Start Aktuelles Fukushima aktuell: Zukunft von AKW Fukushima Daini weiter unklar

Fukushima aktuell: Zukunft von AKW Fukushima Daini weiter unklar

Forderung nach AKW-Stilllegung steht weiter im Raum

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AKW Fukushima Daini in Japan. Foto: Tepco
Fukushima Daini: Erdbeben löst Alarm aus (Foto: Copyright by TEPCO)

Wenn Medien das Thema des AKW Fukushima heute noch aufgreifen, wird dabei häufig nicht erwähnt, dass es zwei Kernkraftwerke dieses Namens gibt.

Tatsächlich sorgt das AKW Fukushima Daini (Fukushima 2) praktisch nie für Schlagzeilen, da es der großen Katastrophe im März 2011 entkam. Doch die aktuellen Fukushima News haben die Anlage nun zum Thema – so auch der Spreadnews Japan-Ticker vom 8. Januar 2018.

Unsere heutigen Themen zum Wochenbeginn:

  • Zukunftspläne für AKW Fukushima Daini bleiben schwammig
  • Wasserpfütze an Filterverbindungsstück entdeckt
  • Krankenhäuser mehrerer Präfekturen nicht auf AKW-Störfälle vorbereitet
  • Volljährigkeitsfeiern in einstigen Katastrophenpräfekturen
Zukunftspläne für AKW Fukushima Daini bleiben schwammig

Ende vergangener Woche gab die Führung des Elektrizitätsanbieters TEPCO einen Teil der Strategie für weitere Arbeiten mit Bezug zu den Kernkraftwerken des Unternehmens in der Präfektur Fukushima bekannt.

Dabei blieben die Verantwortlichen einigermaßen vage und insbesondere im Bezug auf die Zukunft des Kernkraftwerks Fukushima Daini (Fukushima 2) wollte man sich ganz offensichtlich nicht festlegen.

Man diskutiere die Angelegenheit intern, insbesondere hinsichtlich des zu erwartenden Energiebedarfs in den kommenden 50 Jahren hieß es.

Obwohl das zweite Kernkraftwerk von TEPCO einer Kernschmelze entging, wurde in der Vergangenheit vielfach die dauerhafte Stilllegung des AKW Fukushima Daini verlangt.  Kritiker argumentieren, dies wirke Ängsten und Gerüchten entgegen.

TEPCO verwies dagegen erneut auf die allgemeine Energiepolitik des Landes, etwa im Bezug auf erneuerbare Energien und Klimaschutzziele, die bei solch einem Beschluss langfristig berücksichtigt werden müssten.

Da es sich zudem um eine schwerwiegende Entscheidung für das Unternehmen handele, die allen Beteiligten, darunter Aktionären, verständlich gemacht werden müsse, werde man die Angelegenheit sorgfältig prüfen.

Genaue Angaben, etwa welche Untersuchungen diesbezüglich bereits getroffen worden, oder Informationen über einen Zeitrahmen, in denen eine Entscheidung über die Zukunft und mögliche Stilllegung des AKW Fukushima Daini zu erwarten sei, gab es am Freitag nicht.

Schnelle Antworten sind aufgrund der verschiedenen Haltungen zu alternativen Energiequellen, etwa im Bereich der regenerativen Energien, nicht zu erwarten. Das berichten Präfekturmedien.

Wasserpfütze an Filterverbindungsstück entdeckt

Angestellte des Kraftwerksbetreibers TEPCO entdeckten am heutigen Montag gegen 11:46 Uhr (Ortszeit), dass es am Gebäude zur Filterung von Wasser aus den so genannten „sub drains“  zu einem offenbar unbedeutenden Wasseraustritt gekommen war.

Fundort war das Verbindungsstück eines Vorfilters mit der Wasserleitung. Die Gesamtmenge wird auf einem Verbindungsstück ausgetreten war. Es handelt sich um eine Pfütze mit Abmessung von  0,3 x 0,15m und einer Tiefe von zwei Milimetern.

TEPCO untersuchte den Fund und kam zu dem Schluss, das kein weiteres Wasser austrete, das bereits vorhandene Wasser nicht in die Umwelt gelangte und das Strahlungsniveau der Umgebung innerhalb der Anlage entsprach. Anschließend wurde es entfernt.

Über das  Leck berichtete AKW-Betreiber TEPCO.

Krankenhäuser mehrerer Präfekturen nicht auf AKW-Störfälle vorbereitet

Nach der Katastrophe am AKW Fukushima Daiichi im März 2011 wurde deutlich, wie wichtig die Vorbereitungen für Kliniken sind, die sich in Präfekturen befinden, in denen Kernkraftwerke stehen.

Doch wie Gespräche mit der Atomaufsichtsbehörde und anderen Institutionen zeigen, wurden in 11 der 24 betroffenen Präfekturen keine Notfallmaßnahmen zur Aufnahme von Personen mit radioaktiver Kontamination eingerichtet.

Nach Behördenangaben fürchten sich viele Kliniken einen Vertrauensverlust bei anderen Patienten, sollten sie sich bei einem schweren Störfall zur Aufnahme kontaminierter Personen bereit erklären. Auch mangele es an Ärzten mit entsprechender Fachkenntnis.

Angesichts der Tatsache, dass mittlerweile bereits sieben Kernkraftwerke die staatlichen Sicherheitstests bestanden haben, die für ein erneutes Hochfahren der Reaktoren erforderlich sind, stellen diese Defizite kein rein statistisches Problem dar.

Derzeit muss befürchtet werden, dass viele Kliniken bei einem Notfallszenario mit radioaktiv belasteten Patienten nicht in der Lage wären, die erforderlichen Schritte mit der notwendigen Reibungslosigkeit durchzuführen.

Das berichteten Präfekturmedien, ohne jedoch genaue Standorte zu nennen.

Volljährigkeitsfeiern in einstigen Katastrophenpräfekturen

Fast sieben Jahre nach den Tohoku-Katastrophen fanden in vielen Gemeinden, die vom Großbeben, dem Tsunami, oder der Kraftwerkskrise betroffen waren, teilweise erstmals wieder Feiern anlässlich des Volljährigkeitstags statt.

Der „Seijin no Hi“ findet  am zweiten Montag im Januar statt und ist in Japan ein gesetzlicher Feiertag. In den Präfekturen Fukushima, Iwate und Miyagi werden in diesem Fiskaljahr 5.600 neue Erwachsene begrüßt.

In Namie (Präf. Fukushima) nahmen 110 der insgesamt 183 Bürger, die im Rahmen dieses Fiskaljahrs volljährig geworden sind, oder volljährig werden, an einer Zeremonie teil. Der Veranstaltungsort liegt 8,5 Kilometer vom AKW Fukushima Daiichi entfernt.

Offiziell sind 18.075 Personen als Einwohner von Namie registriert (Stand Oktober 2017), doch trotz der Freigabe großer Teile der Gemeinde sind gerade einmal 440 der einstigen Bewohner dauerhaft zurückgekehrt.

Über die Feiern berichteten mehrere Medien, darunter die Asahi Shimbun und die NHK.

Hintergrund

In Japan wird die Volljährigkeit mit dem 20. Lebensjahr erreicht. Pünktlich zu den Olympischen Spielen 2020 wird jedoch eine Senkung auf 18 Jahre geplant, was eine Änderung von 25 Gesetzen erforderlich machen wird.