Start Sport Hans Grugger: Medienkonferenz zum Gesundheitszustand

Hans Grugger: Medienkonferenz zum Gesundheitszustand

649
0
TEILEN

In einer Medienkonferenz zog die ärztliche Direktorin und Neurochirurgin Dr. Alexandra Kofler von den Uni-Klinik Innsbruck zum Gesundheitszustand des österreichischen Skifahrers Hans Grugger erste Bilanz. Sie sprach von einer „wirklich erfreulichen Nachricht“.

Der Gesundheitszustand verbessere sich kontinuierlich. Die Aufwachphase ist beendet und das Beatmungsgerät konnte entfernt werden, da er wieder selbständig atmen kann. Grugger ist wach und ansprechbar.

Universitäts-Professor Dr. Claudius Thomé und Direktor der Universitätsklinik für Neurochirurgie sagte in der Medienkonferenz:

„Er kann kommunizieren, weiß bestimmte Dinge, welchen Ski er fährt, erkennt seine Freundin und seine Familie. Noch spricht er aber deutlich verlangsamt. Es ist eher ein Aneinanderreihen einzelner Wörter. Er kann auch noch keine komplexen Gedankengänge durchführen, aber das ist völlig normal bei einer so schweren Verletzung“.

Die rechte Körperhälfte, vor allem das rechte Bein zeigen im Moment eine Minderbewegung, eine Art Lähmungserscheinung. Diese ist auf die Gehirnverletzung zurückzuführen.

„Der rechte Arm hat sich in den letzten Tagen fast normalisiert. Es bessert sich mit hoher Wahrscheinlichkeit. Der Heilungsprozess dauert Wochen bis Monate. Es ist wichtig, dass er jetzt Ruhe hat und abgeschirmt wird“ erklärte Dr. Thomé.

„Deshalb wird es ab sofort auch keine täglichen Medieninformationen zum Gesundheitszustand des Patienten geben. Jeder Tag ohne Komplikationen ist ein guter Tag“, sagte Dr. Thomé abschließend.

Gruggers Verletzungsverlauf

Hans Grugger erlitt bei seinem schweren Sturz in Kitzbühel ein Schädel-Hirn-Trauma. Es kam zu einer Blutung zwischen Gehirn und Schädelknochen, so dass er sofort notoperiert werden musste. Nach Erfahrungswerten liegt das Sterberisiko zwischen 40 und 50%.

Nach der Operation war Grugger gleich überraschend stabil. Es gab keine Komplikationen durch steigenden Gehirndruck wie dies sonst oft der Fall ist. Zwei Brüche an der HWS (Halswirbelsäule) hatten sich nicht verschoben, so dass sie ohne chirurgischen Eingriff heilen sollten.

Neben den Schäden an Schädel und Wirbelsäule kamen mehrere Rippenbrüche, eine Lungenquetschung, sowie eine  Gefäßverletzung an der Halsschlagader, welche ein Schlaganfallrisiko mit sich birgt, hinzu. Grugger wurde von Anfang an mit blutverdünnenden Mitteln behandelt.

Nach wie vor können immer noch lebensbedrohliche Komplikationen auftreten. Daher bleibt der Patient weiterhin auf der Intensivstation, damit im Notfall sofort eingegriffen werden kann.