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Fukushima aktuell: Zwischenlager soll in Vollbetrieb gehen

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Artikelbild - Dekontaminationsabfälle im Hayama-Park, Koriyama, Präf. Fukushima (Foto: Copyright by Ai Kon)
Dekontaminationsabfälle im Hayama-Park, Koriyama, Präf. Fukushima (Foto: Copyright by Ai Kon)

Wenn aus der Präfektur Fukushima heute positive Vorzeichen für die Bewältigung radioaktiver Abfälle signalisiert werden, ist dies sicher ein Grund zur Freude. Weitere Fukushima News zeigen aber auch, dass Probleme weiterhin bestehen.

Die Details der aktuellen Meldungen gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 25. Oktober 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Zwischenlager von Okuma soll in Vollbetrieb gehen
  • Wasserspuren an Barriere im Lagertankbereich C
  • Wasserspuren im Lagertankbereich H4
Zwischenlager von Okuma soll in Vollbetrieb gehen

Wie Umweltminister Masaharu Nakagawa gestern mitteilte, gibt es große Fortschritte bei den Zwischenlagerplänen für radioaktiv belastetes Erdreich, sowie andere Abfälle, die im Rahmen der Dekontaminationsmaßnahmen angefallen waren.

Das gesamte Projekt umfasst das Gelände der beiden Gemeinden Okuma und Futaba, was einem Areal von 16 Quadratkilometern entspricht. Dort sollen bis zu 22 Millionen Kubikmeter an derartigen Abfallen eingelagert werden können.

Nach Angaben des Umweltministeriums soll die Anlage auf dem Gelände von Okuma am 28. Oktober den Vollbetrieb aufnehmen, so dass die Dekontaminationsabfälle in großem Stil angeliefert werden können. Allein dort werden 50.000 Kubikmeter ihren Platz finden.

Ursprünglich hätte die Anlage bereits Anfang 2015 in Betrieb gehen sollen. Doch Sorgen und Vorbehalte in der Bevölkerung hatten den Fortschritt beim Ankauf der benötigen Grundstücke ausgebremst.

In der Vergangenheit waren lediglich testweise Kleintransporte an das in Bau befindliche Lager erfolgt, um Fragen der Organisation und Sicherheit bei der Anlieferung besser klären zu können. Das Material wird dann je nach Höhe der Strahlungsdosis getrennt, eingelagert.

Doch auch wenn am 28. Oktober mit der Anlieferung begonnen werden soll, darf das nicht über die weiterhin bestehenden Probleme des Projekts hinwegtäuschen.

So sind weiterhin weniger als die Hälfte der benötigen Fläche für das Gesamtprojekt verfügbar. Trotz anhaltender Verhandlungen mit privaten Eigentümern waren bis zum September lediglich 40 Prozent der Gesamtfläche bereits vertraglich gesichert.

Über den aktuellen Stand berichteten Mainichi Shimbun, Asahi Shimbun, sowie Präfekturmedien.

Wasserspuren an Barriere im Lagertankbereich C

Angestellte eines Partnerunternehmens entdeckten am gestrigen Dienstag gegen 8:35 Uhr (Ortszeit) ungewöhnliche Wasserspuren. Demnach gelangte Wasser an mehreren Stellen aus dem Bereich der inneren Barriere in das Areal der äußeren Barriere.

Der Zwischenfall ereignete sich im östlichen Teil des Lagertankbereichs C. Das Wasser gelangte dabei an drei Stellen von dem inneren in den äußeren Ring. Daraufhin wurde sichergestellt, dass die Ablassventile geschlossen sind.

Eine Kontrolle ergab, dass der Pegel im Inneren der Lagertanks unverändert war, keine Leckstellen am Behälter aufgefunden werden konnten und auch sonst keine Auffälligkeit nachgewiesen wurden.

Aufgrund der Analyseergebnisse kam der Kraftwerksbetreiber TEPCO zu dem Schluss, dass es sich vermutlich um Regenwasser handelt. Gegen 10:46 Uhr konnten die Abdichtungsarbeiten abgeschlossen werden und das Wasser wurde abgepumpt.

Zuvor waren Tiefdruckgebiete des Taifuns „Lan“ über die Region hinweg gezogen. Über den Fund berichtete TEPCO.

Wasserspuren im Lagertankbereich H4

Ebenfalls am gestrigen Dienstag kam es zu einem weiteren Wasserfund. Diesmal wurde Wasser entdeckt, dass mit einer Geschwindigkeit von einem Tropfen pro Sekunde an der provisorischen Barriere im Norden des Lagertankbereichs H4 austrat.

Auch in diesem Fall waren es Angestellte eines Partnerunternehmens die gegen 9:15 Uhr (Ortszeit)  den Fund machten und eine Kontrolle durchführten. Dabei wurde kein Leck an einem Tankbehälter festgestellt.

Eine Analyse wies nach, dass es sich um Regenwasser handelt. Nachdem die Schutzmaßnahmen an der Stelle gegen 13:00 Uhr abgeschlossen waren, wurde das verbliebene Wasser entfernt. Das berichtet der Kraftwerksbetreiber TEPCO.