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Fukushima aktuell: Zweite Grundwasserverklappung durchgeführt

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Artikelbild - AKW Fukushima: Überwachung des Grundwasser-Umleitungssystems am 21. Mai 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Überwachung des Grundwasser-Umleitungssystems am 21. Mai 2014 (Foto: TEPCO)

TEPCO führte am AKW Fukushima heute zum zweiten Mal eine Verklappung von Grundwasser durch und wiederholt damit eine Maßnahme, die lange Zeit auf heftige Kritik und Ablehnung gestoßen war, bis eine Einigung erzielt wurde. Weitere Fukushima News befassen sich mit dem Brennelemente-Transfer und einem verletzten Arbeiter.

Diese und weitere Meldungen nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 27. Mai 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Weitere Grundwasser-Verklappung am AKW Fukushima
  • Zahlen zum Transfer der Brennelemente
  • Fukushima-Arbeiter mit Knieverletzung
  • Sicherheitsprüfung für AKW Higashidori geplant
  • Überlebende Tohoku-Kirschbäume gefällt

Weitere Grundwasser-Verklappung am AKW Fukushima: Am heutigen Dienstag leitete der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi erneut mehrere Tonnen Grundwasser in den Pazifik, nachdem es zuvor auf die Einhaltung von Grenzwerten kontrolliert worden war. Eine erste Verklappung von Grundwasser war bereits vergangene Woche durchgeführt worden.

Nachdem am vergangenen Mittwoch 561 Tonnen in den Pazifischen Ozean verklappt wurden, erhöhte TEPCO die heutige Menge auf 641 Tonnen. Die Maßnahme begann um 10:00 Uhr am Sonderlagertank Gr3-1 und endete um 13:38 Uhr. Nach Angaben von TEPCO gab es bei der Umleitung noch der Verklappung keine Zwischenfälle.

Die Umleitung von unbelastetem Grundwasser aus den Bergen, bevor es unter dem Gelände des Kernkraftwerks durch radioaktive Abwässer aus den beschädigten Reaktorgebäuden kontaminiert wird und so ebenfalls in Lagertanks abgepumpt werden muss, ist ein wichtiger Teil der Strategie zur Bewältigung des Einlagerungsproblems.

AKW Fukushima: Temporäre Lagertanks der Grundwasserumleitung am 21. Mai 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Temporäre Lagertanks der Grundwasserumleitung am 21. Mai 2014 (Foto: TEPCO)

Täglich fallen über 400 Tonnen an kontaminiertem Wasser auf dem Gelände an. Neben teilgefiltertem Wasser aus dem Kühlkreislauf der Reaktoren und dem kontaminierten Grundwasser, kommt radioaktives Wasser aus den Kellergeschossen von Turbinengebäuden, das aus Reaktor- und Grundwasser besteht, dazu. Auch angesammeltes Regenwasser wird in Behälter abgepumpt.

Durch die Einlagerung von teils stark radioaktivem Wasser in immer neuen Tanks, steigt die Umgebungsbelastung auf Teilen der Anlage und die so genannte Bremsstrahlung, die durch radioaktive Substanzen im Wasser und dem Stahl der Behälter entsteht, gefährdet die Gesundheit der Arbeiter. Ein Grundwassermessposten wurde aufgrund der dortigen Strahlungswerte bereits aufgegeben.

Daher setzt TEPCO auf die Kombination von geplanter Grundwasserbarriere durch künstlich gefrorenen Erdboden, die ALPS-Filteranlage, die eine große Zahl an radioaktiven Nukliden filtern und so die Belastung des eingelagerten Wassers verringern kann, sowie die nun zum zweiten Mal durchgeführte Verklappung von Grundwasser.

Die vom Kraftwerksbetreiber erhoffte systematische Verklappung von radioaktivem Wasser aus den Lagertanks auf dem Gelände, sobald die Filterung ausreichend ist, steht dagegen noch in den Sternen. Über die zweite Verklappung von Grundwasser berichtete die Kyodo.

