Start Aktuelles Fukushima aktuell: Zeitplan für Brennelemente-Bergung aus Reaktor 2 vorgestellt

Fukushima aktuell: Zeitplan für Brennelemente-Bergung aus Reaktor 2 vorgestellt

Abgebrannte Brennelemente sollen aus dem Abklingbecken geborgen werden.

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Artikelbild - Offizielles Foto des AKW Fukushima Daiichi (Foto: Copyright by TEPCO)
TEPCO zieht Souvenir-Angebot am AKW Fukushima vorerst zurück (Foto: Copyright by TEPCO)

Während im Bezug auf das AKW Fukushima heute ein Zeitplan für die Bergung abgebrannter Brennelemente bekannt wurde, freut man sich in Japan aktuell über die erneute Auszeichnung für Wasser aus Fukushima.

Die ausführlichen Meldungen der Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 30. März 2018.

Unsere Themen zum Osterwochenende:

  • Zeitplan für Brennelemente-Bergung aus Abklingbecken von Reaktor 2
  • Fukushima-Wasser gewinnt erneut internationalen Qualitätspreis
  • Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter
Zeitplan für Brennelemente-Bergung aus Abklingbecken von Reaktor 2

Der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi legte gestern auf einer Pressekonferenz den Zeitplan für die Bergung von 615 abgebrannten Brennelementen aus dem Abklingbecken von Reaktor 2 vor.

Demnach soll im Aprill das vierte Stockwerk untersucht und Strahlungsmessungen durchgeführt werden. Im Jahr 2020 will TEPCO den gesamten oberen Teil des Gebäudes demontieren, so dass die Entfernung der Brennelemente 2023 anlaufen kann.

Details der Maßnahme

Als erste Maßnahme soll auf der Westseite eine Öffnung von sieben Metern Länge und fünf Metern Breite durch die 20 Zentimeter dicken Betonwand getrieben werden, so dass im Juni zwei ferngesteuerte Roboter Bildaufnahmen machen, sowie Umgebungsradioaktivität und Kontamination der Wände erfassen können.

Um eine Freisetzung von radioaktivem Material während der baulichen Maßnahmen und Robotermissionen zu verhindern, wird eine viereckige Hülle von 17 Metern Länge, 23 Metern Breite und zehn Metern Höhe zum Einsatź kommen.

Außerdem wird eine Art Luftschleuse geschaffen, um die Verbreitung von radioaktivem Staub im Zuge der Arbeiten zu vermeiden. Anhand der erfassten Daten werden dann die weiteren Arbeitsschritte für die Bergung der abgebrannten Brennelemente gewählt.

Hintergrund

Messungen im Jahr 2012 hatten im vierten Stockwerk des Gebäudes, unmittelbar über dem Sicherheitsbehälter Strahlungswerte von 880 Millisievert nachgewiesen. Da man nach wie vor von hohen Werten ausgeht, waren ausgedehntere Untersuchungen bislang vermieden worden.

Der langfristige Zeitplan sieht eine Bergung abgebrannter Brennelemente aus Reaktor 3 noch in diesem Herbst vor, während die Maßnahmen für die Reaktoren 1 und 2 unspezifischer auf das Fiskaljahr 2023 datiert werden.

Insgesamt befinden sich im Abklingbecken von Reaktor 1 noch 392 abgebrannte Brennelemente und 566 weitere im Becken von Reaktor 3. Eine erste erfolgreiche Bergung aller Brennelemente aus Reaktor 4 Im Jahr 2014 umfasste 1.533 Exemplare.

Über die Pläne berichteten Präfekturmedien.

Fukushima-Wasser gewinnt erneut internationalen Qualitätspreis

Zum zweiten Mal im Folge hat das Wasser vom Damm des Surikamigawa in Fukushima den internationalen Qualitätspreis der „Monde Selection“ in Gold gewonnen. Bereits in den Jahren zuvor war es mehrfach ausgezeichnet worden.

Das Wasser hatte seit 2015 in der Kategorie „Bier, Wasser, Softdrinks“ teilgenommen, um Gerüchte über Gesundheitsgefahren durch den Konsum von Wasser aus der Präfektur zu entkräften. Über die wiederholte Auszeichnung des Fukushima-Wassers berichteten Präfekturmedien.

Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter

Wie zum Ende jedes Monats gab der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi auch heute die Statistiken für den Vormonat an die zuständige Behörde weiter.

Am heutigen Mittwoch übermittelte der Kraftwerksbetreiber TEPCO die aktuellen Angaben zur Zahl der Beschäftigten an der Anlage, sowie zur Höhe der Strahlungsdosis an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales (MHLW) für den Februar 2018.

Die maximale Strahlungsbelastung der Angestellten lag im Februar bei 9,72 Millisievert. Im Bezug auf die inkorporierte Strahlenbelastung wurden bei den Angestellten keine signifikanten Werte festgestellt.

Der nächste Bericht, der sich mit den Strahlungsdaten mit Stand von Ende März  2018 befassen wird, soll gegen Ende April eingereicht werden.