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Fukushima aktuell: Zwei tödliche Arbeitsunfälle an AKW

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Artikelbild - AKW Fukushima Daini: Ort des tödlichen Unfalls am 20. Januar 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima Daini: Ort des tödlichen Unfalls am 20. Januar 2015 (Foto: TEPCO)

Die von beiden AKW in Fukushima heute gemeldeten Todesfälle zeigen,  dass der Ort einer Katastrophe erst dann wieder Medieninteresse weckt, wenn dort ein zweites Unglück geschieht. Nachdem der gestrige Arbeitsunfall international praktisch unbemerkt blieb, kam es nun zu zahlreichen Meldungen. Wir führen unsere Berichterstattung der Fukushima News fort – im Spreadnews Japan-Ticker vom 20. Januar 2015.

Zwei AKW-Arbeiter sterben bei Unfällen:  Bereits am gestrigen Montag berichteten wir an dieser Stelle über den Sturz eines Arbeiters am AKW Fukushima Daiichi. Der Angestellte eines Partnerunternehmens war gegen 9:10 Uhr bei Inspektionen in einen leeren Lagertank gestürzt.

Jetzt gab der Kraftwerksbetreiber bekannt, der 55 Jahre alte Yukio Intsuri sei heute um 13:22 Uhr seinen Verletzungen erlegen. Ersten Untersuchungen zufolge hatte er den vorgeschriebenen Sicherungsgurt nicht eingehakt. Als Todesursache wurden multiple Traumata, darunter Rippenbrüche, festgestellt.

Weiterer tödlicher Arbeitsunfall

Heute meldete TEPCO einen weiteren Arbeitsunfall mit tödlichem Ausgang, diesmal jedoch von der nahe gelegenen Kraftwerksanlage Fukushima Daini (Fukushima 2).

Dort starb ein 48 Jahre alter Arbeiter, der ebenfalls bei Inspektionsarbeiten verunglückte. Der tödliche Unfall ereignete sich gegen 9:30 Uhr im fünften Stock der Abfallentsorgungsanlage, an Vorrichtungen zur Verringerung radioaktiver Abwässer in den Abfällen, die sich in den Stockwerken darunter befinden.

Auf einer für Inspektionen genutzten Plattform, sei aufgrund der Lösung einer Sicherheitsvorrichtung, sein Kopf eingeklemmt worden. Man habe den Angestellten dann bewusstlos mit einer Kopfverletzung aufgefunden.

Obwohl der Krankenwagen um 9:37 Uhr gerufen wurde und um 9:50 Uhr eintraf, um kurz darauf den Rettungshelikopter zu alarmieren und der Notfallpatient um 10:48 Uhr  in das Krankenhaus Iwaki ausgeflogen wurde, verstarb er später in der Klinik.

Der Kraftwerksangestellte war zum Zeitpunkt der Tohoku-Katastrophe im März 2011 am AKW Fukushima Daiichi beschäftigt gewesen, hatte sich dann jedoch auf das Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daini in Sicherheit gebracht.

Sicherheit der Kraftwerksarbeiter

Die beiden Todesfälle werfen nun Fragen über das Sicherheitsmanagement des Betreibers beider AKW auf. In der Vergangenheit war die mangelnde Sicherheit für Angestellte kritisiert worden und TEPCO hatte erklärt, die Arbeiter besser schützen zu wollen.

Auf einer außerplanmäßigen Pressekonferenz erklärte Akira Ono, Leiter des AKW Fukushima Daiichi, man unternehme größte Anstrengungen, um derartige Unfälle zu verhindern und die Stilllegungsarbeiten reibungslos weiterführen zu können.

Für Mittwoch hat TEPCO alle Räumarbeiten an den Kraftwerken abgesagt und will stattdessen Sicherheitsprüfungen durchführen. Das Unternehmen erklärte zudem, man wolle die genauen Umstände der jüngsten Todesfälle ermitteln.

Unfälle an Fukushima-AKW keine Seltenheit

In den eigenen Statistiken belegt das Elektrizitätsunternehmen den Anstieg an Arbeitsunfällen. Waren im Fiskaljahr 2013 bereits 23 Arbeiter verletzt worden, so kam es im Zeitraum zwischen April und November bereits zu mindesten 40 Unfällen. Dieser Anstieg wird jedoch statistisch mit dem Anstieg der täglichen Arbeitskräfte auf 7.000 Beschäftigte erklärt.

Dennoch hatte dieser Umstand vergangene Woche Arbeitsinspektoren dazu veranlasst, bessere Schutzmaßnahmen zu fordern. Über die tödlichen Arbeitsunfälle berichteten nach dem Betreiberunternehmen TEPCO auch Kyodo, NHK und Regionalmedien.

Der letzte offiziell gemeldete tödliche Unfall an den beiden Kraftwerksanlagen, hatte sich im vergangenen März am AKW Fukushima Daiichi ereignet. Damals war ein Kraftwerksangestellter bei einem Einsturz gestorben, als er von Schutt begraben wurde.

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