Fukushima aktuell: Zweifel an Effektivität des Eiswalls

Fukushima aktuell: Zweifel an Effektivität des Eiswalls

Betreiber des AKW Fukushima Daiichi erneut wegen Eiswalls in der Kritik

785
0
TEILEN
Artikelbild - Eiswallprojekt am AKW Fukushima; Start der Kühlmitteleinspeisung am 31. März 2016 (Foto: TEPCO)
Eiswallprojekt am AKW Fukushima: Start der Kühlung am 31. März 2016 (Foto: TEPCO)

An einer erneuten Schelte für das Eiswallprojekt wird der Betreiber des AKW Fukushima heute womöglich immer noch zu knabbern haben, denn in der Tat scheint die Kritik berechtigt und wird womöglich noch weitere Fukushima News nach sich ziehen.

Dennoch geht das Unternehmen natürlich weiterhin den üblichen Arbeiten, wie etwa der Verklappung von Wasser und dem Verfassen von Berichten nach. Die Einzelheiten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 3. April 2017.

Unsere heutigen Themen zum Wochenbeginn:

  • Wirksamkeit des Eiswalls erneut in Frage gestellt
  • Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter
Wirksamkeit des Eiswalls erneut in Frage gestellt

Der so genannte Eiswall ist ein 35 Milliarden Yen teures Projekt, das die Vermischung von radioaktivem Abwasser aus den Untergeschossen der Reaktorgebäuden, mit dem eindringenden Grundwasser verhindern soll.

Seit Inbetriebnahme des Eiswalls wechseln sich die unterschiedlichen Darstellungen der Effektivität einander ab. Wo TEPCO Fortschritte sieht, spricht die Atomaufsicht davon, dass Projekt bleibe hinter den Erwartungen zurück und hegt Skepsis gegenüber dem Eiswall.

Angesichts der Risiken und des Umstands, dass bereits Ausbesserungen am Eiswall erforderlich wurden, ist der Anspruch der Effektivität als einzige Rechtfertigung für die Maßnahme bereits mehrfach in Zweifel gezogen worden.

Die Arbeiten hatten in der Vergangenheit teilweise sogar eine Erlaubnis wegen mangelnder Effektivität erhalten, während die Betreiberfirma TEPCO immer wieder zumindest von entsprechenden Teilerfolgen am Eiswall sprach.

Jetzt stellt die Atomaufsicht aufgrund neuer Daten die Notwendigkeit der Maßnahme erneut in Frage.

Zahlen zwischen März vergangenen Jahres bis März diesen Jahres belegen einen Rückgang der täglich anfallenden Wassermenge von 400 auf 120 Tonnen. TEPCO hatte eine Reduzierung bis unter 50 Tonnen pro Tag versichert, sobald der Wall komplett sei.

Tatsächlich muss sogar vermutet werden, dass bereits schwere Regenfälle dazu führen werden, dass dieser Fortschritt sich wieder relativiert. Allerdings muss man anmerken, dass der Eiswall noch nicht vollständig gefroren ist.

Unter diesen Umständen komme man nicht umhin, die Wirksamkeit des Eiswalls als „begrenzt“ einzustufen, erklärte ein Vertreter des Aufsichtsausschusses. Solche Maßnahmen könnten lediglich Elemente in einem mehrschichtigen Konzept sein.

Dabei verwies er auf die Möglichkeit, vermehrt Wasser aus den Grundwasserbrunnen (sub drains) um die Reaktorgebäude heraufzupumpen und dadurch die Vermischung von Reaktorabwasser und Grundwasser zu verhindern.

Naohiro Masuda, der für die Stilllegungsarbeiten bei TEPCO verantwortlich ist, räumte ein, dass der ursprünglich erhoffte Effekt noch nicht eingetreten sei. Doch bereits der Umstand, das weniger Wasser gepumpt werden muss, zeige die steigende Effektivität.

Über die Kritik an den Entwicklungen berichteten Präfekturmedien.

Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter

Am vergangenen Freitag übermittelte der Kraftwerksbetreiber TEPCO die aktuellen Angaben zur Zahl der Beschäftigten an der Anlage, sowie zur Höhe der Strahlungsdosis an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales für den Februar 2017.

Die maximale Strahlungsbelastung der Angestellten lag im Februar bei 12,45 Millisievert. Im Bezug auf die inkorporierte Strahlenbelastung wurden bei den Angestellten keine signifikanten Werte festgestellt.

Der nächste Bericht, der sich mit den Strahlungsdaten mit Stand von Ende April befassen wird, soll gegen Ende März eingereicht werden.

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT