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Häusliche Gewalt in Japan nimmt zu

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Tokyo U-Bahn
Häusliche Gewalt in Japan: Viele Frauen schweigen. Foto: KJ

Viele japanische Männer betrachten Gewalt gegen Frauen noch immer als Familienangelegenheit. Experten gehen davon aus, dass es nach wie vor eine hohe Dunkelziffer gibt, obwohl in neuster Zeit immer mehr japanische Frauen über ihre prügelnden Ehemänner klagen.

Japan verzeichnet eine Rekordzahl von Fällen häuslicher Gewalt. Allein im Jahr 2010 wurden 33.858 Fälle von häuslicher Gewalt registriert. Die nationale Polizeibehörde teilte am Donnerstag mit, dass der Gewaltanstieg um zwanzig Prozent, gegenüber dem Jahr 2009 gestiegen sei.

Frauen von prügelnden Ehemänner wenden sich mittlerweile frühzeitig an Polizei und Gericht. Die Zahl der Anzeigen ist seit dem Jahr 2001 um das Vielfache gestiegen und so hoch, wie nie zuvor.

Das Leben von Ehepartnern stellt in Japan zu einem großen Teil eher ein Nebeneinander als ein Miteinander des Paares dar. Während der Ehemann in der Regel berufstätig ist, hat die Ehefrau die Aufsicht über den Haushalt und die Finanzen, unabhängig davon, ob sie evtl ebenfalls eine Arbeitsstelle hat.

Zwar sind anders als früher die Ehefrauen nicht mehr ausschließlich auf die Funktion als Mutter beschränkt. Einige sind ebenso wie ihre Männer berufstätig, in beiden Fällen ist jedoch die gemeinsam verbrachte Zeit nach westlichem Maßstab eher gering.

Grund für die häusliche Gewalt ist eine Kombination verschiedener Faktoren. Neben dem sozialen Druck in der Gesellschaft und beruflichem Stress, ist es auch Alkoholismus, der zusammen mit der geringen Bindung, die Hemmschwelle für Gewalttätigkeiten senkt.

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