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Fukushima aktuell: Zusammenhang zwischen AKW-Krise und Schilddrüsenkrebs vermutet

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Artikelbild der Schilddrüse (Foto: pd)
Fukushima-Krise: Mögliche Zusammenhänge mit Schilddrüsenkrebs vermutet (Symbolfoto: pd)

Unter Bezug auf die möglichen Folgen, könnte die Katastrophe am AKW Fukushima heute wieder einmal für Diskussionen sorgen. Die Fortschritte an anderer Stelle treten dabei vermutlich für viele zurück. Die Details der Fukushima News gibt es nun aus Japan aktuell im Spreadnews Japan-Ticker vom 7. Oktober 2015.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Bezug zwischen Schilddrüsenkrebs und AKW-Katastrophe vermutet
  • Spezialbeton für Atommülllager entwickelt
  • Heraufpumpen von Grundwasser begonnen

Bezug zwischen Schilddrüsenkrebs und AKW-Katastrophe vermutet: Die Untersuchungen eines vierköpfigen Forscherteams legen einen Zusammenhang zwischen Schilddrüsenkrebs bei Kindern und der Fukushima-Katastrophe nahe.

Im Verlauf von 2011 bis 2014 habe die jährliche Rate von Schilddrüsenkrebsfällen in der Präfektur Fukushima das 20 bis 50-fache des landesweiten Durchschnitts betragen.

Die Ergebnisse der Untersuchung von etwa 370.000 Personen, die zum Zeitpunkt der Katastrophe maximal 18 Jahre alt waren, ließen sich nicht nur durch Mehrfunde aufgrund gezielterer Suche erklären.

Daher sei nicht ausgeschlossen, dass möglicherweise ein kausaler Zusammenhang mit der Freisetzung von radioaktivem Material als Folge der Kernschmelzen am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi besteht.

Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Zeitschrift der internationalen Gesellschaft für Umweltepidemiologie ( ISEE).

Andere Experten widersprechen dieser Einschätzung und erklären, so lange nicht die individuellen Strahlungsbelastungsdaten der einzelnen Personen geprüft wurden, seien derartige Einschätzungen verfrüht.

Dieser Ansicht ist auch Toshihide Tsuda, Professor für Umweltepidemiologie an der Universität Okayama und führt zudem den weltweiten Trend der Überdiagnosen bei Schilddrüsenkrebs an.

Auch die, im Vergleich zur Tschernobyl-Katastrophe 1986 vergleichsweise geringe Menge an radioaktivem Jod mache einen Zusammenhang unwahrscheinlich. Über die umstrittene Einschätzung berichtete die Kyodo.

Spezialbeton für Atommülllager entwickelt: Ein neu entwickelter Spezialbeton mit geringem alkalischen Anteil soll die Errichtung von unterirdischen Atommülllagern sicherer machen.

Das von der Universität Osaka und der Nippon Steel & Sumikin Cement Corporation in Hokkaido entwickelte Verfahren nutzt Siliziumdioxid aus Reisspreu um den alkalischen Wert des Betons zu senken.

In der Regel führt die Reaktion zwischen Zement und Grundwasser bei unterirdischer Lagerung zur Bildung von Calciumhydroxid (Löschkalk) mit hoher alkalischer Wirkung, was eine Zersetzung der Lehmummantelung der Metallbehälter und des Felsbodens zur Folge hat.

Die Beimischung des mit organischer Säure gewaschenen und verbrannten Reisspreus führt zu einer besseren Verbindung von Silizium und Löschkalk, was den Alkaliwert senkt und den Beton haltbarer macht.

Aufgrund der jährlich anfallenden Menge von hundert Millionen Tonnen handelt es sich um ein kostengünstiges Mittel.

Eine Endlagerstätte, bei der eine Verwendung des neuen Baustoffs möglich wäre, muss jedoch erst noch gefunden werden. Neben der Kyodo berichteten auch Präfekturmedien.

Heraufpumpen von Grundwasser begonnen: Die bereits angekündigten Pumparbeiten am AKW Fukushima Daiichi liefen wie geplant noch am Montagnachmittag an.

Im Laufe von zwei Stunden konnten insgesamt acht Tonnen Wasser heraufgepumpt werden. Nach einer Filterung und anschließender Kontrolle soll das Wasser verklappt werden.

Dies ist Teil einer zusätzlichen Sicherungsmaßnahme, mit der die Meereskontamination verhindert werden soll. Das Heraufpumpen bereits kontaminierten Wassers soll den Anstieg des Pegels durch die im Bau befindliche Grundwasserbarriere regulieren.

Über die Maßnahme berichteten Präfekturmedien. Eine erste Verklappung kontaminierten Grundwassers nach vorangegangener Filterung war im September erfolgt.

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