Fukushima aktuell: Zeitplan für Filterung radioaktiver Abwässer geplatzt

Fukushima aktuell: Zeitplan für Filterung radioaktiver Abwässer geplatzt

2017
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Artikelbild: Kontrollgang in einem Lagertankbereich (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Lagertanks bleiben ein Sicherheitsrisiko (Symbolfoto: TEPCO)

Sowohl die Pläne zur Filterung von Wasser, als auch geplante Finanzierungen müssen anders gehandhabt werden, als vorgesehen. Diese Fukushima News haben weitaus mehr Bedeutung, als diese Zusammenfassung. Mehr zu dem, was im Zusammenhang mit der Präfektur Fukushima heute bekannt wurde, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 3. März 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • Filterung von kontaminiertem Wasser dauert ein Jahr länger
  • Finanzierung für Unternehmen in Evakuierungszone verlängert

Filterung von kontaminiertem Wasser dauert mehr als ein Jahr länger: Die Filterung von stark radioaktiv belastetem Wasser wird sich bis Mai kommenden Jahres hinziehen und der Abschluss der Arbeiten mehr als ein Jahr verzögert.

Das gab Naohiro Masuda, Verantwortlicher eines Unternehmens zur Dekontamination und Kraftwerksstilllegung am AKW Fukushima Daiichi, in einem Interview mit der japanischen Tageszeitung Mainichi Shimbun bekannt.

Bereits im Januar war das erhoffte Ziel, bis zum 11. März die Reinigung der radioaktiven Abwässer zu erreichen, aufgrund von technischen Problemen am Multinuklid-Filtersystem ALPS verworfen worden.

Das vom Kraftwerksbetreiber TEPCO gegründete Stilllegungsunternehmen, will sich nach Angaben von Masuda, insbesondere der Filterung von Strontium widmen, da es trotz der beiden mobilen Strontium-Filtereinheiten immer noch den wichtigsten Verzögerungsfaktor darstelle.

Nach der Filterung von Strontium, würde die Gesamtkonzentration an radioaktivem Material im Wasser auf ein Tausendstel des Ursprungswerts sinken. Da sich jedoch noch weitere radioaktive Substanzen im Wasser befinden, rechne man erst gegen Mai kommenden Jahres mit einem Abschluss.

Nach Angaben von TEPCO werden derzeit etwa 200.000 metrische Tonnen an kontaminiertem Wasser in den Lagertanks auf dem Gelände gelagert. Über den zeitlichen Rückschlag berichtete die Mainichi Shimbun.

Finanzierung für Unternehmen in Evakuierungszone verlängert: Am vergangenen Freitag berichteten wir über die Geldnot von Privatkliniken im Evakuierungsgebiet, die ohne Finanzhilfen durch TEPCO schließen müssen.

Doch nun haben die Regierung und der Kraftwerksbetreiber offenbar reagiert und wollen den Schadensausgleich für Unternehmen, die von der AKW-Katastrophe betroffen sind, über das bisherige Auslaufdatum vom Februar 2016 hinaus verlängern.

Auch die Beendigung der Zahlungen an Betriebe außerhalb der betroffenen Gebiete, die jedoch einen Rufschaden durch das Unglück erlitten haben, soll verschoben werden.

Als Begründung nannten die Geldgeber die große finanzielle Abhängigkeit von diesen Unterstützungsmaßnahmen. Tatsächlich müsse andernfalls damit gerechnet werden, dass viele Unternehmen schließen müssten.

Die Zahl der Bankrottierungen durch die drei Tohoku-Katastrophen, liegt nach Angaben des privaten Credit Research Unternehmens, Teikoku Databank Ltd., bei 1.726 Unternehmen. Die hierdurch entstandenen Schulden belaufen sich auf 1,56 Milliarden Yen. Über die finanziellen Folgen der Katastrophe berichteten die jiji und die Mainichi Shimbun.

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