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Hells Angels geben sich vor dem Landgericht Trier die Klinke in die Hand

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Hells Angels Mitglieder
Trier: Drogenprozess gegen drei Mitglieder der Hells Angels (Abb. symbolisch)

Die Berichterstattung über Straftaten die Mitgliedern des Motorradclubs der „Hells Angels“ angelastet und vor dem Landgericht Trier verhandelt werden, reisst nicht ab. Es ist für Trier bereits der dritte „Hells Angels“ Prozess in diesem Jahr.

Erst in der vergangenen Woche war  ein 51 Jahre alter Mann, Mitglied eines Chapters des Motorrad-Clubs in Luxemburg, wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung vom Landgericht Trier zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden, nachdem er bei einer Kneipenschlägerei sein Opfer angegriffen und bis zur Bewusstlosigkeit mit Tritten traktiert hatte.

Eine 37 Jahre alte Mitangeklagte wurde zu einem halben Jahr, ebenfalls auf Bewährung, verurteilt. Sie hatte einem anderen Mitglied der „Hells Angels“ durch eine Zwangstätowierung das Logo-Tattoo des Clubs unkenntlich gemacht.

Am heutigen Montag müssen sich nun drei weitere Mitglieder der „Hells Angels“ und eine Frau, wegen Drogenhandels, sowie weiterer Delikte vor dem Landgericht Trier verantworten. Voraussichtlich wird sich dieser Prozess bis Februar 2012 hinziehen.

Der Staatsanwalt geht von folgender Tat aus: Die Angeklagten sollen seit Anfang 2010 im Zwei- bis Vier-Wochen-Rhythmus illegale Drogen in den Niederlanden gekauft und an Kunden im Saarland und im Raum Trier verkauft haben. Die Angeklagten sollen mit 2 Kilogramm Amphetamin und knapp 300  Gramm  Kokain gedealt haben. Auch die Frau soll in mindestens einem Fall in dem Drogenhandel beteiligt gewesen sein.

Neben dem Handel mit Betäubungsmitteln wird den Männern von der Staatsanwaltschaft Körperverletzung und Verstösse gegen das Waffengesetz vorgeworfen. Einer der beiden Angeklagten soll im Mai diesen Jahres als Mittäter bei einer gewalttätigen Auseinandersetzung in einer örtlichen Kneipe dabeigewesen sein. Damals war der Gast bis zur Bewusstlosigkeit geprügelt worden.

Beiden Angeklagten wird zudem unerlaubter Waffenbesitz aufgrund fehlender Waffenbesitzkarte zur Last gelegt. Die jetzigen Beschuldigten waren im Juni bei einer polizeilichen Razzia festgenommen und inhaftiert worden.

Wie bei Verhandlungen gegen Mitglieder von Motorradclubs (oft als „Rocker-Prozesse“ dramatisiert) üblich, wurden auch bei der heutigen Verhandlung des Prozesses die Sicherheitsvorkehrungen deutlich erhöht. Unabhängig vom Urteil dürfte auch diese Anklage Wasser auf die Mühlen derjenigen sein, die den Motorradclub als kriminelle Vereinigung betrachten und pauschalierend eine Ausweitung des Verbots fordern.

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