung nach der Erlassung des neuen Unterstützungsprogramms, die in einer Parlamentssitzung im Laufe des Monats beschlossen werden soll, wird im Fiskaljahr 2015 gerechnet. Das berichteten Kyodo und jiji.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here