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Fukushima aktuell: Zwischenlagersuche durch Proteste behindert

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Artikelbild - Trocknender Reis nach Ernte in Kurihara, Präf. Miyagi (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Reisernte aus Sperrgebiet könnte handelstauglich sein (Symbolfoto: pd)

In der Präfektur Miyagi zeigten die anhaltenden Sorgen nach der Katastrophe von Fukushima heute deutliche Folgen und verhinderten eine zuvor durch die Regierung geplante Maßnahme. Diese und weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 24. Oktober 2014.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Klageprüfung gegen TEPCO wird ausgeweitet
  • Sitzproteste behindern Zwischenlagersuche

Sitzproteste behindern Zwischenlagersuche: Die Vorstellung, in der japanischen Gesellschaft werde die Atomkraft ohne Widerstand hingenommen, ist spätestens seit den Protesten gegen den früheren Neustart des AKW Oi und der Mobilisierung der „Hortensien-Revolution“ (Ajisai kakumei) widerlegt.

Tatsächlich gab es am heutigen Freitag weitere Ereignisse die zeigen, dass nach wie vor Vorbehalte und Besorgnis bestehen – insbesondere wenn es um die Einlagerung von radioaktiv kontaminiertem Material geht.

Rathaus der Stadt Kurihara, Präf. Miyagi (Foto: pd)
Kurihara: auch hier wurden Zwischenlager-Vorprüfungen abgesagt (Foto: pd)

So musste das Umweltministerium heute den Plan, in der Ortschaft Kami (Präf. Miyagi) erste Untersuchungen des potentiellen Zwischenlagerstandorts kurzfristig absagen, nachdem es zu Sitzprotesten gekommen war, an denen sich etwa 50 Einwohner beteiligten.

Auch Bürgermeister Hirobumi Inomata protestiere vor Ort und erklärte, man könne keinen aufgezwungenen Beginn von Untersuchungen akzeptieren. Die Ortschaft Kami ist eine der drei Gemeinden in der Präfektur Miyagi, die von der Regierung in Tokyo als mögliche Standorte ausgewählt wurde.

Dort soll Asche aus der Verbrennung von Dekontaminationsabfällen ebenso eingelagert werden, wie belastetes Reisstroh, sowie Klärschlamm.  Die Abfälle sind Folge der Katastrophe am AKW Fukushima. Insbesondere aufgrund der Wasserstoffexplosionen war radioaktives Material über weite Strecken verbreitet worden.

Als Reaktion auf die Proteste, hat das Umweltministerium nun auch die für heute vorgesehenen geologischen Untersuchungen sowohl auf dem Gebiet der Stadt Kurihara, als auch der Ortschaft Taiwa vorerst abgesagt.

Ein Verantwortlicher des Umweltministeriums, mit Zuständigkeit für die Region Tohoku, erklärte gegenüber der Presse, unter den gegebenen Umständen sei es schwierig, die geplanten Maßnahmen durchzuführen. Daher werde man sich mit dem Ministerium in Tokyo über das weitere Vorgehen beraten.

Über die erfolgreiche Protestaktion berichteten jiji und NHK.

Klageprüfung gegen TEPCO wird ausgeweitet: Nachdem ein unabhängiger Rechtsausschuss von Bürgern eine Anklage gegen drei ehemals hochrangige Mitarbeiter des Elektrizitätskonzerns TEPCO angestrebt hatte, will die Staatsanwaltschaft nun ihre Ermittlungen ausweiten.

Zu diesem Zweck wurde die Untersuchungszeit um drei Monate verlängert und endet damit erst Ende Januar 2015. Eine Entscheidungsfindung innerhalb der bisherigen Frist, die Ende dieses Monats ausgelaufen wäre, sei aufgrund der Komplexität des Sachverhalts nicht möglich.

Erst nach Befragungen sei zu entscheiden, ob die Personen tatsächlich angeklagt werden können.

Ein ähnlicher Antrag im September vergangenen Jahres, der sich gegen 30 Personen gerichtet hatte, war abgelehnt worden, da die behaupteten Mängel bei der Prognose des Tohoku-Erdbeben nicht nachweisbar wären. Über die Entscheidung zur Verlängerung berichteten Kyodo und NHK.

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