Zahlen zum Transfer der Brennelemente: Mit Stand vom gestrigen Montag sind bislang 924 der insgesamt 1.533 Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 in externes Becken transportiert worden.

Bei 1.331 handelt es sich um abgebrannte Brennelemente (geborgen: 902) die übrigen 202 sind ungenutzte Brennelemente (geborgen: 22). Das meldete Kraftwerksbetreiber TEPCO. Es gibt keine Berichte über Zwischenfälle bei den Transporten.

Fukushima-Arbeiter mit Knieverletzung: Am heutigen Dienstag zog sich der Angestellte eines Partnerunternehmens eine Knieverletzung am linken Bein zu, als er um 10:33 Uhr im Norden des Lagertankbereichs B mit der Kontrolle von Regenwasser an einem Lagertank für radioaktives Wasser beschäftigt war.

AKW Fukushima: Medizinische Versorgung im J-Village (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Medizinische Versorgung im J-Village (Foto: TEPCO)

Eine Verbringung in das Notfallzentrum wurde angeordnet und ein Krankenwagen verständigt. Eine radioaktive Kontamination wurde nicht festgestellt. An der Anlage kommt es immer wieder zu kleineren Verletzungen, wie Fingerquetschungen an Türen oder Knöchelverletzungen durch Stürze.

Anfang Mai war ein Arbeiter aufgrund schlechten Allgemeinzustandes mit einem Helikopter abtransportiert worden. Im März war es zu einem tödlichen Arbeitsunfall am AKW Fukushima gekommen.

Sicherheitsprüfung für AKW Higashidori geplant: Tohoku Electric, Betreiber des AKW Higashidori (Präf. Aomori), plant offenbar für Juni, einen Antrag auf Sicherheitsprüfung der Anlage durch die Atomaufsichtsbehörde NRA zu stellen. Ein positives Testergebnis ist Vorbedingung für eine mögliche Neustartgenehmigung.

Das Unternehmen plant, die Anlage im Juli 2015 wieder hochzufahren. Aus Sicht der NRA ist jedoch zuvor eine geologische Verwerfung unter der Anlage von Interesse. Tohoku Electric versichert, es handele sich nicht um eine aktive Verwerfung, die im Fall eines schweren Erdbebens die Anlage gefährden würde.

Die Atomaufsicht NRA muss nach entsprechenden Untersuchungen eine Entscheidung fällen. Da Reaktorstandorte nicht über derartigen Risikozonen liegen dürfen, wäre eine Stilllegung die Folge, sollte die NRA die Formation als aktiv einstufen.

Die Anlage versorgt die Region Tohoku mit Elektrizität und kann im Vollbetrieb bis zu 1,1 Millionen Kilowatt an Elektrizität erzeugen. Vor der Antragsstellung will Tohoku Electric in Kürze die Erlaubnis der Ortschaft Higashidori, sowie der Präfekturverwaltung Aomori einholen. Dies berichtete die jiji unter Berufung auf informierte Quellen.

Überlebende Tohoku-Kirschbäume gefällt: Insgesamt 33 Kirschbäume, die in Kamaishi (Präf. Iwate) den Tsunami vom Tohoku-Erdbeben 2011 standgehalten hatten und auch die Schäden durch das salzige Meerwasser offenbar verkrafteten, wurden nun gefällt.

Die gestern begonnene und heute abgeschlossene Rodung der Bäume auf einer Strecke von 160 Metern, dient dem Wiederaufbau und der Sicherung der Küstenregion. Dort soll der Boden um bis zu fünf Meter angehoben werden, um besseren Schutz vor künftigen Tsunami bieten zu können.

Über die Entfernung der Bäume, deren Frühlingsblüten viele Überlebende motiviert und aufgemuntert hatte, berichtete die NHK.

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