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Fukushima aktuell: Zusätzliche Maßnahmen gegen kontaminiertes Wasser gefordert

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Artikelbild - AKW Fukushima: Bereich mit Tankbehältern am 9. Januar 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Bereich mit Tankbehältern am 9. Januar 2012 (Foto: TEPCO)

Während im Rahmen von Japans Außenpolitik Kronprinz Naruhito den Gedenkfeierlichkeiten für Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela in Südafrika beiwohnte und Premierminister Shinzo Abe in der südafrikanischen Botschaft sein Beileid bekundete, gab es vom AKW Fukushima heute neue Meldungen.

Neben einem Stromausfall-Alarm gehören auch Forderungen eines Regierungsausschusses nach schnellen Sicherheitsmaßnahmen gegen radioaktiv kontaminiertes Wasser zu den aktuellen Fukushima News. Einzelheiten nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. Dezember 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Schnelle Sicherheitsmaßnahmen gegen kontaminiertes Wasser gefordert
  • Alarm an Schaltanlage  des AKW Fukushima
  • Grundwasserkontakt mit Cäsium in Laubwäldern unwahrscheinlich

Schnelle Sicherheitsmaßnahmen gegen kontaminiertes Wasser gefordert: Ein Regierungsausschuss hat die schnelle Einführung von unterstützenden Maßnahmen gefordert, die parallel zu den Versuchen der unterirdischen Grundwasserbarriere durch Bodenfrostung und der Küstensicherung vor radioaktivem Wasser, durchgeführt werden sollen.

Zu den vom Ausschuss empfohlenen Schritten, gehört die Abdichtung der Risse in Gebäuden durch den Einsatz von Beton, um die Kontamination von Grundwasser aus den Strukturen einzudämmen. Außerdem solle das gesamte Gelände der Anlage asphaltiert werden, um Regenwasser vom Erdboden fernzuhalten.

Für eine besser gesicherte Lagerung sei der Bau von doppelwandigen Wassertanks erforderlich. Das bisher ungelöste Problem von radioaktiven Tritium, das sich selbst durch die ALPS-Anlagen nicht filtern lässt, müsse Thema eines Expertenteams werden. Diese sollen bis Ende März zu einem Ergebnis kommen. Das berichten Kyodo und NHK.

Die anvisierten Hauptmaßnahmen – Bodenfrostung und Küstensicherung – werden von Kritikern als zu zeitaufwendig und in ihrer Wirksamkeit fraglich angesehen. Insbesondere die Bodenfrostung hat in der Tat einen stark experimentellen Charakter, da keine vergleichbaren Anlagen über mehrere Jahre hinweg betrieben wurde.

Alarm an Schaltanlage  des AKW Fukushima: Am gestrigen Montag kam es gegen 16:29 Uhr zu einem Alarm, der auf einen Fehler an der 66 kV Schaltanlage der Versorgungslinie Okuma 3L hinwies. Der Alarm wiederholte sich um 17:24 Uhr. In beiden Fällen konnte  jedoch keine Störung der Stromversorgung festgestellt werden.

Symbol: Hochspannung (Grafik: pd)
AKW Fukushima: Erneut Alarm an Stromversorgung (Grafik: pd)

Dagegen entdeckte man Fäkalien und Urinspuren eines kleinen Tieres, das offenbar durch eine 2 x 2 Zentimeter große Öffnung eingedrungen war. Gegenwärtig geht der Kraftwerksbetreiber TEPCO davon aus, dass es sich in beiden Fällen um Fehlalarme handelt, die durch das Tier ausgelöst wurden.

Als Gegenmaßnahme wurde die entdeckte Öffnung abgedichtet.

Das AKW Fukushima Daiichi hat bereits eine Geschichte von Stromausfallwarnungen vorzuweisen, an denen in einigen Fällen auch kleine Nagetiere beteiligt waren.

Nachdem es im März 2013 durch ein Nagetier zu einem schweren Stromausfall gekommen war, der auch das Kühlsystem beeinträchtigte, gab es zuletzt am 26. November 2013 einen Fehlalarm, der ebenfalls auf ein Tier zurückgeführt wird.

Grundwasserkontakt mit Cäsium in Laubwäldern unwahrscheinlich: Im Mai 2011 begonnene Untersuchungen der Japanischen Atomenergiebehörde JAEA kommen zu dem Schluss, dass offenbar ein Großteil des Cäsiums aus dem radioaktiven Fallout der in Laubwäldern der Präfektur Ibaraki niederging, nicht ins Grundwasser gelangte.

Laub (Foto: David Bleasdale cc-by)
Präfektur Ibaraki: Auswirkung von Fukushima-Katastrophe auf Grundwasser untersucht (Symbolbild: David Bleasdale cc-by)

Zu Beginn der Maßnahme hatte man im untersuchten Gebiet eine durchschnittliche Strahlung von 20 Kilobecquerel pro Quadratmeter festgestellt. Insgesamt 70 Prozent das Materials befand sich in einer Laubschicht auf dem Waldboden.

Im Dezember 2011 waren die Werte an der Erdoberfläche auf ein viertel des ursprünglichen Werts gesunken – allerdings hatten sich gleichzeitig die Cäsiumwerte, die in fünf Zentimetern Tiefe nachgewiesen wurden, verdreifacht. Eine spätere Kontrolle im August 2012 ergab, dass sich die Cäsiumwerte dort immer noch hielten.

Der Anstieg der Werte im Erdboden wird auf die beschleunigte Kompostierung des Laubs durch steigende Temperaturen und die Regenfälle vom Herbst 2011 zurückgeführt, die das radioaktive Material vermehrt von den Blättern in den Boden gewaschen hätten. Seit diesem Zeitpunkt blieben die Werte jedoch konstant.

Ein Vergleich mit der Menge an Cäsium in Erdschichten von zusätzlichen zehn Zentimetern ergab, das im Fiskaljahr lediglich 0,2 Prozent der radioaktiven Substanz so weit in den Boden vorgedrungen war. Der Wert lag im Fiskaljahr 2012 mit 0,1 Prozent sogar noch darunter.

Nach Angaben der Asahi Shimbun sollen sich künftige Forschungen mit Cäsiumbelastung in Nadelwäldern befassen. Langfristig sollen die Auswirkung auf Forstprodukte und angrenzende Gebiete erforscht werden.

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