Fukushima/Japan aktuell: Strahlungssorgen außerhalb des AKW

Fukushima/Japan aktuell: Strahlungssorgen außerhalb des AKW

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Artikelbild - AKW Fukushima: Aufnahme der Pumpleitungsanlage vom 17. April 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Aufnahme der Pumpleitungsanlage vom 17. April 2015 (Foto: TEPCO)

Während der Begleitung unserer japanischen Kollegen auf ihrer Deutschlandreise ist es uns zunächst nicht weiter möglich, tagesaktuell zu berichten. Wir bemühen uns nun jedoch zumindest Zusammenfassungen bieten zu können, wie in diesem Spreadnews Japan-Ticker vom 27. April 2015.

Die Themen der vergangenen Tage:

  • Wasserleck nach Ausfall von Entwässerungspumpen
  • Strahlungsquelle in Park in Tokyo identifiziert
  • Drohne mit radioaktiver Kontamination auf Regierungsgebäude

Wasserleck nach Ausfall von Entwässerungspumpen: Am 21. April kam es zum Ausfall von Wasserpumpen am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi. Durch den Zwischenfall sei Wasser aus den Leitungen in das Meer gelangt, die genaue Menge ist jedoch noch unklar.

Aufgrund der geringen Belastung des Wassers bestünden jedoch keine Gefahren und Wasserproben hätten keine Schwankungen in den Strahlungswerten des Meerwassers nachgewiesen.

Noch am selben Tag wurde ein defekter Transformator als Ursache für den Zwischenfall ausgemacht und durch ein intaktes Gerät ersetzt. TEPCO machte deutlich, dass die Entwässerungspumpen in keinerlei Zusammenhang mit den Kühlsystemen der Reaktoren stehen. Diese blieben von den Ereignissen unbeeinflusst.

Wie das Unternehmen mitteilte, werden die acht Pumpen zwischen den Entwässerungsleitungen K und C mehrmals täglich überwacht. Eine Kontrolle am Nachmittag des Vortages hatte keine Auffälligkeiten gezeigt.

TEPCO ergänzte später, es sei eine Konzentration von 110 Becquerel pro Liter an Betastrahlern festgestellt worden.

Im Regelfall sind lediglich zwei Pumpen im Einsatz, die übrigen Geräte werden nur bei vermehrtem Auftritt von Wasser in den Kanälen, etwa aufgrund von Regenfällen genutzt.

Langfristig soll durch Reparaturen erreicht werden, dass auch die Entwässerungsleitung „K“ in den Hafenbereich mündet und nicht länger ins Meer. Neben TEPCO berichtete auch die Asahi Shimbun.

Strahlungsquelle in Park in Tokyo identifiziert: Am 24. April erregte ein so genannter radioaktiver Hotspot in einem öffentlichen Park im Tokyoter Stadtteil Toshima, international Aufsehen.

Dort waren in der Nähe eines Spielplatzes 480 Mikrosievert pro Stunde nachgewiesen worden – eine Belastung von 500 Mikrosievert über den Zeitraum von zwei Stunden würde der Überschreitung des gesetzlichen Jahresgrenzwerts entsprechen.

Die Behörden sperrten den Park und konnten am folgenden Tag den Fund eines Stoffstücks mit Maßen von weniger als zehn Zentimetern im Erdboden melden. Die Umgebungsradioaktivität verringerte sich nach der Entfernung des Stoffstücks. Die Herkunft ist bislang unklar, das Objekt werde nun untersucht.

Die Behörden versicherten, eine ernsthafte Gesundheitsgefährdung durch den textilen Hotspot etwa für spielende Kinder, sei aufgrund der geringen räumlichen Ausbreitung nicht gegeben. Über den Fund berichteten japanischen Medien, darunter die NHK.

Drohne mit radioaktiver Kontamination auf Regierungsgebäude: Am Samstag stellte sich ein 40 Jahre alter, arbeitsloser Mann aus Obama (Präf. Fukui) der Polizei und seine Festnahme wurde bekannt gegeben.

Der Festgenommene gab an, für die Landung einer Drohne auf dem Dach des Sitzes des Premierministers am 9. April verantwortlich zu sein. An dem Fluggerät mit vier Rotoren waren Spuren von radioaktivem Cäsium festgestellt worden.

Als Motiv für seine Tat nannte der Mann den Protest gegen die Atompolitik des Landes. Er erklärte, die radioaktive Kontamination bewusst herbeigeführt zu haben, indem er Sand aus der Präfektur Fukushima mit dem Flugobjekt auf das Dach transportiert habe.

Die Behauptungen des Mannes scheinen nach Angaben japanischer Medien glaubwürdig, da er die Fernsteuerung der Drohne als Beweis mit sich führte.

Aus seinen Blogpostings geht hervor, dass er die Tat langfristig geplant habe. Zudem gebe es Hinweise, dass auch eine US-Einrichtung in Tokyo, sowie ein Kernkraftwerk in Kagoshima mögliche Ziele waren. Über die Umstände berichteten Kyodo, jiji und NHK.

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