Fukushima aktuell: Zwischenfall bei Drohneneinsatz an Reaktor-Abluftkamin

Fukushima aktuell: Zwischenfall bei Drohneneinsatz an Reaktor-Abluftkamin

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Artikelbild - AKW Fukushima: Drohnen-Startvorbereitungen am 26. September 2016 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Drohnen-Startvorbereitungen am 26. September 2016 (Foto: TEPCO)

Was vom AKW Fukushima heute über den Drohneneinsatz am Abluftkamin eines Reaktors zu hören ist, fügt der Liste bisheriger Pannen einen weiteren Fehlschlag hinzu.

Dagegen klingen die übrigen Fukushima News die aus Japan aktuell gemeldet werden, weit weniger peinlich. Die Details gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 27. September 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Zwischenfall bei Drohneneinsatz an Reaktor-Abluftkamin
  • Trümmerräumung im Fischereihafen Ukedo
  • Weiteres Fachtreffen zu Schilddrüsenkontrollen
Zwischenfall bei Drohneneinsatz an Reaktor-Abluftkamin

Am heutigen Dienstag gab der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi einen Zwischenfall bei Arbeiten an einem Abluftkamin des Kernkraftwerks bekannt.

Um Strahlungsmessungen durchführen zu können, kam in etwa 120 Metern Höhe eine unbemannte Drohne mit einem Dosimeter zum Einsatz. Doch die Maßnahme verlief nicht wie von TEPCO geplant.

Wie das Unternehmen mitteilte, riss beim Herablassen des Messgeräts am oberen Ende des Abluftkamins der etwa 0,6 Milimeter dicke Draht aus rostfreiem Stahl, an dem das 110 Gramm schwere Dosimeter hing, so dass das Gerät herabfiel.

TEPCO hatte bereits Aufnahmen vom Beginn des Drohneneinsatzes veröffentlicht, bevor es zu diesem Zwischenfall kam. Der AKW-Betreiber will jetzt die genauen Umstände prüfen. Das berichten Präfekturmedien.

Trümmerräumung im Fischereihafen Ukedo

Gestern begann im Gebiet des Fischereihafens Ukedo vor der Küste von Namie die Arbeiten zur Räumung von Trümmern, die im Zuge der Tohoku-Katastrophen im März 2011 dorthin gespült gelangt waren.

Die Arbeiten finden erst jetzt statt, da sich das Gebiet im 20-Kilometer-Radius um das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi befindet und damit zum Sperrgebiet gehört.

Um die Wiederbelebung der Fischerei in der Region zu fördern, unterstützt das Ministerium für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei (MAFF) die Maßnahme finanziell.

Beim ersten Einsatz am frühen Morgen zogen Fischer Treibholz und Fischernetze aus dem Meer. Das geborgene Material wird übergangsweise im Bereich des Hafens gelagert und soll dann der Entsorgung von Industrieabfällen zukommen.

Die Arbeiten sollen noch den heutigen Dienstag lang andauern. Das berichten Präfekturmedien.

Weiteres Fachtreffen zu Schilddrüsenkontrollen

Am gestrigen Montag begann ein zweitägiges Treffen internationaler Experten, um Fragen rund um die Schilddrüsenbelastung von Kindern nach der Fukushima-Katastrophe zu diskutieren.

Die Veranstaltung wurde von mehreren Initiativen unterstützt, darunter auch von der Nippon Foundation, die bereits nach dem Tschernobyl-Unglück die medizinische Untersuchung von Kindern ermöglicht hatte.

Insgesamt 15 Redner hielten Vorträge zum Thema und verwiesen dabei sowohl auf Ergebnisse von Untersuchungen in der Ukraine, als auch das Vorgehen in Japan.

Bis zum Ende des Treffens wollen die Experten eine Reihe von Empfehlungen zum Umgang mit dem Thema vorlegen können. Das berichten Präfekturmedien.

Bereits seit einiger Zeit gibt es Kritik an den Schilddrüsentests. Gegner des bisherigen Vorgehens bemängeln, durch die gründlichen Kontrollen würden auch gutartige Veränderungen entdeckt und zur Verunsicherung der Betroffenen führen.

Dem war die Forderung nach Verringerung der Krebskontrollen durch Kinderärzte vorausgegangen.

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