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Fukushima aktuell: Zusätzliche Entsalzungsanlage für Reaktor 1

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Artikelbild - AKW Fukushima: Umkehrosmose-Einheit der Entsalzungsanlage (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Umkehrosmose-Einheit der Entsalzungsanlage (Foto: TEPCO)

Neben der Möglichkeit zur Rückkehr in Teile des Sperrgebiets, ist in der Präfektur Fukushima heute einiges in Bewegung. So gibt es neue Schritte beim Betreiber des AKW Fukushima und insgesamt bemüht man sich heute offenbar um positive Schlagzeilen – offenbar ganz ohne Aprilscherz.

Details der Fukushima News nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 1. April 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Zusätzliche Entsalzungsanlage für Reaktor 1
  • Umstrukturierung bei TEPCO
  • Rückkehr in frühere Sperrzone der Stadt Tamura
  • Drei Fukushima-Gemeinden erfolgreich dekontaminiert
  • Klinik in Kawamata bietet Lebensmittelkontrollen an

Zusätzliche Entsalzungsanlage für Reaktor 1: Nachdem bei der Notkühlung im März 2011, auch Meerwasser in die Reaktoren geleitet worden war, was zur Korrosionsgefahr und dem Beginn der Einspeisung von Hydrazin geführt hatte, ist die Entsalzung des Kühlwassers ein wichtiger Schritt im Kühlkreislauf.

Nicht zuletzt, da für zukünftige Arbeiten auch eine Entfernung bisheriger Abdeckungen um Reaktoren erforderlich werden kann, sieht die Betreiberfirma TEPCO das Risiko einer Zunahme des Salzgehalts durch Niederschlag und Winde, bei der an der Küste liegenden Anlage.

Aus diesem Grund kann die Anbringung einer zusätzlichen Entsalzungseinheit für Abklingbecken eine sinnvolle Maßnahme sein, will man den Entsalzungsgrad konstant halten, oder erhöhen.

AKW Fukushima: Ionentauscher der Entsalzungsanlage (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Ionentauscher der Entsalzungsanlage (Foto: TEPCO)

TEPCO veröffentlichte nun Aufnahmen einer Entsalzungsanlage, die mit einem LKW transportiert wurde.

Das Unternehmen zeigt dabei die Vorrichtungen für Umkehrosmose und Ionenaustausch, die Teil der Anlage sind.

Umstrukturierung bei TEPCO: Wie vom Unternehmen zuvor angekündigt, wurde zum 1. April, Fumio Sudo, zum neuen Vorsitzenden des Unternehmens benannt. Er versprach, die Probleme durch das AKW Fukushima, inklusive der Entschädigungen, zur Chefsache zur machen.

TEPCO-Zentrale in Tokyo (Foto: Yusuke Kawasaki cc-by)
Umstrukturierung bei TEPCO (Foto: Yusuke Kawasaki cc-by)

Durch die Schaffung eines neuen Betriebs, der „Fukushima Daiichi D&D Engineering Company“ will Sudo die Stilllegung und Dekontamination besser auslagern und folgt damit den Ratschlägen von US-Experten.

Zu den Unternehmen, die sich an der neuen Instanz beteiligen werden, gehören auch Hitachi und Hitachi-GE Nuclear Energy.

Hitachi gehört, ebenso wie Mitsubishi Heavy Industries und Toshiba zu den Unternehmen, die Roboter für den Einsatz am AKW Fukushima entwickelten.

Zuletzt hatte Hitachi im März 2014 einen neuen Roboter vorgestellt, der seine Form verändern, in Rohre kriechen und sogar tauchen kann.

Rückkehr in frühere Sperrzone der Stadt Tamura: Die ab heute mögliche Rückkehr in die nun freigegebenen Bereiche der Stadt Tamura,  ist für viele der früheren Bewohner nicht nur Grund zur Freude, sondern vielmehr noch, Anlass für Unsicherheit und Sorge.

Anders als zur Zeit des Dichters Basho (1644 – 1694), der in seinem Werk „Oku no Hosomichi„, auch von seinem Besuch der Präfektur Fukushima (damals Teil der Provinz Mutsu) berichtet, müssen sie darauf vertrauen, dass die Dekontaminationsmaßnahmen der Regierung, dort das radioaktive Material ausreichend beseitigt haben.

Insgesamt besteht nun für 355 Personen aus 116 Haushalten der Stadt Tamura die Möglichkeit, in den Bezirk Miyakoji zurückzukehren.

Straßensperre in der Präfektur Fukushima (Foto: Prof. Haruhiko Okumura cc-by)
Straßensperre in der Präfektur Fukushima (Foto: Prof. Haruhiko Okumura cc-by)

Doch Umfragen, beispielsweise der NHK, lassen erwarten, dass nicht einmal die Hälfte dieses Angebot wahrnehmen wird. Einige der Einwohner der Stadt Tamura, trafen am heutigen 1. April 2014 tatsächlich Vorbereitungen, um in den freigegebenen Bezirk Miyakoji zurückzukehren.

Dabei ist die Möglichkeit, der Enge der Übergangshaussiedlungen zu entkommen sicher ein Faktor.

Das Fehlen etablierter Infrastruktur in den freigegebenen Gebieten, dürfte allerdings Menschen zurückhalten, die in den Übergangshäusern zumindest sicher versorgt werden.

Die offiziell erfolgreiche Dekontamination eines Bezirks stellt jedoch nicht die Lösung des gesamten Problems dar. So ist etwa noch nicht festgelegt, wie bei erneuten Kontaminationen durch die Umwelt vorgegangen werden soll. Eine wiederholte Dekontamination von Ortschaften ist nicht vorgesehen.

Immer noch leben etwa  80.000 früherer Einwohner von 11 Gemeinden, innerhalb der Sperrgebiete, nun außerhalb ihrer Wohnorte.

Während 276 Bewohner von Kawauchi ab Ende Juli zumindest mit einer Aufhebung für Teile der Ortschaft rechnen können, werden mit Okuma und Futaba zwei Orte langfristig unbewohnt bleiben – auf ihrem Gebiet befindet sich das AKW Fukushima Daiichi.  Über die Entwicklungen berichteten praktisch alle japanischen Medien.

Drei Fukushima-Gemeinden erfolgreich dekontaminiert: Wie Umweltminister Nobuteru Ishihara am heutigen Dienstag mitteilte, konnten die Ortschaften Naraha, Okuma und Kawauchi die Dekontaminationsarbeiten fristgemäß abgeschlossen werden.

Die Regierung arbeitet an 11 Gemeinden, in der Nähe des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi, an der Dekontamination von Gebäuden und Infrastruktur. Ausgenommen von der Maßnahme sind lediglich Bereiche, die nach dem Drei-Zonen-Modell der Regierung langfristig unbewohnbar bleiben werden.

Nach Abschluss der Dekontamination der drei Gemeinden und der heutigen Freigabe eines Bezirks der Stadt Tamura, bleiben derzeit noch sieben weitere Ortschaften auf erfolgreiche Dekontamination warten. Hierüber berichtete die NHK.

Naraha war als eine der drei, nun abgeschlossenen Gemeinden, zuvor als Standort für eines der drei geplanten Zwischenlager für radioaktiv kontaminiertes Erdreich vorgesehen. Der Ort wurde jedoch aufgrund der Argumentation, er weise mittlerweile eine sehr niedrige radioaktive Belastung auf, von der Liste gestrichen.

Klinik in Kawamata bietet Lebensmittelkontrollen an: Am gestrigen Montag nahm eine Stelle für Radioaktivitätskontrollen für Lebensmittel ihre Arbeit auf. Da die Zahl der Anfragen durch Bürger bei den bisherigen Messstellen stetig zunahm, habe man sich zu dem Schritt entschlossen.

In der Regel sind Strahlungskontrollen in Sporthallen oder Gemeindezentren und Rathäusern möglich. Bei dem Angebot in der Klinik, führen die Bürger die Zerkleinerung der Lebensmittelproben selbst durch und können  sich auf Tafeln über die Richtwerte informieren, was den Aufwand verringert. Täglich sind dort Hilfskräfte vor Ort.

Die Kontrollen in der Klinik bedürfen einer telefonischen Anmeldung und sind nur wochentags in einem Zeitraum von sechseinhalb Stunden möglich, berichten Präfekturmedien.

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